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| Das Schiff "Diciotti" der Küstenwache im Hafen von Catania |
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Posts mit dem Label Marokkaner*innen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
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Mittwoch, 5. Juli 2017
„Als Menschen gehen sie weg, als Schatten ihrer selbst kommen sie an.“ Schiffsbrüche und Rückführungen auf dem Meer. Italien verschließt seine Tore, auch vor denen, denen die Flucht gelingt
Am 12. Juni kam in Catania eine schwedisches Schiff von Frontex mit 356 Migrant*innen und 8 Leichen an Bord an. Die Überlebenden erzählen von Dutzenden Vermissten und vom Bersten eines überfüllten Schlauchbootes, auf dem Menschen äußerst zusammengedrängt waren. Nur wenige Tage später berichtet eine Gruppe sudanesischer Geflüchteter von einem nach zweitägiger Fahrt auseinandergebrochenen Boot, von dem sich anscheinend nur ein Dutzend Personen retten konnten. Andere Geflüchtete geben Augenzeugenberichte von syrischen Frauen und Kindern wieder, die sie in Libyen getroffen hatten: sie waren gerade von der lokalen Küstenwache wieder an den Ausgangspunkt „zurückgebracht“ worden, erzählten sie, als sie weitere kleine Holzboote versinken sahen.
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Dienstag, 11. April 2017
Neue Zurückweisungen, Festnahmen und Hotspots. Migrant*innen, die Italien nicht schützen will, aber weiterhin ausbeutet
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| Das Schiff Aquarius im Hafen von Catania |
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Donnerstag, 9. Februar 2017
Schwerste Verletzungen der Rechtsnormen auf Lampedusa
In diesen, aus menschlicher Sicht, so gefühllosen Zeiten, stellen wir uns immer wieder die selbe Frage, wie viel weiter können wir noch gehen? Die eingeschlagene Richtung ist klar, Mauern, Ablehnung und Vernachlässigung. Die Konsequenzen dieser unmenschlichen politischen Entscheidungen bezahlen die Migrant*innen. Entweder werden sie in Libyen zu Schlachtfleisch (der Staat hat die Genfer Konvention nicht unterzeichnet), sie sterben im Meer oder sie werden in Italien ausgenutzt und allein gelassen. Heute, nachdem die Jagd auf Migrant*innen offiziell eröffnet wurde, hat sich ihre Lage noch verschlimmert und die Suchaktionen in den Städten sind bereits angelaufen.
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| Migrant*innen aus Lampedusa sind in Porto Empedocle angekommen. Ph: Alberto Todaro |
Mittwoch, 1. Februar 2017
Nicht nur das Meer
Erst vor einer Woche haben wir zwischen guten Absichten und ergreifenden Erinnerungen erneut weltweit den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus gefeiert und ihn den Menschen gewidmet, die eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte miterleben mussten. Noch heute sind wir jedoch so kalt und ohne Werte, dass wir uns über die Suizide von Menschen freuen, denen wir bereits alles genommen haben. Leider ist das Leben für viele, die vom System allein gelassen wurden, mehr als hart. Es ist ein System, das allein von wechselnden Politiker*innen der herrschenden Klasse kontrolliert wird und das vielen die letzte Hoffnung auf ein Leben in Würde nimmt. Der einzige Ausweg aus all dem Schmerz ist für viele häufig nur noch der Selbstmord.
Montag, 28. November 2016
Das sind doch keine Menschen, sondern Marokkaner*innen!
Wir
haben uns ein bisschen Zeit genommen, um davon zu berichten, was in
Palermo vor drei Wochen passiert ist. Damals brachte das Schiff
„Dattilo“ der italienischen Küstenwache 1048 Flüchtende nach
Palermo. Wir haben uns ein bisschen Zeit genommen, um die
systematischen, menschenunwürdigen Zustände zu beschreiben, die
tägliche Rechtsbrüche darstellen. Und wir haben uns ein bisschen
Zeit genommen, um an jene zu erinnern, die in Italien und Europa
weniger als Tiere gelten. Sie sollen durch diesen Artikel ein wenig
Erleichterung aus ihrer täglichen Qual finden. Wir nehmen Bezug auf
einen anonymen Brief, der uns erreicht hat. Er stammt von einem
freiwilligen Helfer, der am Hafen zugegen war.

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Donnerstag, 10. November 2016
Palermo: 50 zurückgewiesene Migrant*innen ziehen ziellos umher. Sie haben kein Geld für die Reise
Quelle: Repubblica.it
Die Vereine des Freiwilligenhilfsdienstes schlagen Alarm: „Dieses System schafft Unsichtbare.“
250 Menschen aus dem Maghreb, vornehmlich marokkanischer Herkunft, sind zusammen mit weiteren 798 Migrant*innen am Montagmorgen an Bord der Dattilo angekommen. Sie haben, nachdem sie für fast 30 Stunden im Hafen festgehalten wurden, die zweite Nacht in Kälte und Regen in der Stadt verbracht, mit dem Zurückweisungsbescheid in der Tasche. Wie vom Gesetz vorgesehen, haben sie jetzt 7 Tage Zeit, „sich freiwillig zu entfernen“. Von diesem Augenblick an haben sie kein Anrecht mehr auf irgendeinen Schutz auf italienischem Territorium. Unter ihnen sind auch drei Libyer*innen.
Die Vereine des Freiwilligenhilfsdienstes schlagen Alarm: „Dieses System schafft Unsichtbare.“
250 Menschen aus dem Maghreb, vornehmlich marokkanischer Herkunft, sind zusammen mit weiteren 798 Migrant*innen am Montagmorgen an Bord der Dattilo angekommen. Sie haben, nachdem sie für fast 30 Stunden im Hafen festgehalten wurden, die zweite Nacht in Kälte und Regen in der Stadt verbracht, mit dem Zurückweisungsbescheid in der Tasche. Wie vom Gesetz vorgesehen, haben sie jetzt 7 Tage Zeit, „sich freiwillig zu entfernen“. Von diesem Augenblick an haben sie kein Anrecht mehr auf irgendeinen Schutz auf italienischem Territorium. Unter ihnen sind auch drei Libyer*innen.

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Freitag, 26. August 2016
Die Stimmen der Abgeschobenen, zwischen tötenden Mauern und Gleichgültigkeit
In diesen schwülen Augusttagen lesen wir verschiedene Geschichten über Gewalt an Migrant*innen. Vom Politiker, der Verordnungen erfindet um die Solidarität gegenüber einem um Essen bettelnden, Migranten zu verbieten; über die Jugendlichen, die beim Versuch ihre Eltern zu erreichen sterben, weil sie von einer gleichgültigen Gesellschaft erdrückt werden; bis hin zu niederträchtigen Strafverlegungen gegen Migrant*innen, die die Landschaft vieler italienischer Städte bevölkern. Das Klima das wir erleben ist das Ergebnis eines zunehmenden institutionellen Rassismus. Dieser schafft und legitimiert eine Gewalt, die Mauern errichtet und, vor allem, tötet. Aus diesen Gründen spült das Meer weiterhin Leichen an, die letzten fünf am vergangenen 21. August.
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