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siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Freitag, 15. Dezember 2017
Permanentes Völkertribunal zur bislang straflosen Verletzung der Menschenrechte von Migrant*innen und Geflüchteten tritt in Palermo zusammen
Das Permanente Völkertribunal wurde in Palermo einberufen, um zu prüfen, ob die politischen Strategien und Praktiken der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten, in erster Linie Italiens, Verletzungen des Völkerrechts oder der Menschenrechte von Migrant*innen und Geflüchteten darstellen.
Wir sind keine Schleuser
Vita.it – Tag und Nacht haben sie gearbeitet, um das Haus des Weihnachtsmanns fertigzustellen. Einer hat Holz gehackt, ein anderer den Schlitten oder den Baum lackiert, wieder einer hat Blätter für die kleinen Gestecke gesammelt und der nächste das Moos und die Steine für die Höhle. Zwischen dem Besuch bei eine*m Anwält*in und dem Telefonat mit den Eltern im Senegal oder in Ghana, die noch bis vor kurzem, als sie im Gefängnis waren, gedacht hatten, sie seien tot. Zwischen dem einen und dem anderen hoffnungsvollen Wort. Bevor sie bei den Carabinieri unterschreiben, so wie sie es jeden Nachmittag tun, bevor sie ins Gefängnis zurückkehren.
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| Foto:Alessandro Puglia, Vita.it |
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Zuccaro
Donnerstag, 26. Oktober 2017
Messina: multidisziplinäre Fortbildungsreihe für Mitarbeiter*innen der Aufnahmezentren für erwachsene Asylbewerbende
Die multidisziplinäre Fortbildungsreihe bietet ein komplettes Paket an und baut auf den spezifischen Kompetenzen der Partnerorganisationen des Programms OPENEUROPE auf. Dies dient dazu, die Kenntnisse der Mitarbeiter*innen des Aufnahmesektors für Asylbewerbende auf verschiedenen Gebieten zu erweitern und die Fähigkeit zu erhöhen, auf spezifische Bedürfnisse mit einer ganzheitlichen Herangehensweise einzugehen. Die drei Fortbildungstage werden die Themen der Kulturvermittlung (Oxfam Italia), des Rechts (Borderline Sicilia) und der Psychologie zur Früherkennung schwerer Traumata (MEDU) berühren.
Donnerstag, 5. Oktober 2017
Die Routen der Migrant*innen: Online-Karte mit Berichten, zwischen Folter und Missbrauch
Redattoresociale.it – Sie heißt „Esodi“ (it. für Abwanderungen) und wurde von Medici per i diritti umani (Medu - Ärzte für Menschenrechte) erstellt. Die Organisation hat die Berichte von über 2.600 Personen zusammengestellt, die die Wüste durchquert, die Grausamkeiten der libyschen Gefängnisse durchlitten und das Mittelmeer überquert haben. Barbieri: „Nicht nur Zahlenmaterial. Wir wollen verständlich machen, womit diese Menschen konfrontiert werden.“
Donnerstag, 6. Juli 2017
Oxfam, Borderline Sicilia, MEDU: „Misshandlung, Folter und illegale Haft in der Hölle von Libyen“
Ein neuer Bericht zeigt die täglichen Brutalitäten der lokalen libyschen Milizen an, der Schlepper und der kriminellen Banden, die gegenüber Migrant*innen in Libyen auf der Tagesordnung stehen. Ein dringender Appell, das Abkommen zwischen Italien und Libyen zu widerrufen und den Kurs der EU-Migrationspolitik zu ändern.
