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| Foto:Alessandro Puglia, Vita.it |
siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
Posts mit dem Label Anlandungen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
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Freitag, 15. Dezember 2017
Wir sind keine Schleuser
Vita.it – Tag und Nacht haben sie gearbeitet, um das Haus des Weihnachtsmanns fertigzustellen. Einer hat Holz gehackt, ein anderer den Schlitten oder den Baum lackiert, wieder einer hat Blätter für die kleinen Gestecke gesammelt und der nächste das Moos und die Steine für die Höhle. Zwischen dem Besuch bei eine*m Anwält*in und dem Telefonat mit den Eltern im Senegal oder in Ghana, die noch bis vor kurzem, als sie im Gefängnis waren, gedacht hatten, sie seien tot. Zwischen dem einen und dem anderen hoffnungsvollen Wort. Bevor sie bei den Carabinieri unterschreiben, so wie sie es jeden Nachmittag tun, bevor sie ins Gefängnis zurückkehren.
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Freitag, 1. September 2017
“Italyisverygood!”
Es sind wirklich heiße Tage – und das nicht nur wegen der Temperatur um die 40 Grad jeden Tag – sondern weil die Gewalt der aktuellen Migrationspolitik ihre diskriminierenden und mörderischen Folgen zeigt. Denn es ist kriminell, in Absprache mit Milizen, die mit den Schleppern zusammenarbeiten, tausende von Menschen nach Libyen zurückzubringen, um deren Ankunft in Italien zu verhindern. Wir erleben wieder kollektive Rückführungen, die sich Italien bereits in der Vergangenheit zu Schulden kommen ließ und für die es vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt wurde.


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| Während der "Räumungsaktion" in der Via Curtatone in Rom - Photo: La Repubblica |
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Donnerstag, 13. Juli 2017
Messina. „Schauplatz“wechsel: ab heute werden die Schiffe der Migrant*innen in Norimberga anlegen
normanno.com - Die Nachricht lag schon seit einiger Zeit in der Luft, aber der Vorfall, der sich am 20. November letzten Jahres an Bord der Sansovino della Siremar ereignete, die an der Mole Norimberga lag, hatte den „Umzug“ zwangsläufig blockiert. Bis heute Nachmittag: da teilte die Bezirksverwaltung Messina den verschiedenen Akteur*innen, die mit der Ankunft der Migrant*innen befasst sind, mit, dass die Aufnahmeprozeduren ab heute vom Anleger an der Marconi-Mole an die Mole Norimberga verlegt werde, hinter der Überführung der Via Don Blasco.
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| Ph. Normanno.com |
Freitag, 7. Juli 2017
Das Zeltlager in Pian del Lago, Caltanissetta: Ein Nicht-Ort der Verzweiflung
Die Lebensbedingungen der Migrant*innen im provisorischen Lager von Pian del Lago verschlechtern sich zunehmend. Nach der letzten gewaltsamen Räumung durch die Ordnungskräfte am 26. Mai 2017 mussten die Bewohner*innen ihre Zelte zwischen den Erdlöchern aufrichten, die Mitarbeiter*innen des Umwelt- und Entsorgungsdienstes Caltambiente ausgebaggert hatten. Dies sollte ein Versuch sein, dem Wiederaufbau der Zeltstadt Einhalt zu gebieten. Die ohnehin schon tragische Situation wurde dadurch nur weiter verschlimmert.
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Mittwoch, 14. Juni 2017
Die Toten die helfen Wählerstimmen einzufangen
Der Wahlsonntag ist kaum vorbei, doch die wirklich wichtigen Nachrichten werden unter einer Glasglocke gehalten, um sie bestmöglich zu verstecken. Auch heute, wie bereits seit Jahren, gibt es zahlreiche Tote zu beklagen und man wird Zeuge der Übergabe von über 500 Personen an die lybische Küstenwache. Unter ihnen zahlreiche Kinder und sogar Syrer*innen, deren Ankunft in deutschen und italienischen Städten dank der Verteilungsquoten und der humanitären Korridore noch vor wenigen Monaten bejubelt wurde.
