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| Foto:Alessandro Puglia, Vita.it |
siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Freitag, 15. Dezember 2017
Wir sind keine Schleuser
Vita.it – Tag und Nacht haben sie gearbeitet, um das Haus des Weihnachtsmanns fertigzustellen. Einer hat Holz gehackt, ein anderer den Schlitten oder den Baum lackiert, wieder einer hat Blätter für die kleinen Gestecke gesammelt und der nächste das Moos und die Steine für die Höhle. Zwischen dem Besuch bei eine*m Anwält*in und dem Telefonat mit den Eltern im Senegal oder in Ghana, die noch bis vor kurzem, als sie im Gefängnis waren, gedacht hatten, sie seien tot. Zwischen dem einen und dem anderen hoffnungsvollen Wort. Bevor sie bei den Carabinieri unterschreiben, so wie sie es jeden Nachmittag tun, bevor sie ins Gefängnis zurückkehren.
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Mittwoch, 5. April 2017
„Wir dürfen nicht stehen bleiben“, die Körper der Ankommenden sind von den Grenzen gezeichnet.
„Die Reise war lang. Das nötige Geld habe ich in den letzten Monaten von meinem Lohn auf die Seite gelegt. Zudem hatte ich einen Unfall, bei dem mein Zeigefinger gequetscht wurde. Freunde haben mich in das Krankenhaus gebracht. Dort musste mein Finger amputiert werden. Jetzt geht es mir aber gut. Ich befinde mich in einem Aufnahme-Zentrum, spreche und werde verstanden.“ M. schreibt uns, nach einem Monat des Schweigens, aus seiner neuen Unterkunft in Deutschland. Im Mai wird er 17. Im Juni jährt sich seine Ankunft in Pozzallo zum ersten Mal.
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| Das Schiff Golfo Azzurro der NGO Pro Activa läuft im Hafen von Catania ein |
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Donnerstag, 16. März 2017
Von der Erstaufnahme nach Mineo. Was erwartet die Neu-Volljährigen?
„Die Dinge werden besser laufen, da sie mich in Kürze verlegen.“ A. kommt aus Ghana und ist 18 Jahre und einige Monate alt. Seit einem Jahr lebt er in einem der großen Erstaufnahmelager für unbegleitete Minderjährige in der Gegend von Catania, dessen Namen wir nicht nennen sollen. Hier sind wir ihm im vergangenen Juni begegnet. Damals hatte er sich ganz anders präsentiert als heute. Es war ein Jahr der Unduldsamkeit, der Verständnislosigkeit, der Dialogversuche und der kleinen Errungenschaften. Eine davon war die Einschreibung in die Schule, für die A., zusammen mit weiteren zehn Jugendlichen des Zentrums, von Anfang an gekämpft hat. Anlässlich eines dieser „Proteste“ in Form von Briefen, die er an Verantwortliche und Verwalter geschickt hat, sind wir ihm begegnet.
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| Das CARA* von Mineo |
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Sonntag, 5. Februar 2017
Messina: Zeltstadt am PalaNebiolo endlich abgebaut. Dreieinhalb Jahre beherbergte man hier Asylsuchende unter erniedrigenden Bedingungen
Quelle: stampalibera.it
Dreieinhalb Jahre nach seiner Umwandlung zum Zentrum der schlechten Aufnahme für Asylsuchende aus Ländern, die von Krieg, Notständen und Umweltverbrechen gezeichnet sind, findet das am nördlichen Stadtrand, in der sogenannten Conca d’Oro dell‘Annunziata gelegene Sportzentrum PalaNebiolo der Universität Messina nun vielleicht wieder zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurück: ein Spielfeld für Baseballkurse am Fuße des Peloritanischen Gebirges.
Dreieinhalb Jahre nach seiner Umwandlung zum Zentrum der schlechten Aufnahme für Asylsuchende aus Ländern, die von Krieg, Notständen und Umweltverbrechen gezeichnet sind, findet das am nördlichen Stadtrand, in der sogenannten Conca d’Oro dell‘Annunziata gelegene Sportzentrum PalaNebiolo der Universität Messina nun vielleicht wieder zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurück: ein Spielfeld für Baseballkurse am Fuße des Peloritanischen Gebirges.
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Donnerstag, 5. Januar 2017
Unbegleitete Minderjährige in Zeltstädten und Hotspots. Die Fälle von Pozzallo, Augusta, Catania und Messina
2016 endet mit weiteren Ankünften, Toten, Vermissten. 2017 beginnt mit dem Vorschlag für neue Haftzentren und weitere Eingrenzung der Bewegungsfreiheit der Migrant*innen. Die kriminelle Politik der Festung Europa verursacht immer mehr Auseinandersetzungen und aktive Gedenk- und Solidaritätsmaßnahmen. Am 24. Dezember kamen in Pozzallo 111 Migrant*innen an Land, aber die Berichterstattung konzentriert sich nur auf die unmittelbaren Festnahmen der zwei mutmaßlichen Schleuser. Hiermit sind es 200 Festnahmen im Jahr 2016 in der Provinz von Ragusa, Sizilien.