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| Foto: Ankunft auf Sizilien - Foto Alessandro Rota, Oxfam |
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Freitag, 4. November 2016
Widersprüche und Rechtsverletzungen im Hotspot* Pozzallo
Quelle: meltingpot.org
Erster
Bericht der Kampagne Overthefortress aus der Provinz Ragusa in
Süditalien
Ergänzt
durch Interviews mit Giuseppe Cannella von Medici per i diritti umani (Ärzte für Menschenrechte)
und Lucia Borghi von Borderline Sicilia
Die Einrichtung am Hafen von Pozzallo ist ein ehemaliges CPA, ein Erstaufnahmezentrum, und heute eins der vier italienischen Zentren, wo das "Hotspot Verfahren" angewandt wird. Wir möchten hier daran erinnern, dass das "Hotspot Verfahren" durch ein Rundschreiben des Innenministeriums und nicht durch ein Gesetz definiert wird und dass das Verfahren schon auf dem Meer anfängt. Hauptziele sind die Identifizierung der Migrant*innen, auch durch die Zwangsabgabe der Fingerabdrücke und die Erkennung der mutmaßlichen Schleuser. Theoretisch sollten diese Einrichtungen Transitstellen sein, in der Praxis jedoch werden sie zu Orten, wo die Migrant*innen auch für längere Zeit verweilen, ohne jegliche gesetzlichen Vorschriften. Borderline Sicilia hat mehrmals die Rechtsverletzungen angezeigt, insbesondere die Verletzung des Rechts auf individuelle Information und die Anordnungen von zeitversetzten Rückführungen, die in der Tat die Migrant*innen daran hindern, internationalen Schutz zu beantragen.
Wir haben Lucia Borghi von Borderline Sicilia, einer Organisation, die sich seit Jahren mit dem Monitoring der Region beschäftigt, gebeten, uns die Lage zu erklären.
Das Hauptanliegen der Regierung ist die Erkennung der mutmaßlichen Schleuser: Die Nachforschungen beginnen schon auf den Booten und deswegen wird sogar die Hilfe für die Migrant*innen als zweitrangig eingestuft. Die Praxis läuft nach vorgefertigten Leitlinien ab: Pro Boot ist die Festnahme von zwei Personen vorgesehen, die dann als mutmaßliche Schleuser den Medien vorgestellt werden, um die Belobigung der EU für die geleistete Arbeit zu ernten. Diese Praxis beinhaltet mehrere Wiedersprüche: Die mutmaßlichen Schleuser berichten, dass sie selbst in der Tat auch nur Opfer des Menschenhandels sind, die erst wenige Stunde vor der Abfahrt die nötigen Anleitungen von den wahren Schiebern in Libyen, als Tausch gegen einer Preisreduzierung der Überfahrt, bekommen und sich eingeprägt haben. Diese Aussage wird von der Tat bestätigt, dass viele von ihnen aus Ländern stammen, die weit weg vom Meer sind und dass sie deswegen absolut keine nautischen Kompetenzen haben. Nachdem die Boote den Hafen erreicht haben, ist die Bereitschaft der Regierung, den Migrant*innen eine würdevolle Aufnahme zukommen zu lassen, rundweg geringer als die, die in die polizeilichen Ermittlungen gesteckt wird.
Die Migrant*innen sollten höchstens 48 bis 72 Stunden im Hotspot bleiben, bevor sie woanders untergebracht werden. In Wirklichkeit aber passiert etwas ganz anderes: Fast alle bleiben wochenlang hier. Die offizielle Erklärung lautet: Im Aufnahmesystem gibt es nicht genügend Plätze, hauptsächlich für die unbegleiteten Minderjährigen und für die besonders Schutzbedürftigen. So entsteht eine paradoxe Lage – gerade diejenigen, die aufgrund ihrer unbestrittenen Schutzbedürftigkeit als erste diese Einrichtung verlassen sollten, sind die, die hier am längsten verweilen. Wir haben auf den Straßen in der Nähe des Hafens vier Minderjährige getroffen und alle vier haben uns mündlich versichert, dass sie am 12. September angekommen sind. Nach den ersten 72 Stunden dürfen die Migrant*innen das Zentrum verlassen. Das geschieht aber nicht aus Gutmütigkeit: Früher war jeglicher Ausgang verboten, aber wenn sehr viele Menschen eine sehr lange Zeit in einem sehr überfüllten Ort eingeschlossen werden, führt das zu Problemen und Spannungen. Es darf nicht vergessen werden, dass die Einrichtung offiziell für 180 bis 200 Menschen gedacht wurde, in der Tat aber bis zu 600 Menschen und mehr beherbergt. Sie besteht aus zwei extragroßen Räumen und somit ist es nicht möglich, die Frauen von den Männern und die Minderjährigen von den Erwachsenen zu trennen, wie es hingegen von den europäischen Richtlinien vorgesehen ist.
