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siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Montag, 18. Dezember 2017
Ein Hund ist mehr wert als ein Schwarzer
Ein Hund oder eine Katze können in Campobello di Mazara mit den Mitteln der Stadt für etwa 2.000 Euro von einem Tierarzt behandelt werden. Dagegen fehlen bei uns die Mittel, um die 1.800 Migrant*innen, die unsere Oliven pflücken, entsprechend zu entlohnen. Beim Surfen im Netz gefunden, bestätigt diese Meldung einmal mehr, dass bei uns die Migrant*innen weniger als nichts wert sind: ihnen können wir alle Freiheiten und Rechte vorenthalten, weil wir sie wie Tiere behandeln, die noch weniger wert sind als Hunde und Katzen.
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Montag, 7. August 2017
Retter*innen kriminalisieren und Bewaffnete unterstützen: Die neuen Strategien im Kampf gegen die Migrant*innen
Das Schiff Golfo Azzurro der NGO Proactiva ist am Donnerstag Morgen im Hafen von Catania eingelaufen. An Bord befanden sich 490 Migrant*innen, darunter zahlreiche Überlebende eines Schiffsunglücks. Mindestens acht Menschen sind ums Leben gekommen, sie werden auf dem Schiff Vos Hestia an Land gebracht. Der Verdacht bleibt, dass weitere tote Körper verschwunden sind, die zu schnell vom Meer verschluckt wurden.
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Samstag, 24. Juni 2017
Willkommen Menschlichkeit!
“Uns erwartet ein Planet voller Türen, auf dem die einzige Entscheidung die zählt ist, das Durchgangsrecht zu gewähren oder es zu verwehren“ (Mohsin Amid, Exit West).
In einer kurzen Zeitspanne von 8 Tagen sind 1800 Migrant*innen in Palermo angekommen – auf zwei unterschiedlichen Schiffen, der Vos Prudence (Ärzte ohne Grenzen) und der Diciotti von der italienischen Küstenwache. Zwei unterschiedliche Ankünfte mit zwei unterschiedlichen Geschichten…. Eine andere Annäherung an die Wirklichkeit der Einwanderung.
In einer kurzen Zeitspanne von 8 Tagen sind 1800 Migrant*innen in Palermo angekommen – auf zwei unterschiedlichen Schiffen, der Vos Prudence (Ärzte ohne Grenzen) und der Diciotti von der italienischen Küstenwache. Zwei unterschiedliche Ankünfte mit zwei unterschiedlichen Geschichten…. Eine andere Annäherung an die Wirklichkeit der Einwanderung.
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Samstag, 3. Juni 2017
Wir verteidigen die 7 mächtigen Bestimmer und töten unzählige Unschuldige
Am Sonntag, den 28. Mai 2017 wurde im Anschluss an das Anlegen des italienischen Schleppers Vos Thalassa „Der Tod und die Verzweiflung“ gegeben. Auf dem Schlepper befanden sich 1040 Personen, Männer, Frauen und Kinder, zusammengepfercht wie Tiere. Die geretteten Migrant*innen blieben vier Tage auf dem Schiff. Ihnen stand nur eine einzige sanitäre Einrichtung zur Verfügung. Ausreichend Nahrung gab es nicht. Durchnässt schliefen sie im Freien. Sie reisten Seite an Seite mit 7 geborgenen Leichen, da das Schiff nicht für die Bergung von Toten auf dem Meer ausgerüstet ist.
Samstag, 6. Mai 2017
Die Ankunft der „Vos Prudence“ in Catania
Gestern morgen brachte das Schiff Vos Prudence von Ärzte ohne Grenzen im Hafen von Catania die leblosen Körper von weiteren sechs an den Grenzen Europas Getöteten an Land. Fünf davon sind junge Frauen, deren Körper aller Wahrscheinlichkeit nach ungefähr eine Woche im Meer getrieben sind und in internationalen Gewässern, d.h. 42 bis 20 Seemeilen von der libyschen Küste entfernt, aufgesammelt wurden; bei dem sechsten Toten handelt es sich um einen Mann, die Leiche war von der Vos Hestia, einem Schiff der Organisation Save the Children übergeben worden.
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| Das Schiff Vos Prudence am Hafen von Catania |
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Freitag, 14. April 2017
Angriff gegen NGOs : Warum gerade jetzt?
Eine Woche ist nun die Pressekonferenz her, die an Bord des Aquarius, dem Schiff des S.O.S. Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen gehalten wurde. Nun legt das Schiff wieder im Hafen von Catania an. Trotz der lauten Kritik haben die NGOs nicht davon abgelassen, das Mittelmeer nach Migrant*innen abzusuchen und sie zu bergen. Sie haben nun schon mehr als hundert Menschen vor dem sicheren Tod gerettet. Damit haben die NGOs unter Beweis gestellt, dass die Seenotrettung heute wichtiger denn je ist.
