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| Foto: SOS Méditerranée |
siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Freitag, 1. Dezember 2017
Migrant*innen, NGO klagt an: auch Rom untersagt Rettungen
Redattoresociale.it - Die Retter*innen der NGO SOS Méditerranée werden vor der Küste Libyens gezwungen, vier Stunden lang nicht einzugreifen für die Rettung zweier Boote in Seenot. Der Befehl an ihr Schiff Aquarius sich auf "Distanz zu halten" wegen der Anwesenheit der Küstenwache von Tripolis erging auch von den Behörden in Rom.
Entscheidungen und aufgezwungene Prioritäten, die die Risiken nicht berücksichtigen
Am Montag, den 27. November 2017 erreicht das Schiff Aquarius den Hafen von Catania, mit 421 Menschen, hauptsächlich Eritreer*innen, an Bord. Unter den Geretteten sind auch 5 Männer, die aus Ägypten, Bangladesch, Äthiopien, Pakistan und Süd-Sudan stammen. Sehr hoch ist die Prozentzahl der Frauen - ca. 40% - unter ihnen sieben Schwangere, und der Minderjährigen – insgesamt 98 – darunter 60 unbegleitete. Während der Anlandung mussten 3 Migrant*innen ins Krankenhaus eingeliefert werden, unter ihnen eine im neunten Monat schwangere Frau, deren Fruchtwasser geplatzt war.
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Mittwoch, 3. Mai 2017
Das einzige Ziel ist die Geldmacherei. Die Nebenwirkung ist das Töten
Die europäischen Staaten führen immer noch eine Kampagne der Kriminalisierung von NGOs, die Menschenleben im Meer retten. Denn die NGOs wollen sich den Richtlinien einer EU nicht anpassen, die für das jahrelange Massensterben verantwortlich ist. Sie hat das Mittelmeer in ein Massengrab verwandelt, wie es dies noch nie gegeben hat. Auch wirtschaftlich sind die NGOs von der EU abgekoppelt, manche von ihnen wollen die schmutzigen Gelder erst gar nicht.
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| Das CIE* in Caltanissetta, wo S. eingesperrt ist. |
Sonntag, 16. April 2017
Am Ostersonntag hat Europa Schaden auf See verursacht. Die Iuventa bat um dringende Rettung
Während des letzten Oster-Wochenendes waren wir Zeug*innen verschiedener Seenotfälle im Zentralmittelmeer. Tausende Menschen sind weiterhin in extremen Notsituationen und währenddessen scheitert Europa darin, Unterstützung bei den See- und Rettungsaktionen zu leisten. Diese werden vornehmlich von Nichtregierungsorganisationen ausgeführt.
Freitag, 24. März 2017
Bergung oder Rettung? Kriminalisierung der Rettungsaktionen und weitere Tragödien auf dem Meer
Die Nachricht des letzten schrecklichen Schiffsbruchs vor der Küste Libyens ist gerade Mal einige Stunden alt: Laut dem Bericht der NGO Pro-activa Open Arms, die 5 Leichname in der Nähe von zwei leeren Schlauchbooten geborgen hat, sollen ca. 240 Menschen hierbei ihr Leben verloren haben. Am vergangenen 20. März wurden weitere 38 Tote vor der Küste Libyens geborgen. Die Migrant*innen waren an Bord von 2 auf dem Meer treibenden Schlauchbooten, die von der libyschen Küstenwache „gerettet“ wurden.
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| Das Schiff Ocean Carrier erreicht Pozzallo |
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vermeintliche Schlepper
Donnerstag, 2. März 2017
Um nicht im Schweigen zu verharren
Pozzallo, Augusta, Catania, Lampedusa, Palermo: in Sizilien enden die Seereisen der Geflüchteten aus Libyen. Entlang der Küsten gehen Rettungen, Schiffbruch und Tod in einander über. Geflüchtete sterben in Kühl-LKWs, in denen sie als Waren transportiert wurden, von der Wüste bis zur Küste Libyens, von wo sie vermutlich die Überfahrt nach Italien versucht hätten.
