siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Freitag, 2. September 2016

Wer stirbt, wer ankommt und wer bleibt. Der Hotspot in Pozzallo platzt aus allen Nähten

„Was die Menschen in Europa nicht verstehen, ist, dass es für einen Geflüchteten, der in Libyen ankommt, weniger gefährlich ist, die Flucht über das Mittelmeer zu wagen, als zurück in sein Ursprungsland zurück zu gehen,“ sagt A., ein junger Mann aus dem Senegal, der vor zwei Jahren nach Italien gekommen ist. Wie viele andere Senegalesen verfolgt er die Rettungsmanöver im Mittelmeer von seinem Fernseher aus. Dies tut er mit gemischten Gefühlen: Einerseits empfindet er eine vorübergehende Erleichterung, andererseits kommt in ihm Wut und Ohnmacht auf. „Wer noch nie in Libyen war, kann sich nicht im Entferntesten vorstellen, wie es ist, dort um sein Überleben zu kämpfen. So wie jeder hier in Europa ein Handy mit sich trägt, trägt jeder Libyer jeglichen Alters eine Waffe mit sich – stets griffbereit. Aber das will hier in Italien niemand hören,“ erzählt er weiter.

Die Handelsflotte Jaguar St. John’s im Hafen von Pozzallo - Ph. Lucia Borghi

Dienstag, 2. August 2016

Wir sitzen unter'm Holderbusch und machen alle husch, husch, husch

Das ist nicht nur ein beliebter Kinderreim, sondern beschreibt treffend den Zustand der Geflüchteten auf den Rettungsboten. Hier warten sie darauf, am Ankunftshafen identifiziert und mittels Fingerabdrücken erfasst zu werden. Sie sitzen am Boden, so dass diejenige auf sie herabschauen, die über ihr Schicksal entscheiden. 

Mittwoch, 22. Juni 2016

Westsizilien: Eine Höllenwoche


Foto von Alberto Biondo
Das ist die einzige Erklärung für die Tatsache, dass das Ministerium seit dem 25. Mai immer noch nicht die Genehmigung erteilt hat, die mehr als 200 Personen, die sich im Hotspot Milo aufhalten zu verlegen. Diese Migrant*innen, unter ihnen Frauen und ca. 20 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, sind alle identifiziert worden und werden dort unrechtmäßig festgehalten: Und die einzigen Nutznießer dieser Situation sind die Kassen der Badiagrande.  

Freitag, 4. September 2015

Migranten: Ein Schlauchboot sinkt vor Libyen, ein Toter. Auf dem Patrouillenboot wird ein Kind geboren.

Repubblica.it – Italienische Rettungseinheiten helfen den Schiffsbrüchigen, es wird nach den Vermissten gesucht. 23 Menschen wurden als vermisst gemeldet. Migranten erreichen Messina, Augusta und Cagliari. Das Patrouillenboot wird nach einer Rettung mit einer blauen Schleife geschmückt.
In der Odyssee der Migranten gehen Tod und Hoffnung weiterhin Hand in Hand. Der Leichnam eines Migranten wurde vom Personal der Küstenwache und der Finanzwache geborgen. Diese haben wenige Meilen vor der libyschen Küste 91 Personen in Sicherheit gebracht, die auf einem halb gesunkenen Schlauchboot in Richtung Italien unterwegs waren. In diesen Gewässern wird auch die Suche nach eventuellen Vermissten fortgeführt. Die Küstenwache nach dem Eingang eines Notrufs drei Wachboote aus Lampedusa und eine Einheit der Finanzwache zu dem havarierten Schlauchboot geschickt.

Sonntag, 14. Juni 2015

Migranten: Catania, die Ankünfte, die Personen und die Nummern

Von Valeria Brigida  - IlFattoQuotidiano 
Die junge Frau merkt nicht, dass ihr Baby, das sie auf dem Arm hält, ein Schühchen verliert, als sie auf dem Weg ist vom Schiff Bulwark zum Pavillon zu laufen, wo die Identifizierungen verteilt werden. Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes hebt das Schühchen auf, folgt der Frau und gibt ihr das Schühchen zurück. Sie lächelt ihn an. Und gerade in dem Moment, wo sie ihren Arm ausstreckt, um das Schühchen anzunehmen, sehe ich auf ihrem Handrücken eine Zahl: die 55. Ich beobachte die Reihe Menschen, die schweigsam aus dem Inneren des Schiffes Bulwark heraustreten. Vor der Nummer 55 geht ein Mädchen, das auf dem Handrücken die Nummer 54 hat und hinter ihr ein weiteres Mädchen, eine weitere Hand: die Nummer 57. 