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| Das Schiff Aquarius in Catania |
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Montag, 10. Oktober 2016
Die Erinnerung weniger, das Schweigen vieler. Drei Landungen und 29 Leichen in Pozzallo
„Ich
bin geflohen, nachdem ich 40 Tage in einer Kaserne in Libyen
eingeschlossen war. Ich wurde mit dem Tod bedroht, meiner Dokumente
beraubt und mit Gürteln verprügelt. Ich habe jegliches Zeitgefühl verloren, die Fähigkeit,
den Tag von der Nacht zu unterscheiden. Erst als ich in Italien
angekommen war, habe ich wirklich verstanden, wie viel Zeit vergangen
war und als ich mich ansah, konnte ich mich selbst kaum wieder erkennen.“
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| Das Schiff des MOAS* „Topaz Responder" in Pozzallo |
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Donnerstag, 6. Oktober 2016
Ausschiffungen und erkennungsdienstliche Maßnahmen „Das Verfahren missachtet menschliche Bedürfnisse“
Quelle: Redattoresociale.it
Immer länger dauernde Ausschiffungen bedeuten mehr Stress und Mühen für die Migrant*innen und rauben Zeit für andere Rettungsaktionen. Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ mahnt, dass das Problem systemimmanent ist und favorisiert viel schnellere Landungen.

Immer länger dauernde Ausschiffungen bedeuten mehr Stress und Mühen für die Migrant*innen und rauben Zeit für andere Rettungsaktionen. Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ mahnt, dass das Problem systemimmanent ist und favorisiert viel schnellere Landungen.

Freitag, 2. September 2016
Wer stirbt, wer ankommt und wer bleibt. Der Hotspot in Pozzallo platzt aus allen Nähten
„Was
die Menschen in Europa nicht verstehen, ist, dass es für einen
Geflüchteten,
der in Libyen ankommt, weniger gefährlich ist, die Flucht
über das Mittelmeer zu wagen, als zurück in sein Ursprungsland
zurück zu gehen,“ sagt A., ein junger Mann aus dem Senegal, der
vor zwei Jahren nach Italien gekommen ist. Wie viele andere
Senegalesen verfolgt er die Rettungsmanöver im Mittelmeer von seinem
Fernseher aus. Dies tut er mit gemischten Gefühlen: Einerseits
empfindet er eine vorübergehende Erleichterung, andererseits kommt
in ihm Wut und Ohnmacht auf. „Wer noch nie in Libyen war, kann sich
nicht im Entferntesten vorstellen, wie es ist, dort um sein Überleben
zu kämpfen. So wie jeder hier in Europa ein Handy mit sich trägt,
trägt jeder Libyer
jeglichen Alters eine
Waffe mit sich – stets griffbereit. Aber das will hier in Italien
niemand hören,“ erzählt er weiter.
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| Die Handelsflotte Jaguar St. John’s im Hafen von Pozzallo - Ph. Lucia Borghi |
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Mittwoch, 1. Juni 2016
Die Warteschlange in Richtung Unsichtbarkeit
Letzen Sonntag, den 29. Mai, sind weitere Migrant*innen, die dem täglichen Massensterben im Mittelmeer entgangen sind, in verschiedenen Häfen Siziliens mit verschiedenen Schiffen angekommen, aber mit einer konstanten Gemeinsamkeit, die nicht unter den Ankommenden unterscheidet….die Warteschlangen! Unendliche Reihen unter der kochenden Sonne: um von Bord zu gehen, um etwas Wasser zu bekommen, um sich gesundheitlich checken zu lassen, um sich der vorläufigen Identifikation zu unterziehen. Und auch, um in einen Bus mit unbekanntem Ziel einsteigen zu können. Ihre Reise kommt nicht zum Stillstand.
Montag, 30. Mai 2016
Ankunft am Hafen von Palermo: 604 Personen auf dem Schiff von Ärzte ohne Grenzen
Die Geretteten auf
dem Schiff von Ärzte ohne Grenzen stammen ausnahmslos aus
afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Paola Mazzoni (Ärzte
ohne Grenzen): „Wenn sie die Wahl haben entweder in Afrika oder
in Europa wie Sklaven zu leben, so sind sie es noch lieber in Europa,
wo sie wenigstens ein paar Rechte haben.“
Mittwoch, 27. April 2016
Erneute Ankunft von Geflüchteten in Pozzallo und Augusta. Wo die „Willkommenskultur“ beginnt und zugleich endet.
Die schlechten, unvorhersehbaren Bedingungen des Meeres bringen die üblichen Ankunftszeiten der letzten Anlandungen durcheinander, doch stoppen sie das Aufbrechen und Fluchtergreifen der Migrant*innen nicht. Mehr als 600 Geflüchtete haben in den letzten Tagen die Küste Ostsiziliens erreicht. Am 26. April 2016 wurden 244 Migrant*innen in den Hafen von Reggio Calabria an Bord der Spica, einem Schiff der Kriegsmarine, gebracht. Auch die Dignity I, das Rettungsschiff der Organisation Ärzte ohne Grenzen, hat seinen Dienst am Vormittag des 25. April wieder aufgenommen. Es konnten 308 Personen vor der lybischen Küste in einer einzigen Aktion geborgen werden, nach 30 Stunden beschwerlicher Fahrt.