Die, die vor einer Woche überlebten und die Aufmerksamkeit der Medien fanden, sind wenige von Tausenden, die jeden Tag Opfer des Menschenhandels werden. Uns in Italien versuchen die Überlebenden den erlebten Horror zu beschreiben, aber sie bleiben meistens ungehört.
Die, die vor einer Woche überlebten und die Aufmerksamkeit der Medien fanden, sind wenige von Tausenden, die jeden Tag Opfer des Menschenhandels werden. Uns in Italien versuchen die Überlebenden den erlebten Horror zu beschreiben, aber sie bleiben meistens ungehört.
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| Ankunft der Golfo Azzurro im Hafen von Pozzallo |
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Vittoria
Freitag, 4. November 2016
Von der Schwierigkeit, Menschen aufzunehmen: Palermo
In den letzten Tagen haben wir die Erklärungen des Bürgermeisters von Gorino und über die Proteste seiner Mitbürger*innen gelesen. Viele von uns haben jene Fälle verurteilt. Ohne Zweifel haben Rassismus und Unwissenheit Ungeheuer für die Titelseiten geschaffen, aber es ist zu leicht „auf das Rote Kreuz zu feuern.“ Kein Medium hat die Fehler der Präfektur und der anderen übergeordneten Institutionen hervorgehoben, die es nicht geschafft haben einen Aufnahmeplan zu strukturieren. Es gibt kein Interaktionsprojekt zwischen den Neuankömmlingen und der lokalen Gemeinschaft. Man hat sicher erst in der Notsituation geregt, um den hundertsten sozialen Konflikt zu entfachen: eine Methode um das wahre Gesicht der Migrationspolitik zu verbergen und weiterhin Opfer zu fordern.
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Vermisste auf See
Samstag, 28. Mai 2016
Das Notfallprinzip wird weiterhin praktiziert
| Foto: Alberto Biondo |
Samstag, 14. Mai 2016
Von Ägypten nach Italien: Hunderte von Migranten*innen sind in Augusta und Catania angelandet. Die Verlegungen nach Mineo gehen weiter. Das Zentrum Umberto I. in Syrakus ist geschlossen
Die Nachricht von der Ankunft von Migrant*innen aus Ägypten hat sich in gut zwei Tagen schnell von einem Hafen zum anderen verbreitet. Ungefähr 800 Personen, die bei zwei verschiedenen Einsätzen gerettet wurden, wurden dann in Crotone, Catania, Palermo und Augusta an Land gebracht.
Sonntag, 1. Mai 2016
Tage der Trauer und Proteste
Seit Tagen kommen nacheinander von Schiffen der NGOs, der italienischen Küstenwache oder anderen Frontex zugehörigen Kontrollorganen gerettete Migrant*innen in diversen Häfen Siziliens an. Den Ankünften folgt die Zählung der Toten. Seit der vergangenen Woche wird die Liste andauernd aktualisiert: Die letzten Todesfälle wurden in der von dem deutschen Schiff geretteten Gruppe gezählt. Darunter sollen mindestens drei Menschen die Überfahrt nicht überlebt haben, nach der erneuten Katastrophe, die sich 70 Meilen vor den Küsten Libyens ereignet hat. Von dieser haben die heute Morgen angekommenen Überlebenden erzählt. Mindestens 100 Personen seien vom Meer verschluckt worden, ein Meer, das in den kommenden Tagen die Körper, die es nicht verdauen kann, ausspucken wird!
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Donnerstag, 21. April 2016
Die menschliche Tragödie nimmt ihren Lauf, ohne Erinnerung
18. April 2016: Am Gedenktag der Toten des Unglücks vom 18. April 2015, als über 800 Migrant*innen, die immer noch am Meeresgrund liegen, ihr Leben verloren, sind auf den Tag genau weitere 400 Personen Opfer der europäischen Migrationspolitik geworden. Zahlen, die ein für alle Mal klarstellen, wie eingeigelt das System ist, und inwieweit die Toten, die Manche weiterhin stur zählen, keine Empörung, kein Tränevergießen mehr verursachen. Anstelle dessen, feiert man genau am ersten Jahrestag der schrecklichen Tragödie das neue Vorhaben der EU-Regierungen zur Errichtung weiterer Barrikaden und zur Militarisierung des Meeres sowie der Grenzen.
