Die Untersuchungen im Aufnahmezentrum für
Asylsuchende von Mineo gehen weiter. Sie sind Teil der umfassenden Untersuchung
„Mafia Capitale“. Diese fordert aufgrund von Falschbeurkundungen und schweren Betrugs,
der sich auch in gefälschten Zahlen der Geflüchteten im Zentrum widerspiegelt, neue
Ermittlungsbescheide und eine unabhängige Untersuchung. Die Zahl der
Ankommenden nahm in den letzten Wochen indes weiter zu. Im Hafen von Catania
und Augusta, Pozzallo, Trapani und Reggio Calabria werden die Flüchtlinge unmittelbar
nach ihrer Ankunft neu verteilt. Die Einrichtung in Mineo hat bis zum
heutigen Tag ca. 3500 Menschen aufgenommen. Hier werden alle Verfahrensweisen
zur Identifizierung und Weiterverteilung durchgeführt, die für gewöhnlich in
einem Hotspot stattfinden. Aufgrund der massenhaften Weiterverteilung von
eritreischen Bürgern, die ins Zentrum kamen scheint es, dass das Zentrum in
Mineo zugleich ein Verteilzentrum für die Asylsuchenden ist. Es ist ein Ort, an
dem nun ermittelt wird, dem aber zugleich neue und vielfältige Aufgaben
übertragen werden. Diese werden nicht nur ohne einen klaren gerichtlichen
Beschluss ausgeführt, sondern vor allem ohne ihre eigentliche Pflicht zu
erfüllen: die Rechte der Migrant*innen zu schützen. Es ist ein Ghetto inmitten
von nichts, um das sich von Woche zu Woche mehr Militär und Polizei scharen.