Mittwoch, 30. Dezember 2015
Ärzte ohne Grenzen stellt unter Protest Arbeit in Erstaufnahmezentrum in Italien ein
Pressemitteilung MSF - Die
Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen beendet die medizinische Hilfe im
Erstaufnahmezentrum in Pozzallo und das psychologische Hilfsprogramm in den
Aufnahmezentren in der sizilianischen Provinz Ragusa. Grund für diesen Schritt
sind die unzulänglichen Bedingungen in den Aufnahmezentren. Die Voraussetzungen
für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden sind nach
Ansicht der Organisation nicht mehr gegeben. Die Hilfsorganisation appelliert
erneut an die Behörden, für angemessene Aufnahmebedingungen zu sorgen und
insbesondere die Bedürfnisse der schwächsten Menschen zu berücksichtigen.
Donnerstag, 3. Dezember 2015
Heute wurden 1984 Migranten im Mittelmeer gerettet
Aus Gazzettasiracusana - Etwa 1984 Migranten insgesamt wurden in 11 verschiedenen, von
der Einsatzzentrale der Küstenwache Rom des Verkehrsministeriums koordinierten,
Rettungseinsätzen gerettet. Die über Satellitentelefone bei der Einsatzzentrale
eingegangenen Rettungsrufe betrafen 8 Schlauchboote und 3 Kähne.
4 Schlauchboote mit insgesamt 458 Migranten an Bord wurden von
dem Schiff Diciotti CP941 der Küstenwache und 3 weitere Schlauchboote mit
insgesamt etwa 300 Migranten wurden von dem Marineschiff Cigala Fulgosi der Mission
„Mare Sicuro“ gerettet, während die spanische Einheit Canarias und die
englische Einheit Enterprise, beide zur Mission EUNAFORMED gehörend, weitere 2
Kähne mit jeweils 286 und 416 Migranten an Bord retteten.
An den Rettungseinsätzen war auch die Einheit Buorbon Argos von Ärzte
ohne Grenzen beteiligt, die zunächst 428 Migranten an Bord eines Kahns und
anschließend 96 Migranten an Bord eines Schlauchbootes gerettet haben.
Mittwoch, 21. Oktober 2015
Trapani. Aufnahmemaschinerie außer Kontrolle
Anlandung ohne Ende, unbegleitete
minderjährige Flüchtlinge allein gelassen: 5 Monate zum Ausfüllen des Modells
C3*, 18 Monate Wartezeit für einen Termin vor der Gebietskommission, kein
Taschengeld mehr. Und schließlich ein Lager mit 600 Migranten, um auf „unserer“
Erde zu arbeiten und Oliven zu ernten für „unser“ extra reines Öl.
Samstag, 17. Oktober 2015
Ärzte ohne Grenzen in Pozzallo: „Hundert 'schutzbedürftige' Migranten ausgewiesen“.
Von Palermo.blogsicilia - Die Organisation Ärzte ohne Grenzen in Pozzallo gibt bekannt, dass in den vergangenen Wochen über hundert Personen aus dem Aufnahmezentrum von Pozzallo ausgewiesen wurden. Darunter befanden sich Frauen, auch schwangere, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und Personen, die „nach der so anstrengenden Reise nach Italien 'schutzbedürftig' wurden und medizinische Versorgung brauchen“, klagt Ärzte ohne Grenzen an. Die Organisation zeigt sich besorgt, „wegen den plötzlich abgeänderten Identifikationsmaßnahmen“. Zudem erwartet man sich bei Ärzte ohne Grenzen „eine Erklärung von Seiten der zuständigen Behörden.“
Freitag, 4. September 2015
Migranten: Ein Schlauchboot sinkt vor Libyen, ein Toter. Auf dem Patrouillenboot wird ein Kind geboren.
Repubblica.it – Italienische Rettungseinheiten helfen den
Schiffsbrüchigen, es wird nach den Vermissten gesucht. 23 Menschen wurden als vermisst
gemeldet. Migranten erreichen Messina, Augusta und Cagliari. Das Patrouillenboot
wird nach einer Rettung mit einer blauen Schleife geschmückt.
In der Odyssee der Migranten gehen Tod und
Hoffnung weiterhin Hand in Hand. Der Leichnam eines Migranten wurde vom
Personal der Küstenwache und der Finanzwache geborgen. Diese haben wenige
Meilen vor der libyschen Küste 91 Personen in Sicherheit gebracht, die auf
einem halb gesunkenen Schlauchboot in Richtung Italien unterwegs waren. In
diesen Gewässern wird auch die Suche nach eventuellen Vermissten fortgeführt.
Die Küstenwache nach dem Eingang eines Notrufs drei Wachboote aus Lampedusa und
eine Einheit der Finanzwache zu dem havarierten Schlauchboot geschickt.
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