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| Der Hotspot von Pozzallo - Foto: Lucia Borghi |
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Samstag, 24. Dezember 2016
Auch der Abfall landet in schwarzen Säcken
Am Freitag, den 16. Dezember, sind wir zum Hafen von Palermo gefahren, um die 388 Migrant*innen willkommen zu heißen, die über den Tod gesiegt hatten und an Bord des spanischen Militärschiffes Navarra angekommen waren. Zusammen mit den Überlebenden ist auch ein Leichnam angekommen. Den Mitarbeiter*innen der Ämter und Hilfsorganisationen, die sich am Hafen befanden, um die Landungsoperationen zu begleiten, wussten nicht von dem Leichnam, bis zur Ankunft des Schiffs in Palermo. Wahrscheinlich ist dieser Mensch, der in einem schwarzen Sack an Land gebracht wurde und von dem immer am Hafen anwesenden Comboni-Missionar gesegnet wurde, erst nach der Rettung im Meer auf dem Weg nach Palermo verstorben. Er litt an Diabetes und hat es nicht geschafft, unter psychophysischem Stress und den unmenschlichen Bedingungen den ungleichen Kampf zu gewinnen. Der Tod hat wieder einmal mit Hilfe der Europäischen Migrationspolitiken gewonnen.
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Dienstag, 6. Dezember 2016
Erzwungener Halt: die Zeit in Agrigento vergeht nicht
Wir haben einen Tag mit den Migrant*innen verbracht, die sich im Villaggio Mosè in Agrigento befinden, und dabei Jugendliche und Betreiber der Einrichtung getroffen. Wir sind Dynamiken und Praktiken begegnet, die uns wohl bekannt sind, weil das System sie gefestigt und in vielen Fällen derart gestaltet hat, dass sie einem menschenwürdigen Leben nicht angemessen sind. Unser Besuch nimmt seinen Anfang im außerordentlichen Aufnahmezentrum (CAS) La mano di Francesco, das sich auf der Viale Cannatello befindet, der Straße, die von Villaggio Mosè zum Strand führt. Also in einer Gegend, in der, abgesehen von ein paar Geschäften und einem Supermarkt, gar nichts ist.
Montag, 5. Dezember 2016
Tote, Zurückgewiesene und besonders Schutzbedürftige im Hotspot festgehalten. Die täglichen Tragödien derer, die nach Europa fliehen
Durchschnittlich 4 Ankünfte in der Woche allein an den sizilianischen Häfen, Dutzende von Todesfällen und eine unbekannte Anzahl an Vermissten: Wir sind erst am Anfang des Monats Dezember, doch aus Libyen reisen weiterhin Menschen ab, die immer weniger sicher sein können, Europa lebendig zu erreichen. Am Bord des Schiffes der Militärmarine San Giorgio ist die erste Phase der Ausbildung der libyschen Marine und der Küstenwache zu Ende gegangen, die von den Europäischen Streitkräften im Rahmen der Operation SOPHIA von EUNAVFORMED durchgeführt wurde. Dementgegen werden die humanitären Einsätze verschiedener Schiffe, unter ihnen die Dignity und die Bourbon Argos von Ärzten ohne Grenzen, die Vos Hestia von Save the Children und die Phoenix von MOAS (Migrant Offshore Aid Station), in Kürze zu Ende gehen und erst in einigen Monaten werden sie ihre Rettungsmissionen wieder aufnehmen.
Montag, 28. November 2016
Das sind doch keine Menschen, sondern Marokkaner*innen!
Wir
haben uns ein bisschen Zeit genommen, um davon zu berichten, was in
Palermo vor drei Wochen passiert ist. Damals brachte das Schiff
„Dattilo“ der italienischen Küstenwache 1048 Flüchtende nach
Palermo. Wir haben uns ein bisschen Zeit genommen, um die
systematischen, menschenunwürdigen Zustände zu beschreiben, die
tägliche Rechtsbrüche darstellen. Und wir haben uns ein bisschen
Zeit genommen, um an jene zu erinnern, die in Italien und Europa
weniger als Tiere gelten. Sie sollen durch diesen Artikel ein wenig
Erleichterung aus ihrer täglichen Qual finden. Wir nehmen Bezug auf
einen anonymen Brief, der uns erreicht hat. Er stammt von einem
freiwilligen Helfer, der am Hafen zugegen war.

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Montag, 31. Oktober 2016
Warum weiter gestorben wird
Wenig mehr als 100 Euro und einige Wochen Wartezeit - das ist, was jede*r italienische Staatsangehörige braucht, um einen Pass zu erhalten. Ob wir, wenn wir unsere persönlichen Dokumente anfordern und brauchen, uns bewusst sind, dass diese banalen und routinemäßigen Behördengänge für viele noch nie möglich waren oder noch immer nicht möglich sind. Ob die Bürger*innen der europäischen Union auch nur einen Moment daran denken, dass andere für die ihnen selbstverständlichen Freiheiten mit dem Leben bezahlen, oder ins Gefängnis kommen oder ihren Körper verkaufen müssen.
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Donnerstag, 20. Oktober 2016
Die große Grenze unserer Städte
Da ist eine Grenze, die wir errichtet haben und die noch größer ist als die Mauern die in der ganzen Welt gebaut werden. Eine Grenze, die aus uns selbst entsteht und aus der Kultur, aus welcher wir seit der Grundschule schöpfen. Es ist die Grenze, die aus unserem Egoismus und Wohlstand erwächst, eine Grenze die tötet noch bevor das Meer es tut. Eine Grenze der es gelingt, Ausbeutung, Tod und Diskriminierung zum „täglichen Sport“ werden zu lassen. Eine Grenze, die die Reichen von den Armen unserer Städte und Viertel trennt. Eine Grenze, die wir ziehen, um gut zu leben und um nicht den Blick jenseits der Mauer zu werfen, die wir erbaut haben.
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| Friedhof von Agrigento - Ph. Alberto Biondo |
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