Der Notstand als einzige Antwort. Das ist die Reaktion der Institutionen auf anhaltende Massaker und Terror auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene. Eine Antwort die geradezu herbeigerufen wird durch die Art und Weise auf der mit dem Migrationsphänomen in Sizilien umgegangen wird. Wenn wir uns daran erinnern, dass ein Notstand eine „sich plötzlich ereignende Situation“ beschreibt, „der man unmittelbar begegnen muss“, verstehen wir wie ungeeignet dieses Wort in Zusammenhang mit der Ankunft, Verteilung und „Aufnahme“ von Geflüchteten ist. Einen bereits seit Jahren andauernden Notstand regelrecht zu systematisieren, belegt deutlich den politischen Willen der beteiligten Akteure, sowie mangelnde Transparenz und Engagement seitens der Institutionen die Bürger am tatsächlichen Geschehen teilhaben zu lassen.
siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Montag, 18. Juli 2016
Mittwoch, 16. September 2015
Besuch in einem CAS in Modica
Am 15. September haben wir ein CAS* in Modica
besucht, das gleichzeitig der Hauptsitz der gemeinnützigen Organisation „Virtus
Italia“ ist, welche die letzte Ausschreibung der Präfektur für die Leitung des
Zentrums gewonnen hat. Das CAS* ist im Moment maximal ausgelastet und beherbergt
25 erwachsene Männer aus Mali, Senegal, aus Gambia und Nigeria. Die Mehrheit
von ihnen ist seit der Gründung des Zentrums, also seit März 2015 hier, und
wurde direkt von Pozzallo oder Catania hergebracht.
Montag, 7. September 2015
Geschichten aus Siculiana, Teil 2: Licht und Schatten auf der Villa Sikania
Beschäftigen wir uns weiter
mit der Villa Sikania (Siculiana, Provinz Agrigent). Sie ist eine ehemalige
Drei-Sterne-Unterkunft für Touristen, 2014 umgewandelt in ein Zentrum für die
allererste Aufnahme, ein Durchgangsort. Verwaltet wird das Zentrum von der
Kultur-Vereinigung Cometa, eine der viele Vereinigungen, die mit Acuarinto
verbunden sind, eine der Körperschaften, die das Oligopol der Aufnahme in der
Provinz Agrigent fest in den Händen hält. Wenn man jedoch die Schlüsselworte
„Villa Sikania“ in eine Suchmaschine eingibt, sind die ersten Resultate, die
Google vorschlägt, der Bewertung des Hotels (z.B. TripAdvisor) oder der Buchung
gewidmet; als ob die Verwalter den Zweck des Hauses nicht geändert hätten. Nur
wenn man verschiedene Online-Zeitungen durchforstet und in der Vergangenheit
wühlt, findet man Spuren des radikalen Wechsels, den das alte Parkhotel in
Siculiana überrollt hat.
Dienstag, 14. April 2015
Im Zeitraum von Januar bis März 500 Tote, 30 mal mehr als 2014
Meridionews – Die Polizei hat entsetzliche Zeugenaussagen einiger in Pozzallo angekommener Verzweifelter gesammelt. Es wurde Mordverdacht gegen den angeblichen Schleusers, der verhaftet wurde, erhoben. Unterdessen hat die Küstenwache in der Nacht mehr als 1000 Personen in die Häfen von Trapani und Palermo gebracht. Unter ihnen auch die neun Leichen des gestrigen Schiffsunglückes nicht weit von Libyen.
Freitag, 13. Februar 2015
Triton alleine kann die Seenotrettung nicht leisten
Redattore Sociale – “Die prompte Rettung von Flüchtlingen auf See kann entscheidend für die Lebensrettung vieler von ihnen sein, die sich auch bei widrigen Bedingungen des Meeres und Kälte zum Aufbruch nach Italien über das Meer entscheiden.“
Die das mit Nachdruck sagt ist die Aktivistin von Borderline Sicilia, Judith Gleitze, schon immer engagiert in der Unterstützung der Flüchtlingen, die in den italienischen Zentren Aufnahme finden.