Donnerstag, 14. April 2016
„The hotspot does not affect our work“. Der Hotspot beeinträchtigt unsere Arbeit nicht
Montag, 28. Dezember 2015
Mehr als tausend Migranten auf Sizilien eingetroffen
Salzburger Nachrichten - Mehr
als tausend Flüchtlinge sind am Montag auf Sizilien eingetroffen. Das
norwegische Tankschiff "Siem Pilot" mit 931 Migranten an Bord, die in
den vergangenen Tagen von der italienischen Marine vor der libyschen Küste in
Sicherheit gebracht wurden, sind in Palermo ausgestiegen. In
Catania traf indes das Schiff "Dattilo" der italienischen Küstenwache
mit 114 Migranten an Bord ein.
Mittwoch, 23. Dezember 2015
In Syrakus werden die Abschiebungen fortgesetzt. In Augusta sind 500 Personen angekommen, und ein Toter.
Die willkürlichen und ungesetzlichen Abschiebungen im Osten Siziliens gehen weiter. Mit großer Sorge und Empörung nehmen wir zur Kenntnis, dass die Quästur von Syrakus in diesen Tagen dreißig Verfügungen der zurückgestellten Abschiebung den Migrant*innen, die am 16. und 19. Dezember in Augusta angelandet sind, zugestellt hat. Nachdem sie in das Zentrum Umberto I in Syrakus verlegt worden sind, haben die Migrant*innen, die bis auf einen Nigerianer alle aus Gambia stammen, jetzt den Ausweisungsbescheid bekommen, mit der Anordnung, das nationale Gebiet innerhalb von sechs Tagen vom Flughafen Fiumicino in Rom aus zu verlassen; und sie sind sofort auf die Straße gesetzt worden. Die Modalitäten sind immer die gleichen: Ankunft, summarische Befragung hinsichtlich der Motive zur Flucht mit Hilfe von Fragebögen und nach kurzer Zeit, Bekanntgabe der Ablehnungsverfügung mit der begleitenden Verpflichtung, das Aufnahmezentrum zu verlassen, ohne irgendeine Information darüber zu bekommen, was eigentlich gerade passiert.
Donnerstag, 3. Dezember 2015
Heute wurden 1984 Migranten im Mittelmeer gerettet
Aus Gazzettasiracusana - Etwa 1984 Migranten insgesamt wurden in 11 verschiedenen, von
der Einsatzzentrale der Küstenwache Rom des Verkehrsministeriums koordinierten,
Rettungseinsätzen gerettet. Die über Satellitentelefone bei der Einsatzzentrale
eingegangenen Rettungsrufe betrafen 8 Schlauchboote und 3 Kähne.
4 Schlauchboote mit insgesamt 458 Migranten an Bord wurden von
dem Schiff Diciotti CP941 der Küstenwache und 3 weitere Schlauchboote mit
insgesamt etwa 300 Migranten wurden von dem Marineschiff Cigala Fulgosi der Mission
„Mare Sicuro“ gerettet, während die spanische Einheit Canarias und die
englische Einheit Enterprise, beide zur Mission EUNAFORMED gehörend, weitere 2
Kähne mit jeweils 286 und 416 Migranten an Bord retteten.
An den Rettungseinsätzen war auch die Einheit Buorbon Argos von Ärzte
ohne Grenzen beteiligt, die zunächst 428 Migranten an Bord eines Kahns und
anschließend 96 Migranten an Bord eines Schlauchbootes gerettet haben.
Mittwoch, 21. Oktober 2015
Trapani. Aufnahmemaschinerie außer Kontrolle
Anlandung ohne Ende, unbegleitete
minderjährige Flüchtlinge allein gelassen: 5 Monate zum Ausfüllen des Modells
C3*, 18 Monate Wartezeit für einen Termin vor der Gebietskommission, kein
Taschengeld mehr. Und schließlich ein Lager mit 600 Migranten, um auf „unserer“
Erde zu arbeiten und Oliven zu ernten für „unser“ extra reines Öl.
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