Freitag, 22. Mai 2015

Wer muss bezahlen?

Bei der Berichterstattung über die Migranten und ihre Aufnahme in Sizilien geht es fast immer um den ökonomischen Aspekt. Finanzierungen, verspätete, vorzeitige, fehlende Zahlungen und Proteste sind mittlerweile an der Tagesordnung. Erst vor wenigen Tagen erklärte der Bürgermeister von Pozzallo sein Bedauern und seine Empörung darüber, als bekannt wurde, dass von den 20 000 Euro aus Lampedusa, die von dem interministeriellen Ausschuss für Wirtschaftsplanung, der Cipe, bereitgestellt wurden, keinerlei Mittel für die Gemeinde Ragusa vorgesehen wurden. In einem Interview stellte er eindeutig klar, dass er seinen Protest fortsetzen und durchsetzen wolle, dass in diesem Fall in der Erstaufnahmeeinrichtung Cpsa* nicht mehr als 200 Personen aufgenommen werden sollen.

Freitag, 24. April 2015

Diese Vereinigung unserer Welten wird unser Rettungsring sein

Hafen von Catania, im August 2014
Abramo (Abraham) sucht in der Menge das Gesicht seines jüngeren Bruders.
„Er hat Somalia verlassen, er muss unter diesen Leuten sein, die vom Schiff kommen, aber ich kann mich nicht nähern. Hilf mir, ich bitte dich.“
Ich gebe ihm die Nummer meines Mobiltelefons und verschwinde in der Menge: auf dem Schiff der italienischen Militärmarine, die damals noch für die Operation Mare Nostrum unterwegs war, befinden sich etwa 200 Personen aus Subsahara Afrika – auch Leute aus Somalia!

Samstag, 18. Oktober 2014

An Land getrieben auf Marettimo

Frauen und Kinder klammern sich an den Felsen der Küste fest
La Repubblica – Gestern Abend  um 22 Uhr- nach  einem  Alarm über das Satellitentelefon -  beginnt  für die  Küstenwache  eine schwierige Rettungsaktion. 55 Personen in Seenot war es gelungen, die felsige Küste zu erreichen. Ihr Boot ist gesunken.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Das Aus für Mare Nostrum ist amtlich. Ab 1. November bleibt nur Triton

RedattoreSociale – Stop für Mare Nostrum, ab 1.November startet Triton, und die beiden Operationen werden nicht nebeneinander bestehen. Es war Sache des Innenministers Angelino Alfano die Entscheidung der Regierung heute während einer Informationsstunde in der Abgeordneten-Kammer bekannt zu geben. „Mare Nostrum wird nicht neben Triton weiterbestehen, sondern wird beendet. In Übereinstimmung mit dem Premierminister wird in einer nächsten Sitzungen des Ministersrates der Beschluss über die Beendigung der Operation gefasst“, sagte Alfano; „neben Italien werden 19 weitere Staaten an der Operation Triton teilnehmen, die von Frontex koordiniert wird. Das Budget von Frontex wird um zusätzliche 20 Mill. Euro für 2015 steigen. Die Operation wird 3 Mill. Euro (pro Monat) kosten, weniger als ein Drittel der Kosten von Mare Nostrum, und nicht nur Italien wird bezahlen.“

Dienstag, 7. Oktober 2014

Lampedusa, die Kehrseite der Gedenkfeier zum 3. Oktober: Strafanzeigen gegen die Retter des Bootsunglücks

Wir veröffentlichen den Aufruf des Vereins Askavusa  in Solidarität mit Alessandro Marino und Grazia Migliosini. Beide, die beim Bootsunglück  vom 3. Oktober 2013 retteten, wurden vom Journalisten Valerio Cataldi wegen verbaler Aggression angezeigt.
Lesen Sie unten die Stellungnahme von Alessandro Marino.

Samstag, 29. März 2014

Mare Nostrum: Das Docklandungsschiff San Giorgio rettet 128 Migranten

www.marina.difesa.it, Presseerklärung Nr. 88
Gestern morgen machte der Helikopter EH-101, der zu der Luftflotte der Mission Mare Nostrum gehört und auf der San Giorgio stationiert ist, ein Migrantenboot südöstlich von Capo Passero aus.