siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Montag, 9. Oktober 2017

Niemand soll es wissen

Beim letzten Gipfeltreffen in Paris haben die Vertreter*innen Frankreichs, Italiens, Deutschlands, Spaniens und der Institutionen der europäischen Union ihr gemeinsames Vorgehen bestätigt. Ihre Strategie sieht die Kooperation mit diktatorischen Staaten vor. Auf diese Art werden sie zu einer Art Geldautomat für die blutrünstigen Milizen, deren Aufgabe es ist, und zunehmend sein wird, die Überfahrten zu verhindern, koste es, was es wolle. Wichtig ist, nichts von dem durchsickern zu lassen, was in Afrika geschieht. Daran haben sich Minniti und die italienische Regierung die Hände schmutzig gemacht. Indiskrete Beobachter*innen wurden beiseite geräumt und so wurden die Boote der humanitären Hilfsorganisationen als unerwünschte Zeug*innen aus dem Mittelmeer entfernt.

Abgewiesene Asylsuchende aus Tunesien am Bahnhof in Palermo

Montag, 3. Oktober 2016

Kanonenfutter

Ich sitze an einem Tisch mit zwei Angestellten eines CAS* in Trapani. Wir reden über einige Probleme, die sich in den Zentren eingeschlichen haben, nicht nur in dem Trapanis. Wir werfen einen Blick auf mögliche praktische Lösungen und auf die Analyse, die in diesem Zusammenhang mit ihrer ganzen Härte zu Tage tritt: „Sie sind Kanonenfutter, die Erwachsenen und die Minderjährigen, die Frauen und Männer, vielerorts gibt es ihnen gegenüber keinerlei Aufmerksamkeit, von den Institutionen bis hin zu den gestressten und überforderten Angestellten. Vorfälle, die dem Stress geschuldet sind, bei denen die Schuldigen immer die Migrant*innen sind und immer die gleichen Protagonist*innen zu bezahlen haben. Angestellte, die sich immer weiter von den Bedürfnissen der Leute entfernen, da sie nicht bezahlt werden und oft keine Antworten auf die drängenden Fragen der Migrant*innen haben, die durch den Fleischwolf gedreht werden, ohne Möglichkeit, unversehrt aus der Sache herauszukommen.“

Montag, 5. Oktober 2015

In Catania um nicht zu vergessen und gemeinsam für die Rechte aller zu kämpfen

Organisiert vom Antirassistischen Netzwerk Catanias, von Borderline Sicilia, von Catania Città Felice und vom Netzwerk der Befreundeten Städte fand letztes Wochenende in Catania eine Veranstaltung zum Gedenken an die 366 Opfer der Katastrophe zur See am 3. Oktober 2013 statt. 
Zu diesem Anlass haben sich auch einige der 32 Migranten eingefunden, die am 30. September 2015 im Hafen von Catania nicht mehr weiterkamen, weil sie sofort eine unrechtmässige Verweisung des Landes erhalten hatten. Sie waren darum ohne Aufenthaltserlaubnis und absolut recht- und mittellos.

Samstag, 3. Oktober 2015

Pressemitteilung Borderline Sicilia: Mit unrechtmäßigen Zurückweisungen wird der Feiertag des 3. Oktober begangen

Mit Empörung haben wir erfahren, dass das Polizeipräsidium Ragusa am vergangenen Montag, den 28. September, Zurückweisungsanordnungen an 22 Migranten im CSPA* in Pozzallo zugestellt hat. Darunter auch an 9 Frauen, von denen zwei bereits als minderjährig identifiziert wurden und eine schwanger ist.
Ihre Nationalitäten: Madagaskar, Komoren, Ägypten und Somalia. Zeugen geben an, dass die Migranten, nachdem sie gegen etwa 20 Uhr vor die Tür des Zentrums gesetzt worden waren, wenige Minuten durch die Straßen Pozzallos irrten, bis sich ihnen ein Kleinbus näherte und der Fahrer ihnen anbot, sie aus Sizilien wegzubringen. 

Donnerstag, 17. September 2015

Schiffsunglück vom 3. Oktober vor Lampedusa, die Staatsanwaltschaft fordert 80 Jahre Gefängnis für 6 Angeklagte

Sie sind noch auf der Flucht, Ermias Ghermay und John Mahray, die wahren Drahtzieher des Menschenhandels. Zusammen mit den Angeklagten hatten sie ein ausgezeichnetes System aufgebaut, das auf einen zentralen Kern in Libyen und Eritrea und zwei Keimzellen in Italien aufbaute: einer in Agrigento und einer in Rom.

Donnerstag, 16. Juli 2015

Lampedusa: wegen Verunglimpfung der europäischen Fahne angezeigt

Am Montag, 13. Juli um 11:00 Uhr dem alten Hafen gegenüber und unterhalb von Porto M, dem neuen Sitz von Askavusa, war man dabei, eine Szene des Films „Lampedusa“ zu drehen, in dem es um Schiffbrüchige und Migration geht und der die doppelte Rolle der Ordnungshüter und Streitkräfte, als Helfer und Militär, preisen wird.

