siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Dienstag, 2. Januar 2018

Obdachloser Tunesier tot in Palermo aufgefunden. Dritter Todesfall in drei Monaten

Foto: Pixabay
Redattoresociale.it - Der Tote wurde gestern unter einem Bogengang in der Nähe des Hafens von Palermo gefunden. Örtliche Hilfsorganisationen äußerten ihre Empörung über das Phänomen hilfsbedürftiger Migrant*innen, die vom Aufnahmesystem ausgeschlossen bleiben. „Diese alleinstehenden Personen sind gezwungen, in völliger gesellschaftlicher Unsichtbarkeit zu leben.“

Freitag, 15. Dezember 2017

Permanentes Völkertribunal zur bislang straflosen Verletzung der Menschenrechte von Migrant*innen und Geflüchteten tritt in Palermo zusammen

Das Permanente Völkertribunal wurde in Palermo einberufen, um zu prüfen, ob die politischen Strategien und Praktiken der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten, in erster Linie Italiens, Verletzungen des Völkerrechts oder der Menschenrechte von Migrant*innen und Geflüchteten darstellen. 


Montag, 13. November 2017

Permanentes Völkertribunal in Palermo einberufen, zur Verantwortung der italienischen Regierung und der EU in den gegenüber dem Flüchtlingsvolk begangenen Verbrechen

Pressemitteilung – Während viele Frauen, Kinder und Männer in den libyschen Gefängnissen gefoltert werden oder dort sterben, im Mittelmeer ertrinken oder die italienische Küste tot erreichen, erfahren wir, dass der Innenminister Marco Minniti von der Zeitung Repubblica zu einer Veranstaltung in Palermo eingeladen wird, um über die Einwanderung und Aufnahme zu diskutieren.

Montag, 6. November 2017

Ein religionsübergreifendes Gedenken der verstorbenen Migrant*innen in Palermo

Redattoresociale.it - Katholische, muslimische und waldensische Gläubige haben der hundert Migrant*innen gedacht, die auf dem Friedhof von Palermo beigesetzt sind, sowie all jenen, die auf dem Weg nach Europa im Meer gestorben sind: „Wir können niemandem das Recht verweigern auf ein besseres Leben zu hoffen.“


Samstag, 4. November 2017

Die neuen CAS* in der Provinz, versteckt zwischen Hügeln und Bergen: “Migrant*innen immer mehr allein und ausgegrenzt und dadurch noch erpressbarer”

MeridioNews.it – Die neuen Aufnahmezentren, die nach der Ausschreibung der Präfektur eröffnet wurden, um Ausländer*innen aufzunehmen die internationalen Schutz beantragt haben, sind weit weg von den Städten errichtet worden. „Die Absicht ist diese Menschen zu verstecken“, klagt Alberto Biondo von Borderline Sicilia. „ Es ist wie eine Fabrik, die unsichtbare Immigrant*innen produziert“.
Genossenschaft "Lavoro e non solo" (Facebook)

Montag, 30. Oktober 2017

Immer mehr auf sich allein gestellt und isoliert

Die Gemeinden Castallana, Collesano, Geraci, Isnello, Palazzo Adriano, Ciminna, San Cipirrello, Villafrati, Marineo und Godrano sind nur einige Gemeinden in der Provinz von Palermo, in denen außerordentliche Aufnahmezentren eröffnet wurden. Diese liegen verstreut und versteckt zwischen den Hügeln der Madonie* . Bereits bestehende und neue Genossenschaften haben zwischen Wäldern und Höfen, die Ferien auf dem Bauernhof anbieten, ihre Tore geöffnet, weit entfernt von allen bewohnten Zentren. 

Tunesische Migrant*innen am Bahnhof von Agrigent. Sie sind gezwungen auf dem Boden zu schlafen

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Das Chaos regiert während die Migrant*innen sterben

Der Kampf gegen die Migrant*innen fordert immer mehr Opfer, ohne Unterbrechung. Die Opfer werden immer jünger und sind das Resultat einer europäischen Politik, die sich immer weiter abschottet. Ein Europa der ewigen Angst vor Belagerung, welches das Leben von Menschen in eine Hölle verwandelt. So auch das der 606 Personen, die am vergangenen Freitag auf dem Schiff von SOS Mediterranee eingetroffen sind, welches von allen Zeitungen inzwischen das Schiff der Kinder genannt wird. 