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| Der Hotspot in der Gegend Imbriacola, auf Lampedusa |
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Dienstag, 13. Juni 2017
Wer hat Interesse an den Migrant*innen?
„Wenn dich die Militärs auf ihrem Schiff aufnehmen, kannst du beruhigt sein, denn deine Route wird bis zum Eintreffen internationaler Hilfe fortgeführt; wenn dich Männer ohne Uniform auf ein Schlauchboot stoßen, ist es sehr wahrscheinlich, dass mit ihrem Verschwinden andere Räuber kommen, um dir alles wegzunehmen und dich dahin zu schicken, woher du gekommen bist. Ich habe die Flucht dreimal versucht, erst beim dritten Versuch habe ich nach vier Tagen Sizilien erreicht.“
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| Das Schiff Golfo Azzurro in Pozzallo |
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Freitag, 4. November 2016
Von der Schwierigkeit, Menschen aufzunehmen: Lampedusa
Es befinden sich ganze 850 Menschen im Hotspot von Contrada Imbriacola auf Lampedusa, einer Einrichtung (in teilweise unbenutzbaren Zustand), die nur auf 250, maximal 300 Menschen ausgelegt ist. Das hat zur Folge, dass den Menschen hier täglich Unmenschliches widerfährt. Auf Lampedusa sind Misshandlungen nur möglich, weil die Insel weit weg von Augen und Herzen der Öffentlichkeit liegt. Hier wird Minderjährigen, Frauen und anderen Menschen, die besonderen Schutz brauchen Leid angetan, das wider das Gesetz ist. Hier werden Menschen festgehalten, ohne sie nach dem Geschlecht zu trennen, ohne dass mehrere Monate etwas passiert. Hier können sie vor der Öffentlichkeit und vor humanitärer Hilfe verwahrt werden, in einem Hotspot, der off-limits ist und den Zugriff erschwert.
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Montag, 10. Oktober 2016
Die Erinnerung weniger, das Schweigen vieler. Drei Landungen und 29 Leichen in Pozzallo
„Ich
bin geflohen, nachdem ich 40 Tage in einer Kaserne in Libyen
eingeschlossen war. Ich wurde mit dem Tod bedroht, meiner Dokumente
beraubt und mit Gürteln verprügelt. Ich habe jegliches Zeitgefühl verloren, die Fähigkeit,
den Tag von der Nacht zu unterscheiden. Erst als ich in Italien
angekommen war, habe ich wirklich verstanden, wie viel Zeit vergangen
war und als ich mich ansah, konnte ich mich selbst kaum wieder erkennen.“
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| Das Schiff des MOAS* „Topaz Responder" in Pozzallo |
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Dienstag, 2. August 2016
Wir sitzen unter'm Holderbusch und machen alle husch, husch, husch
Das ist nicht nur ein beliebter Kinderreim, sondern beschreibt treffend den Zustand der Geflüchteten auf den Rettungsboten. Hier warten sie darauf, am Ankunftshafen identifiziert und mittels Fingerabdrücken erfasst zu werden. Sie sitzen am Boden, so dass diejenige auf sie herabschauen, die über ihr Schicksal entscheiden.
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Mittwoch, 29. Juni 2016
Migrant*innen, wenig Wasser und keine Pause bei den Verlegungen. Ein Polizist: „Wenn es Probleme gibt, kümmern wir uns darum.“
Aus MeridioNews
„Wir sollen niemanden aus den Autobussen aussteigen lassen, sonst endet es damit, dass alle die Pisserei bekommen.“ Das ist der Befehl eines Polizisten an die Fahrer*innen der 15 Busse bei der Abfahrt aus dem Hafen von Catania nach einer der letzten Anlandungen in der Hauptstadt der Ätna-Region. „Das ist eine Praxis, die sich wiederholt“, beklagt Giulia Capitani von Oxfam Italien.
