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siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Montag, 18. Dezember 2017
Ein Hund ist mehr wert als ein Schwarzer
Ein Hund oder eine Katze können in Campobello di Mazara mit den Mitteln der Stadt für etwa 2.000 Euro von einem Tierarzt behandelt werden. Dagegen fehlen bei uns die Mittel, um die 1.800 Migrant*innen, die unsere Oliven pflücken, entsprechend zu entlohnen. Beim Surfen im Netz gefunden, bestätigt diese Meldung einmal mehr, dass bei uns die Migrant*innen weniger als nichts wert sind: ihnen können wir alle Freiheiten und Rechte vorenthalten, weil wir sie wie Tiere behandeln, die noch weniger wert sind als Hunde und Katzen.
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Donnerstag, 16. November 2017
Die neuen Sklav*innen
“Ein Freund hatte mir gesagt, dass ich Arbeit finden und die Möglichkeit haben würde etwas Geld zu verdienen. Ich muss weiterhin meine Frau und meine Kinder ernähren, nachdem ich meine Arbeit in Rom verloren habe, wo ich seit vielen Jahren lebe. Aber er hatte mir nicht gesagt, dass ich in diese Hölle geraten würde.“
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Mittwoch, 4. Oktober 2017
Alcamo und Campobello di Mazara: Kein Ende der Ausbeutung auf sizilianischen Feldern in Sicht
Einige Wochen nach unserem letzten Besuch in Campobello sind wir wieder hier, um die jungen Menschen zu besuchen, die im provisorischen Lager von Erbe Bianche leben. Die Zeltstadt hat sich in der Zwischenzeit stark vergrößert: Mehr als 400 Personen halten sich nun hier auf, in Erwartung der bald beginnenden Olivenernte.
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| Campobello di Mazara (TP) - Das provisorische Lager von Erbe Bianche |
Donnerstag, 7. September 2017
Campobello di Mazara: Prekäre Arbeitsbedingungen und Diskriminierung in der Landwirtschaft
Einer der wichtigsten Abschnitte der Saisonarbeit auf Sizilien ist sicherlich der von Campobello di Mazara. Jedes Jahr zwischen September und Dezember reisen bis zu 1.300 Hilfsarbeiter*innen an um bei der Olivenernte auszuhelfen, wobei die meisten von ihnen aus Ländern südlich der Sahara stammen. Die Situation ist komplex: während zu Beginn dieses Phänomens die meisten Arbeiter*innen in einer Gegend außerhalb der Stadt, Erbe Bianche genannt, ihre Lager aufschlugen, ist seit 2014 ein Bezirk rund um eine ehemalige Ölmühle hinzugekommen, welche zuvor von der Mafia konfisziert worden war.
| Das Camp in der Gegend Erbe Bianche, in Campobello di Mazara (TP) |
Freitag, 13. Januar 2017
Von den Unsichtbaren und Ausgenutzten
Zwei Monate ist es nun her, dass wir zum ersten Mal Campobello di Mazara in der Region Trapani in Sizilien besucht haben. Wir überprüften damals den Zustand des Camps in der ehemaligen Ölmühle und der dort untergebrachten Migrant*innen, die geblieben sind um Arbeit zu suchen. Uns haben zwei Afrikaner*innen kontaktiert, die uns mitteilten, dass sie vollkommen vernachlässigt werden durch die blinde Politik, durch die Gemeinde, die nicht nicht auf ihre Hilferufe hört, und durch die Ausbeutung, an der die Besitzer*innen von Obstbaumplantagen großen Gefallen finden, die mithilfe der Migrant*innen den Plantagen zu ihrer Wirtschaftlichkeit verhelfen.
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| Die ehemalige Ölmühle, die aus den Händen der Mafia beschlagnahmt worden ist, Campobello di Mazara - Ph. Alberto Biondo |
Mittwoch, 30. November 2016
Rückkehr in die Hölle
„Ich
bin zum ersten Mal in dieser Hölle. Ich wohne in Brescia, wo ich
zusammen mit meinem Vater gearbeitet habe. Aber seit der Krise haben
wir nichts mehr zum Leben. Wir haben unsere Lizenz als Wanderhändler
verloren und mein Vater ist krank geworden. Wir leben in einer
armseligen Hütte und ich reise durch Italien, um auf dem Land zu
arbeiten. Einige Freunde haben mir gesagt, ich solle nach Campobello
kommen, um Oliven zu ernten und ein bisschen Geld zu verdienen.
Stattdessen schlafe ich an diesem Ort, kann nichts essen, da ich kein
Geld habe. Meistens muss ich den ganzen Tag arbeiten, um zwanzig Euro
zu verdienen, denn hier beuten sie dich bis aufs letzte aus.“

Freitag, 4. November 2016
Von der Schwierigkeit, Menschen aufzunehmen: Trapani
Drei Ausschiffungen pro Woche sind auch für Trapani, wo es keinerlei Perspektive für die Ankommenden, sondern nur unüberwindliche Mauern gibt, zu viel. Mehr als 1000 Menschen bei drei Ausschiffungen haben den Mechanismus eines Hotspots*, der im allgemeinen besser als andere funktioniert, auf eine harte Probe gestellt.

Dienstag, 25. Oktober 2016
Das Tagebuch von Campobello di Mazara
Wir sind Simon und Verena, zwei Anthropologiestudierende aus Bozen, die sich entschieden haben einen der Schauplätze der Migration zu besuchen, von denen uns unsere Freund*innen von Borderline Sicilia "erzählt" haben. Wir wollten diese Wirklichkeit mit unseren eigenen Augen sehen, dazu haben wir die Aktivist*innen von Campobello für mehr als einen Monat in einem Dorf begleitet, indem sich zurzeit wegen der Olivenernte viele Migrant*innen aufhalten. Unsere Erfahrungen haben wir versucht in einem Tagebuch festzuhalten.


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Sonntag, 1. November 2015
Die Zeltstadt von Campobello di Mazzara
Im Herzen von Campobello di Mazzara, wo der Olivenanbau eine 30-jährige Geschichte hat, ist es bis jetzt niemandem gelungen, Alternativen zu den beschämenden und menschenunwürdigen Erntemethoden zu finden; Wieder einmal müssen wir über die Ausbeutung der Migranten während der Ernte sprechen. Wir sind erneut zu der Zeltstadt gefahren, um die Problematik besser zu verstehen, die sich hinter der Ausbeutung in Campobello verbirgt.
Sonntag, 27. Oktober 2013
Bericht aus der Hölle in Campobello di Mazara
Cobas Antirazzisti – Gestern sind wir
nach Campobello zurückgekehrt. Die Jugendlichen der Bewegung aus
Campobello haben bereits das Zelt des italienischen Roten Kreuzes
aufgebaut (das in Wirklichkeit von einer Stiftung aus Mazara zur
Verfügung gestellt wurde!) und am Nachmittag konnten die
Krankenschwestern bereits untersuchen. Viele Menschen stehen im Hof
einer ebenfalls privaten Einrichtung Schlange. All dies erfolgt ohne
Genehmigung, da die Vereinbarung mit dem Roten Kreuz erst am Montag
vom Staatskommissar unterzeichnet wird. Vielleicht werden wir einmal
wöchentlich Rechtsberatung anbieten. Viele der Migranten – aus dem
Senegal, Sudan, Ghana, Elfenbeinküste … – sind seit einem Monat
dort und haben überhaupt nicht gearbeitet!
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