Das Schiff von SOS Mediterranee im Hafen von Palermo

Montag, 9. Oktober 2017

Niemand soll es wissen

Beim letzten Gipfeltreffen in Paris haben die Vertreter*innen Frankreichs, Italiens, Deutschlands, Spaniens und der Institutionen der europäischen Union ihr gemeinsames Vorgehen bestätigt. Ihre Strategie sieht die Kooperation mit diktatorischen Staaten vor. Auf diese Art werden sie zu einer Art Geldautomat für die blutrünstigen Milizen, deren Aufgabe es ist, und zunehmend sein wird, die Überfahrten zu verhindern, koste es, was es wolle. Wichtig ist, nichts von dem durchsickern zu lassen, was in Afrika geschieht. Daran haben sich Minniti und die italienische Regierung die Hände schmutzig gemacht. Indiskrete Beobachter*innen wurden beiseite geräumt und so wurden die Boote der humanitären Hilfsorganisationen als unerwünschte Zeug*innen aus dem Mittelmeer entfernt.

Abgewiesene Asylsuchende aus Tunesien am Bahnhof in Palermo

Freitag, 15. September 2017

Besorgniserregende Zunahme der rassistischen Vorfälle in Palermo

Beobachtungsstelle rassistischer Diskriminierung “Noureddine Adnane”, Palermo
Pressemitteilung vom 13. September 2017


Während des Sommers hat die Organisation zur Beobachtung rassistischer Diskriminierung “Noureddine Adnane” eine besorgniserregende Zunahme rassistischer Vorfälle in Palermo registriert. Wir haben festgestellt, dass die Intoleranz zugenommen hat: sowohl die Anzahl als auch die Stärke der verbalen und physischen Angriffe ist gestiegen. Solche Intoleranz richtete sich gegen „schwarze“ Menschen und auch Menschen arabischer Herkunft.

dirittiglobali.it

Freitag, 1. September 2017

“Italyisverygood!”

Es sind wirklich heiße Tage – und das nicht nur wegen der Temperatur um die 40 Grad jeden Tag – sondern weil die Gewalt der aktuellen Migrationspolitik ihre diskriminierenden und mörderischen Folgen zeigt. Denn es ist kriminell, in Absprache mit Milizen, die mit den Schleppern zusammenarbeiten, tausende von Menschen nach Libyen zurückzubringen, um deren Ankunft in Italien zu verhindern. Wir erleben wieder kollektive Rückführungen, die sich Italien bereits in der Vergangenheit zu Schulden kommen ließ und für die es vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt wurde. 

                                   
Während der "Räumungsaktion" in der Via Curtatone in Rom - Photo: La Repubblica

Mittwoch, 19. Juli 2017

Das Geschäft mit den Migrant*innen: 143 Tausend Euro am Tag, verwaltet von der Gruppe der Kooperativen

Palermo.repubblica.it – Der Ex-Regionalassessor für Familienangelegenheiten, der Ippocrate di Enna leitet: „Für uns bleiben nur 3€ pro Bewohner*in*.“

Vor dem Tor des ehemaligen Hotels Canguro, zeigen die Bürger*innen von Castell’Umberto mit dem Finger besonders auf sie: Die Kooperativen. „Sie stecken das Geld ein und wir nehmen die Migrant*innen.“ Das ist der Satz, den man hinter vorgehaltener Hand sagt.

Migrant*innen, beherbergt im Hotel von Sinatra (lapresse)


Freitag, 7. Juli 2017

Porta Felice: Kann es Zufall sein?

Die Abkürzung MSNA (unbegleitete minderjährige Geflüchtete) ist den Werktätigen in diesem Bereich bekannt. Ein Gedanke, der ihnen ebenfalls bekannt ist oder es besser sein sollte, ist folgender: „Der Sachverhalt ist schwierig. Um ihn zu verstehen, zu erfassen und mit ihm bestmöglich umzugehen, wäre es sinnvoll, schrittweise vorzugehen und objektive Daten als Ausgangslage heranzuziehen.“ Auch wenn es in dem Fall, der diesem Text zu Grunde liegt, nicht möglich ist, erschöpfend dessen möglichen und tugendhaften Weg darzustellen, werden wir nichtsdestotrotz im weiteren Verlauf versuchen, den Einzelfall im Hinblick auf den generellen Kontext zu verstehen.
Palermo - einer der Räume im Zentrum Porta Felice für unbegleitete Minderjährige in der Via Marinuzzi

Samstag, 24. Juni 2017

Willkommen Menschlichkeit!

“Uns erwartet ein Planet voller Türen, auf dem die einzige Entscheidung die zählt ist, das Durchgangsrecht zu gewähren oder es zu verwehren“ (Mohsin Amid, Exit West).

In einer kurzen Zeitspanne von 8 Tagen sind 1800 Migrant*innen in Palermo angekommen – auf zwei unterschiedlichen Schiffen, der Vos Prudence (Ärzte ohne Grenzen) und der Diciotti von der italienischen Küstenwache. Zwei unterschiedliche Ankünfte mit zwei unterschiedlichen Geschichten…. Eine andere Annäherung an die Wirklichkeit der Einwanderung.