„Wir sollen niemanden aus den Autobussen aussteigen lassen, sonst endet es damit, dass alle die Pisserei bekommen.“ Das ist der Befehl eines Polizisten an die Fahrer*innen der 15 Busse bei der Abfahrt aus dem Hafen von Catania nach einer der letzten Anlandungen in der Hauptstadt der Ätna-Region. „Das ist eine Praxis, die sich wiederholt“, beklagt Giulia Capitani von Oxfam Italien.
Anlandungen in Agrigento und Palermo: “Wo ist mein Mann? Helfen Sie mir, bitte!!”
Am Samstag,
25. Juni kamen mit dem Schiff der Küstenwache “Diciotti” 886 Migrant*innen in
Palermo an, unter ihnen ca. 150 Frauen, alle sehr jung, und 96 Minderjährige.
Die aus Nigeria, Gambia, Elfenbeinküste, Guinea und Senegal stammenden
Migrant*innen sind nur einige Stunden in der sizilianischen Hauptstadt
geblieben. Nur 13 kamen aus Eritrea, unter ihnen 3 Mädchen, die sich bewusst
als volljährig ausgegeben hatten, trotz der genauen Informationen, die durch
die IOM* vermittelt wurden.
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| Die “Diciotti” – Foto: Alberto Biondo |
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unbegleitete Minderjährige Geflüchtete
Mittwoch, 23. März 2016
Non è un film - Es ist kein Film
Wir möchten als Überschrift für diesen Blogbeitrag den Titel eines bekannten Liedes von Fiorella Mannoia nehmen, um die Anlandungen während des letzten Wochenendes auf Sizilien zu beschreiben – Landungen in fast allen Häfen der Insel, von Pozzallo bis Augusta, in Messina, Lampedusa und Palermo.
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Villa Sikania
Donnerstag, 31. Dezember 2015
Zum Glück ist das Jahr 2015 zu Ende
Die
Zahlen von 2015 sind furchtbar, sie erinnern an Morde, an tägliche Katastrophen
ohne Unterbrechung, die von einer Politik geschürt werden, die ihren Kurs nicht
mal vor dem Hintergrund rassistischen Abdriftens und Kindestoden korrigiert.
931
- 237 - 150 - 200 - 73, das sind nur die jüngsten Zahlen der Angekommenen, der
Minderjährigen, der marokkanischen Staatsbürger*innen, der im neuen Hotspot in
Trapani festgehaltenen Geflüchteten und derer, die tagelang in Agrigento
protestiert haben.
Zahlen
und Tatsachen, die offenbaren, dass 2015 genauso endet wie es angefangen hat:
im totalen Chaos, in der Gleichgültigkeit der Institutionen und im Eingreifen
der Freiwilligen und Aktivist*innen, die es dem System noch erlauben, auf den
Beinen zu bleiben und nicht zu implodieren.
Mittwoch, 21. Oktober 2015
Trapani. Aufnahmemaschinerie außer Kontrolle
Anlandung ohne Ende, unbegleitete
minderjährige Flüchtlinge allein gelassen: 5 Monate zum Ausfüllen des Modells
C3*, 18 Monate Wartezeit für einen Termin vor der Gebietskommission, kein
Taschengeld mehr. Und schließlich ein Lager mit 600 Migranten, um auf „unserer“
Erde zu arbeiten und Oliven zu ernten für „unser“ extra reines Öl.
Donnerstag, 2. Juli 2015
Was für Aufnahmebedingungen warten auf die Flüchtlingen nach der Ausschiffung im Hafen von Catania?
Am Dienstag, dem 30.6, ist das norwegisches
Schiff SIEM PILOT (Teil der Operation TRITON)
angekommen, das 419 Flüchtlinge am Hafenplatz 11 von Hafen in Catania
gebracht hat. Die Passagiere kamen aus Nigeria, Ghana, Eritrea, Senegal, Sudan,
Elfenbeinküste und Bangladesch. Wie auch bei anderen Anlandungen zuvor, waren
viele Medien und humanitären Organisationen vor Ort, die aber in den folgenden
Phasen keine Präsenz mehr zeigen.
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