Die das mit Nachdruck sagt ist die Aktivistin von Borderline Sicilia, Judith Gleitze, schon immer engagiert in der Unterstützung der Flüchtlingen, die in den italienischen Zentren Aufnahme finden.
Donnerstag, 22. Januar 2015
Von Paestum nach Syrakus: der Kampf für eine würdevolle Aufnahme geht weiter
„Nur weil Vorschriften existieren bedeutet das nicht, dass sie auch respektiert werden. Das habe ich während meiner Zeit in Italien gelernt,“ sagt S. aus Afghanistan, er ist Asylantragsteller. Als er vor ungefähr vier Monaten zu uns kam, musste er das sogenannte Aufnahmesystem gleich von einer seiner schlechtesten Seiten kennen lernen. Wenige Wochen nachdem S. in Italien von Bord ging, wurde er in ein Aufnahmezentrum nach Paestum verlegt. Dort war er monatelang den Schikanen und Bedrohungen der zum Teil bewaffneten Mitarbeiter ausgesetzt. Zusammen mit anderen Migranten brachte er den Mut auf das Verhalten anzuzeigen. La Repubblica
Samstag, 17. Januar 2015
Das Empfangszentrum in Pozzallo bleibt geschlossen. Und es folgt eine Razzia der Guardia di Finanza
Seit dem 7. Januar ist das Empfangszentrum in Pozzallo geschlossen und leer. Trotzdem erreichen uns immer wieder besorgniserregende Nachrichten. Am Morgen des 15. Januar besuchten Beamte der Guardia di Finanza (Zollpolizei) von Ragusa das Zentrum. Sie waren auf der Suche nach vielleicht nicht inventarisiertem Material, dessen Fund Anklagen wegen Unterschlagung und Betrug zur Folge hätten.
Samstag, 10. Januar 2015
Augusta, das „Volkskomitee 10. Oktober “sagt “Nein” zum neuen Aufnahmezentrum
Siracusanews - Die Mitglieder des “Komitees 10. Oktober“ Pietro Forestiere, Roberto Bellistri, Silvia Di Grande, Cetty Indomenico, Enzo Inzolia, Tiziana Saraceno und Vittorio Sardo haben am 19. Dezember 2014, im Sitz der “Fratelli d’Italia” in Augusta eine schriftliche Anfrage an die außerordentlichen Beauftragten der Gemeinde eingereicht. Das Ziel dieser Anfrage war, ein geplantes Aufnahmezentrum für Migranten im ehemaligen Gästehaus und Sitz der Hafenbehörde der Militärmarine in der Via X Ottobre, im alten historischen Stadtkern, zu verhindern. Auf diese Anfrage gab es bis heute keine Antwort.
Sonntag, 28. Dezember 2014
Von der Zukunft träumen während der unendlichen Wartezeit: Stimmen von Migranten in den Aufnahmezentren von Vittoria
Der bereits vor mehreren Jahren ausgerufene und immer noch fortdauernde „Notstand“ wird für sehr viele Migranten zu einer viel zu langen und unausgefüllten Wartezeit.
In den Erstaufnahmezentren wird die Verweildauer bei weitem überschritten, bevor das Verfahren für den Asylauftrag aufgenommen werden kann. Die Migranten bleiben zwei, drei, vier Monate, oft auch ein halbes Jahr, mit wenig mehr als ihrem Schlafplatz und den Mahlzeiten. Ihre ganze Hoffnung und ihr Streben ist der Erhalt der ersten Dokumente und der Beginn eines autonomen Lebens am Ort ihrer Landung in Europa.
In den Erstaufnahmezentren wird die Verweildauer bei weitem überschritten, bevor das Verfahren für den Asylauftrag aufgenommen werden kann. Die Migranten bleiben zwei, drei, vier Monate, oft auch ein halbes Jahr, mit wenig mehr als ihrem Schlafplatz und den Mahlzeiten. Ihre ganze Hoffnung und ihr Streben ist der Erhalt der ersten Dokumente und der Beginn eines autonomen Lebens am Ort ihrer Landung in Europa.
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