Giuseppe Cannella, ein Psychiater der MEDU (Ärzte für Menschenrechte), hilft uns, die Lage der Eingesperrten noch besser zu durchleuchten. Als Arzt fokussiert er seinen Blick insbesondere auf die Traumata, die vor, während und nach der Reise auf die Migrant*innen eingewirkt haben. Fast alle kommen über Libyen, einem Land, das wie eine wahrhaftige Hölle beschrieben wird. Die Migrant*innen berichten über Entführungen und systematische Gewaltanwendung ihnen gegenüber. Sowohl bewaffnete Banden als auch Polizisten nehmen willkürlich Menschen fest und verlangen Lösegeld damit das Opfer seine Reise fortsetzen kann. In diesen Gefängnissen wird die Folter telefonisch live übertragen, um Geld von Freund*innen oder Verwandten zu erpressen. Wer das Geld nicht zusammenbekommt, der wird gezwungen unter unmenschlichen Bedingungen zu arbeiten, um seine Schulden zu begleichen oder sein Schicksal ist noch schrecklicher.
Wir unterstreichen, dass ALLEN die gleiche Behandlung widerfährt, ganz egal ob Mann, Frau oder Kind. Sie sind durch diese Gewalt gekennzeichnet und mit diesen Verletzungen treten sie den Gräueln der Reise über das offene Meer entgegen. Giuseppe erzählt uns, dass auch nach der Rettung die Uniformen und die Waffen - in einer menschenentwürdigenden Beziehung - bei den Migrant*innen eine weitere, erneute Traumatisierung bewirken. Diese entwürdigende Haltung wird auf dem Kai fortgesetzt: Ihre Namen werden durch Nummern ersetzt und sie selbst werden als Sache behandelt. Ein klares Beispiel: Wenn in einem überfüllten Raum den an Krätze erkrankten Migrant*innen zugerufen wird, sie sollen zur Seite gehen.
Es ist schwierig, die Gefühle zu beschreiben, die uns überkommen, wenn wir, beim Anblick des Meeres, das als Kulisse dieser Ereignisse dient, ganz in der Nähe der zerfallenen Boote und der Berge an Rettungswesten, diesen Erzählungen zuhören. Wir fragen nach und diskutieren untereinander über die erfahrenen Berichte und doch am Ende bleibt die Verwirrung, nachdem uns die jungen Afrikaner*innen trotz alledem, was ihnen widerfahren ist, antworten: „I’m fine“. Es ist schwierig, all die Informationen, die wir in den ersten Tagen unserer Reise bekommen haben, gebündelt wiederzugeben, aber eines ist klar: Der Hotspot* Pozzallo und die unmenschlichen Bedingungen, die dort herrschen, geben das Scheitern des italienischen und europäischen Aufnahmesystems wieder. Dieses Modell steht nicht für die Integration, an die wir glauben und das ist der Grund warum wir bald andere Beispiele kennenlernen und darüber berichten werden: Beispiele, die zeigen, dass Integration funktionieren kann, von unten und mit Erfolg.
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- Einezweimonatige Reise, von Sizilien nach Rom, entlang der zentralenMittelmeerroute (siehe die Karte und klicke auf die numerierten Icons, um weitere Infos zu erhalten)
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Folge uns : www.meltingpot.org
Hotspot*
– aus dem Englischen - ein Registrierzentrum für Flüchtlinge im
Schengener Raum
Aus
dem Italienischen übersetzt von A. Monteggia
Mittwoch, 14. September 2016
Nennt sie nicht Wirtschaftsflüchtlinge - Medu berichtet vom Exodus in Richtung Europa
Von Redattoresociale.it
Auf einer interaktiven Karte die Reise der Geflüchteten; von der Wüste bis zu den Schiffen. 90% sind Opfer von Gewalt, Misshandlung oder psychologischen Traumas. "Die Unterscheidung in Wirtschaftsmigrant*innen und Geflüchtete kann eine so komplexe Wirklichkeit nicht veranschaulichen."