 

Mittwoch, 14. Juni 2017

Die Toten die helfen Wählerstimmen einzufangen

Der Wahlsonntag ist kaum vorbei, doch die wirklich wichtigen Nachrichten werden unter einer Glasglocke gehalten, um sie bestmöglich zu verstecken. Auch heute, wie bereits seit Jahren, gibt es zahlreiche Tote zu beklagen und man wird Zeuge der Übergabe von über 500 Personen an die lybische Küstenwache. Unter ihnen zahlreiche Kinder und sogar Syrer*innen, deren Ankunft in deutschen und italienischen Städten dank der Verteilungsquoten und der humanitären Korridore noch vor wenigen Monaten bejubelt wurde.


Der Hotspot in der Gegend Imbriacola, auf Lampedusa

Samstag, 3. Juni 2017

Wir verteidigen die 7 mächtigen Bestimmer und töten unzählige Unschuldige

Am Sonntag, den 28. Mai 2017 wurde im Anschluss an das Anlegen des italienischen Schleppers Vos Thalassa „Der Tod und die Verzweiflung“ gegeben. Auf dem Schlepper befanden sich 1040 Personen, Männer, Frauen und Kinder, zusammengepfercht wie Tiere. Die geretteten Migrant*innen blieben vier Tage auf dem Schiff. Ihnen stand nur eine einzige sanitäre Einrichtung zur Verfügung. Ausreichend Nahrung gab es nicht. Durchnässt schliefen sie im Freien. Sie reisten Seite an Seite mit 7 geborgenen Leichen, da das Schiff nicht für die Bergung von Toten auf dem Meer ausgerüstet ist.

Freitag, 2. Juni 2017

Palermo im Wahlkampf, Aufnahme von Geflüchteten geht den Bach runter

In Palermo hat nun das politische Karussell begonnen, sich zu drehen: große Worte werden geschwungen, große Versprechungen gemacht von bereits bekannten Politiker*innen, die sich jedoch vielmehr um ihr eigenes Wohlbefinden kümmern als um das der Allgemeinheit. Statt das eigene Parteiprogramm vorzustellen wird beständig der Gegner attackiert, der gerade am Zug ist. Man sagt alles und nichts, es wird jede Menge guter Wille geheuchelt, welcher sich zuverlässig nicht in Taten umsetzt. Wer die Rechnung für die Lähmung der Tagespolitik während des Wahlkampfs trägt, sind vor allen Dingen die Migrant*innen. Sie erleiden die illegalen Praktiken, die aktuell von den Akteur*innen der jeweiligen Institutionen eingesetzt werden.
Der namenlose Grabstein eines Opfers des Meeres auf dem Friedhof von Valderice (TP)

Freitag, 19. Mai 2017

Migrant*innen, Borderline Sicilia: " Die Unterscheidung zwischen vermeintlichen Schleusern und Menschenhändlern"

Agenzia.redattoresociale.it - Ein Bericht der Organisation Borderline Sicilia bringt Tatsachen ans Licht über die Verhaftungen von Migrant*innen, die Boote steuern: "Wir stellen oft fest, dass sich die Ermittler*innen in Personen verbeißen, die weder kriminell und schon gar keine Menschenhändler sind, sondern Opfer wie alle anderen."

Donnerstag, 11. Mai 2017

Samstag, 6. Mai 2017

Ich fange an, Angst um meine Kinder zu haben

Das Minniti-Orlando Dekret, das inzwischen in ein Gesetz umgewandelt wurde, wird in diesen Tagen schon in die Tat umgesetzt. Die Folgen sind: im ganzen Land organisierte Rasterfahndungen, von den Polizeipräsidien durchgeführte Zurückweisungen und Verschleppungen zu den Hotspots. Es sind faschistische Methoden, obwohl die Unterschriften unter dem Gesetz von zwei Politikern stammen, die theoretisch den Faschismus bekämpfen sollten. Die Aktionen dieser Regierung ernähren tagtäglich den Fremdenhass und produzieren Gewalttaten, die sich gegen Migrant*innen richten und deren Anzahl konstant steigt. Parallel dazu steigen auch übertriebene Sicherheitsmaßnahmen, die diese Regierung mit Wohlwollen betrachtet.

Lampedusa: 40 Nigerianer*innen steigen in ein Flugzeug der Gesellschaft  Meridiana ein und werden in ihre Heimat zurückgeschickt


Freitag, 21. April 2017

Migrationsgesetze und Hotspots: Nichtregierungsorganisationen demonstrieren für die Einhaltung der Rechte

Agenzia.redattoresociale.it - Nein zum präventiven Sicherheitsdenken in der neuen Migrationsgesetzgebung, Nein zu einem neuen Hotspot in Palermo, Nein zur Strategie der globalen Kontrolle der G7 Staaten: so lauteten die Forderungen gestern Abend bei der Demonstration "Abbattiamo i muri", "Reißt die Mauern ein“, in Palermo. Außerdem gefordert: die Freilassung aus dem CIE* des Universitätsangehörigen aus Marokko und des italienischen Journalisten in der Türkei.