siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Freitag, 11. August 2017

Minderjährige minder geschützt? Von der Landung bis zur Volljährigkeit: Bestandsaufnahme von Aufnahmezentren in Ost-Sizilien

Der Hotspot von Pozzallo sieht seit einigen Monaten einen Container für die „Aufnahme“ unbegleiteter Minderjähriger und Familien vor. Ein Ort, der jenen „gewidmet“ ist, die nach der Landung eigentlich nur einen Zwischenstopp im Hotspot einlegen sollten. Aber leider werden sie dort rechtswidrig zu einem längeren Aufenthalt gezwungen, mit der Erklärung, dies sei „normal und nicht zu verhindern“. Selbst manche Organisationen, die sich eigentlich für die Rechte von Geflüchteten einsetzen sollten, nehmen diese Lage widerspruchslos hin. Sie sehen davon ab, diese Zustände anzuprangern. Ihnen ist wichtiger, sich ein Stück vom Kuchen zu sichern, den das gewinnträchtige Unternehmen der Flucht bereithält, anstatt jene, die ankommen, zu schützen.

Samstag, 29. April 2017

Erstaufnahmeeinrichtung für minderjährige Geflüchtete in Giarre: die Jugendlichen melden sich zu Wort

Giarre, eine Gemeinde am Hang des Ätna mit ca. 27.000 Einwohner*innen, hat in den vergangenen Jahren diverse Einrichtungen für unbegleiteten minderjährige Geflüchtete beherbergt. Es waren Projekte, deren Problematiken wir angeprangert haben. Diese wurden infolge der Intervention des Sozialamts geschlossen, um dann wieder von den gleichen Betreibern woanders eröffnet zu werden. Auf diese Art wurde die Logik der Macht und des Geschäfts befolgt, die nur sehr schwierig zu bekämpfen ist.
Die Erstaufnahmeeinrichtung für unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Giarre (CT)

Dienstag, 14. März 2017

Der Brief einer Mutter

Die Grausamkeiten, die der Großteil der Migrant*innen erleiden, die nur ein würdiges Leben suchen, schaffen unauslöschliche Verletzungen. Sie gehen viel tiefer als die körperlichen und sie verschlimmern sich noch durch die Gewalttätigkeiten, die ihnen von dem italienischen Aufnahmesystem zugefügt werden. Ganz viele erzählen uns von den tragischen Erfahrungen in Libyen, in der Wüste, bei der Überfahrt, Momente, in denen viele von ihnen unterwegs jemanden verloren haben. Eine Reise, bei der der Tod immer anwesend ist und die tiefe Spuren in den Seelen dieser Menschen hinterlässt.
Zeichnung von Francesco Piobicchi

Dienstag, 24. Januar 2017

Es tut mir leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihr Sohn getötet wurde

Viele, zu viele solcher Telefongespräche während des letzten Wochenendes! Zu viele Meldungen von Müttern und Vätern, Schwestern und Brüdern, die auf Nachrichten warten von ihren Angehörigen, die Opfer unseres Abwehrkampfes gegen die Migrant*innen. Ein Kampf, der jeden Tag Opfer fordert: während des Wochenendes vom 13. – 15. Januar 2017 starben auf Grund der europäischen Migrationspolitik mehr als 200 Personen.

Sonntag, 24. Juli 2016

Geflüchtete Kinder leben allein auf den Straßen Siziliens nachdem sie ihr Leben im Mittelmeer riskiert hatten

"Ahmed!, Ahmed!, Ahmed!". Eine keuchende Stimme erschallt am anderen Ende des Platzes und mit einem Domino-Effekt weckt sie alle, die in der Gegend sich ausruhten. Sie stehen auf und versuchen nervös den Glücklichen auszumachen und wiederholen ehrfürchtig seinen Namen. Derjenige der schreit, hat ein Handy in der Hand, Ahmed (ein erfundener Name) springt auf von der Bank und rennt hin zu diesem Menschen, um ein in der italienischen Stadt Catania sehr wertvolles Geschenk entgegen zu nehmen: einen Anruf aus einem anderen europäischen Land.

Montag, 30. Mai 2016

Anlandungen in Ostsizilien: Wer ankommt, ist Zeuge eines fortdauernden Massensterbens

Die gerade zu Ende gegangene Woche wird vom Fernsehen und den Tageszeitungen als „zu vergessen“ bezeichnet; dort folgen aufeinander Daten und Zahlen der angelandeten Migrant*innen, der Toten und der Verschollenen. Wir fragen uns, wie kann man dieses Geschehen weiterhin ignorieren statt sich an die tausenden von Geflüchteten zu erinnern, die seit Jahren bei dem Versuch, Europa zu erreichen, sterben. In weniger als 7 Tagen hat es drei Schiffbrüche mit 70 bestätigten Opfern, aber mehr als 700 Verschollenen gegeben; und doch wird die Möglichkeit, sichere Kanäle für Flüchtende einzurichten, immer noch nicht in Betracht gezogen. Man empfindet wirklich Wut und Scham darüber, zu einer so inhumanen Gemeinschaft zu gehören, die nur damit beschäftigt ist, die eigenen Interessen und die Grenzen der Festung Europa zu schützen.