Auf einer interaktiven Karte die Reise der Geflüchteten; von der Wüste bis zu den Schiffen. 90% sind Opfer von Gewalt, Misshandlung oder psychologischen Traumas. "Die Unterscheidung in Wirtschaftsmigrant*innen und Geflüchtete kann eine so komplexe Wirklichkeit nicht veranschaulichen."
Freitag, 2. September 2016
Wer stirbt, wer ankommt und wer bleibt. Der Hotspot in Pozzallo platzt aus allen Nähten
„Was
die Menschen in Europa nicht verstehen, ist, dass es für einen
Geflüchteten,
der in Libyen ankommt, weniger gefährlich ist, die Flucht
über das Mittelmeer zu wagen, als zurück in sein Ursprungsland
zurück zu gehen,“ sagt A., ein junger Mann aus dem Senegal, der
vor zwei Jahren nach Italien gekommen ist. Wie viele andere
Senegalesen verfolgt er die Rettungsmanöver im Mittelmeer von seinem
Fernseher aus. Dies tut er mit gemischten Gefühlen: Einerseits
empfindet er eine vorübergehende Erleichterung, andererseits kommt
in ihm Wut und Ohnmacht auf. „Wer noch nie in Libyen war, kann sich
nicht im Entferntesten vorstellen, wie es ist, dort um sein Überleben
zu kämpfen. So wie jeder hier in Europa ein Handy mit sich trägt,
trägt jeder Libyer
jeglichen Alters eine
Waffe mit sich – stets griffbereit. Aber das will hier in Italien
niemand hören,“ erzählt er weiter.
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| Die Handelsflotte Jaguar St. John’s im Hafen von Pozzallo - Ph. Lucia Borghi |
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Zurückweisungen
Dienstag, 9. Juni 2015
Das Aufnahmezentrum in Mineo: ein Aufnahmemodell, das inkompatibel mit der Würde des Menschen ist - Ein Bericht von Ärzte für Menschenrechte
Die
Organisation Ärzte für Menschenrechte (MEDU) hat den Bericht über das CARA*
in Mineo veröffentlicht. Der Bericht wurde am vergangenen 25. Mai vor der
Parlamentskommission für das System der Aufnahme, Identifikation und Behandlung
der Migranten präsentiert.
Montag, 25. Mai 2015
Anhörung von „Mediziner für Menschenrechte“ (Medu) durch den parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Aufnahmezentren für Migranten
Medu - In den ersten Monaten dieses Jahres ist die Diskussion über die Frage der Einwanderung und über die Vertretbarkeit des aktuellen Aufnahmesystems wieder entbrannt. Geschichten von Korruption, die bekannt wurden, wie jene der Mafia Capitale sowie die hohe Anzahl der übers Meer ankommenden Migranten drängen zu einer kontinuierlichen Überwachung der Aufenthaltsbedingungen und der Effizienz der Einrichtungen, die aktuell für ihre Aufnahme vorgesehen sind. Zu diesem Zweck hatte Medu heute eine Anhörung vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss bzgl. Aufnahmesystem, Identifikation und Behandlung der Migranten – dies dank der Mitarbeiter von Medu, die dauerhaft im Aufnahmezentrum für Asylsuchende von Mineo anwesend sind. Sie ist in Europa die Aufnahmeeinrichtung, die die höchste Zahl von Migranten beherbergt.
Dienstag, 28. Januar 2014
Identifikations- und Abschiebungszentren: Von Trapani und Milo bis Ponte Galeria, Schließung der völlig ungeeigneten Einrichtungen
MEDU – Rom, 28. Januar 2014 – Während im Identifikations- und Abschiebungszentrum (CIE, Centro di identificazione ed espulsione) Ponte Galeria in Rom 26 Migranten im Hungerstreik sind und 13 unter ihnen sich den Mund aus Protest gegen die unwürdigen Bedingungen in der Einrichtung und die übertrieben lange Dauer des Festgehaltenwerdens zugenäht haben, wird die Situation im CIE Trapani Milo immer kritischer.
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