Freitag, 10. Oktober 2014

Inside Italy: „Wenn die Operation Mos Maiorum bis nach Syrakus gekommen wäre“

Wenn ihr einmal in Syrakus vorbeikommt – ich selbst hab es getan, weil ich am Oltremare Festival teilgenommen habe - dann besucht die Süßwasserquelle Fonte Arethusa, die sich auf der Insel Ortigia befinden, dort wo die Stadt Syrakus errichtet wurde. Hier sprudelt eine teils unterirdische Süßwasserquelle, deren Wasser ins Meer fließt. Süß- und Salzwasser vermengen sich dann in Windeseile und wunderschöne Zyperngräser gedeihen.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Lampedusa, die Kehrseite der Gedenkfeier zum 3. Oktober: Strafanzeigen gegen die Retter des Bootsunglücks

Wir veröffentlichen den Aufruf des Vereins Askavusa  in Solidarität mit Alessandro Marino und Grazia Migliosini. Beide, die beim Bootsunglück  vom 3. Oktober 2013 retteten, wurden vom Journalisten Valerio Cataldi wegen verbaler Aggression angezeigt.
Lesen Sie unten die Stellungnahme von Alessandro Marino.

Samstag, 4. Oktober 2014

Morgen werden wir die Schiffbrüchigen sein

Der 3. Oktober auf Lampedusa  zwischen Defilee der Politiker_innen und Gedenken
„Wegen Trauerfall geschlossen. In der Stille und dem Rispekt gegenüber unseren Brüdern und Schwester, die auf dem Meer vor Lampedusa gestorben sind“ liest man auf den Anschlägen an den geschlossenen Türen einiger Geschäfte auf Lampedusa. Doch die Stille ist es, die auf sich warten lässt.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Unser 3. Oktober. Ein Jahr nach dem Massaker von Lampedusa. Nicht ein Tag des Gedenkens, sondern der Mobilisierung

Der Jahrestag des 3. Oktober, als 368 Frauen, Männer und Kinder ihr Leben aufgrund eines Schiffbruchs verloren, findet in einer Welt statt, die von einer großen Anzahl asymmetrischer und unbekannter Konflikte geprägt wird, welche seit Jahrzehnten den Planeten kennzeichnen. Von Guantanamo zu den Halsaufschlitzern im Iraq, über zehntausende Tote in der Ukraine, in Gaza und Syrien, den erneuten Bürgerkrieg in Libyen und den verbrecherischen blutigen Diktaturen am Horn von Afrika. Die selbe Kultur des Hasses und des wirtschaftlichen Kalküls, in dem der Mensch und seine Wünsche nie an erster Stelle stehen, materialisiert sich in einem Horizont aus Zerstörung und Krieg, der in seiner Intensität und der globalen Modalitäten wahrscheinlich ohne Vorgänger ist.

Montag, 30. Dezember 2013

Das Jahr 2013: Katastrophe ohne Ende! Um Menschenrechte ging es nur am Rande.

süddeutsche.de - Als im Oktober vor Lampedusa fast 400 Menschen ertranken, war Europa erschüttert. Eine Änderung in der Flüchtlingspolitik schien die einzig richtige Reaktion. Seitdem hat sich viel getan - doch um die Menschenrechte ging es dabei nur am Rande.

Dienstag, 17. Dezember 2013

„Das Lager“ von Lampedusa – Die entkleideten Migranten im Zentrum „Imbriacola"

Meltingpot - Ausgezogen, eingereiht, gedemütigt und einer Desinfektion unterzogen. Das sind die Bilder die vom TG2 (zweite staatliche Fernsehen) im Zentrum „Imbriacola“, auf Lampedusa aufgezeichnet wurden. Szenen die an längst vergangene Bilder erinnern und  die keiner mehr sehen wollte: Frauen, Männer, Eritreer, Somalier, Syrer, Ghanesen, Kurden, nackt im Innenhof des Erstaufnahme- und Hilfe-Zentrums.  Sie werden von einem Wasserstrahl abgespritzt. Die Desinfektion soll ein Krankheit bekämpfen, die im Zentrum fast zum Protokoll gehört. Jedoch, in fast allen Fällen, infizieren sich Migranten erst in Italien mit der Krankheit, wegen den „Aufnahme-Bedingungen“ denen sie ausgesetzt sind.

Montag, 18. November 2013

Erneut 61 Flüchtlinge vor Lampedusa entdeckt

handelsblatt - Vor Lampedusa hat die Küstenwache erneut Flüchtlinge aus dem Meer gefischt. Nach Angaben des dafür zuständigen Marinestabs trieb das Boot mit 61 Menschen aus Afrika südlich der Mittelmeerinsel. Bei der Rettung sei auch ein Flugzeug im Einsatz gewesen. Am 3. Oktober waren 336 Menschen vor Lampedusa ertrunken. Aber auch danach machen sich immer wieder Flüchtlinge auf den Weg.