siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Sonntag, 28. Dezember 2014

Von der Zukunft träumen während der unendlichen Wartezeit: Stimmen von Migranten in den Aufnahmezentren von Vittoria

Der bereits vor mehreren Jahren ausgerufene und immer noch fortdauernde „Notstand“ wird für sehr viele Migranten zu einer viel zu langen und unausgefüllten Wartezeit.
In den Erstaufnahmezentren wird die Verweildauer bei weitem überschritten, bevor das Verfahren für den Asylauftrag aufgenommen werden kann. Die Migranten bleiben zwei, drei, vier Monate, oft auch ein halbes Jahr, mit wenig mehr als ihrem Schlafplatz und den Mahlzeiten. Ihre ganze Hoffnung und ihr Streben ist der Erhalt der ersten Dokumente und der Beginn eines autonomen Lebens am Ort ihrer Landung in Europa.

Donnerstag, 11. September 2014

Nach der Ankunft: In Italien bleiben zwischen bürokratischen Wartezeiten und Verlegungen

Wir lesen nunmehr täglich über Anlandungen und Ankünften nicht nur an den Küsten Siziliens von Migranten. Diese Vorfälle müssen beobachtet und sorgfältig analysiert werden. Sie müssen insbesondere als Beobachtungsfenster über vergangene und zukünftige Ereignisse angesehen werden, nachdem sie bald nicht mehr im Rampenlicht stehen werden. Es ist nicht einfach, den Wegen der Migranten zu folgen, wenn sie sich einmal auf Festland befinden. Das gilt auch für diejenigen, die einen internationalen Schutz beantragen und die daher in ein Aufnahme- und Schutzsystem eingegliedert werden. Der nunmehr immerwährende Notstand erzeugt nämlich sehr prekäre Situationen im Hinblick auf die Unterbringung der Antragsteller, die durch häufige Verlegungen gekennzeichnet ist.

Freitag, 24. Februar 2012

Vittoria, gedemütigte und beleidigte ausländische Arbeiter

Von Antonello Mangano

„Wir arbeiten Tag und Nacht“, das sagte uns einer der Tunesier aus Vittoria. Einer von denen, die ihre eigenen Ersparnisse eingesetzt haben, um ein wenig Eigentum zu erwerben. Einer von denen, die einem dreißigjährigen System von Ausbeutung entkommen sind, das den Italienern grünes Gold (Gemüse) und den Ausländern Hunger garantiert hat. Ein heute erschienener Artikel in der Repubblica (italienische Tageszeitung) beschuldigt die Migranten  Strohmänner der Mafia zu sein. Ohne den Hauch eines Beweises.