Am 15. September haben wir ein CAS* in Modica
besucht, das gleichzeitig der Hauptsitz der gemeinnützigen Organisation „Virtus
Italia“ ist, welche die letzte Ausschreibung der Präfektur für die Leitung des
Zentrums gewonnen hat. Das CAS* ist im Moment maximal ausgelastet und beherbergt
25 erwachsene Männer aus Mali, Senegal, aus Gambia und Nigeria. Die Mehrheit
von ihnen ist seit der Gründung des Zentrums, also seit März 2015 hier, und
wurde direkt von Pozzallo oder Catania hergebracht.
siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Mittwoch, 16. September 2015
Dienstag, 14. April 2015
Im Zeitraum von Januar bis März 500 Tote, 30 mal mehr als 2014
Meridionews – Die Polizei hat entsetzliche Zeugenaussagen einiger in Pozzallo angekommener Verzweifelter gesammelt. Es wurde Mordverdacht gegen den angeblichen Schleusers, der verhaftet wurde, erhoben. Unterdessen hat die Küstenwache in der Nacht mehr als 1000 Personen in die Häfen von Trapani und Palermo gebracht. Unter ihnen auch die neun Leichen des gestrigen Schiffsunglückes nicht weit von Libyen.
Samstag, 29. November 2014
Weiterhin kommen hunderte von Migranten an. Sie erzählen von den vielen, die die Reise nicht beenden. Wie lange wird man noch von einem Ausnahmezustand sprechen?
Wir haben Ende November und allein in den letzten fünf Tagen sind rund 1000 Migranten an den Küsten Ostsiziliens angekommen. Hauptanlandungsplätze sind die Häfen von Augusta und Pozzallo. „Ich wollte nicht weg, aber ich konnte nicht bleiben“, sagt mir M., dem ich in der Zeltstadt im Hafen von Augusta begegne. Gerade ist er zusammen mit weiteren 318 Personen angekommen. „Auf jeden Fall halte ich mich für einen glücklichen Menschen: Erst vor ein paar Tagen habe ich von einigen Flüchtlingen wie mir gehört, die vor Ankunft der Rettung im Meer verschwunden sind.“
Freitag, 28. November 2014
Hinkende Aufnahme
In der vergangenen Woche kamen 200 Bootsflüchtlinge im Hafen von Trapani an, nachdem sie vom Frachter BC Hamburg auf hoher See gerettet worden waren. Die Besatzung der BC Hamburg rettete zwei Boote auf denen sich 200 Menschen befanden. Sie alle haben das Meer herausgefordert. Auf dem ersten Boot befanden sich Somalier, auf dem zweiten Menschen aus Subsahara Afrika; unter ihnen viele, ungefähr 50, unbegleitete Minderjährige und mindestens sieben schwangere Frauen. Eine von ihnen wurde ins Krankenhaus von Trapani gebracht, da sie sich nicht wohl fühlte.
Samstag, 8. November 2014
Mit wenig Verstand
Unser Notstands Aufnahmesystem sieht verschiedene Unterkünfte vor, manche mehr andere weniger komfortabel, in denen die Migranten, potenzielle Asylantragsteller, welche über das Meer nach Italien kommen, für einen kürzeren oder längeren Zeitraum aufgenommen werden können. Im letzten Jahr hat die Zahl der unbegleiteten Minderjährigen Migranten sehr stark zugenommen. Das Aufnahmesystem konnte sich jedoch nicht entsprechend an die Bedürfnisse anpassen und verursachte dadurch schlimme Unannehmlichkeiten unter den Minderjährigen, welche laut italienischem Recht immer und in jedem Fall geschützt werden müssten.
Donnerstag, 14. August 2014
Die erschöpfende Konfrontation mit dem Unterbringungssystem, von Verlegungen und dem Verlust von Vertrauen in die Institutionen. Die Erfahrungen einiger in Ragusa untergebrachter Migranten
In der Provinz von Ragusa setzen sich in der
Erwartung von neuen Ankünften die Verlegungen von Migranten fort. Bis heute
sind im C.P.S.A. (Centro di Soccorso e prima Accoglienza: Zentrum zur Ersten
Hilfe und Erstaufnahme) von Pozzallo 150 Menschen geblieben, um den
Identifizierungsprozess abzuschließen, sowie 70 weitere im außerordentlichen
Aufnahmezentrum von Comiso.
In der Zwischenzeit müssen die Migranten, die es bereits geschafft haben den Weg für die Erlangung des internationalen Schutztitels einzuschlagen, sich täglich mit den Widersprüchen und „schwarzen Löchern“ des Unterbringungssystems auseinandersetzen und haben immer mehr Mühe, in dieses zu vertrauen.
Dienstag, 12. August 2014
Palermo: Außerordentliche Aufnahme-Zentren (CAS) und die Caritas
Mit
wirksamen und gut organisierten Tätigkeiten stellt die Caritas ihre Erfahrung
in der Betreuung von Bedürftigen unter Beweis und wirkt somit den Mängeln des
italienischen Aufnahme-Systems entgegen. Sich auf die Güte der Caritas und der
Freiwilligen zu berufen, wie es Italien deutlich erkennbar tut, ist zwar
inzwischen italienische Tradition, dennoch nicht genug. Die gegenwärtige
chronische Situation als 'Ausnahmezustand' zu definieren, ermöglicht es dem
Staat Verpflichtungen an andere zu delegieren anstatt strukturelle
Entscheidungen zu treffen.
Mittwoch, 2. Juli 2014
Unterwegs in der Region Palermos: Die CAS der Provinz
In diesen Tagen haben wir mehr als nur einen
Hinweis auf Klagen über schwere „Mängel“ bekommen, die es in einigen außerordentlichen Aufnahmezentren (CAS) in der Provinz Palermo geben soll.
Diese
reichen von der Schlampigkeit im Umgang mit schweren Gesundheitsproblemen bei
Minderjährigen bis hin zur mangelnden Professionalität der
Betreibergesellschaften, die, um mehr Profit zu machen, nicht zögern, die grundlegenden
Dienste für ihre Gäste zu beenden. Denn „was wollen sie im Grunde mehr als ein
Bett und zu Essen?“
Donnerstag, 29. Mai 2014
Außerordentliche Aufnahmezentren von Caltanissetta
Das Aufnahmesystem in der Stadt Caltanissetta beschränkt
sich in der Realität nicht auf nur auf Pian del Lago (und provisorischen Lager
um das Zentrum). Hier, wie auch in fast ganz Italien, wurden mehrere außerordentliche
Aufnahmeeinrichtungen eingerichtet.
Diese Zentren, die eigentlich nur für Notfälle
gedacht sind, sind aber oft die einzigen Orte, wo Asylsuchende während der
gesamten Wartezeit bis zur Anhörung vor der Asylkommission verbleiben. Da die Zentren für Notfälle gedacht
sind, werden die Verträge nur zwischen dem Leiter des Zentrums und der
Präfektur geschlossen. Die Vereinbarungen sehen nur Grundleistungen vor und es
gibt keine Art der systematischen Kontrolle zu Gunsten der Schutzsuchenden,
wenn überhaupt wird eine Klausel in den Vertrag eingebaut, die besagt, dass die
Präfektur sich darum kümmert.
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