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| Migrant*innen im Hafen von Augusta (Provinz Syrakus) |
siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Freitag, 4. August 2017
Nach der Ankunft bleiben die Menschenrechte auf der Strecke. Der Fall des Außerordentlichen Aufnahmezentrums von Rosolini
Mohamed und Ahmed (Namen von der Redaktion geändert) kommen am ersten Juli auf Sizilien an. Das schwedische Schiff Bkv 002, das sie mitten auf dem Meer aufgenommen hat, bringt sie zusammen mit weiteren 650 Migrant*innen und neun Leichnamen in den Hafen von Catania. „Es war unglaublich, als Europa nur noch zwei Schritte entfernt war“, beschreiben sie ihre Landung. So enthusiastisch klingen sie jedenfalls noch bei unserer ersten Begegnung im Hafen von Catania.
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Samstag, 24. Juni 2017
Besuch im CAS* „Mondonuovo*“ von Testa dell’Acqua (SR)
„Ich bin sehr glücklich in Italien angekommen zu sein, aber ich muss noch die Italiener*innen kennenlernen“, sagt uns J., der aus Bangladesch stammt und Anfang April im Hafen von Augusta angekommen ist. J. lebt seit 2 Monaten im CAS*, das von der Kooperative „Mondonuovo“ in Testa dell’Acqua geleitet wird. Testa dell’Acqua mit kaum mehr als 500 Einwohner*innen ist ein Ortsteil von Noto in der Provinz Syrakus. Der Ort liegt sowohl von Noto wie auch von Palazzolo Acreide 15 Km entfernt.
| Das CAS Mondonuovo in Testa dell'Acqua (SR) |
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Samstag, 29. April 2017
Erstaufnahmeeinrichtung für minderjährige Geflüchtete in Giarre: die Jugendlichen melden sich zu Wort
Giarre, eine Gemeinde am Hang des Ätna mit ca. 27.000 Einwohner*innen, hat in den vergangenen Jahren diverse Einrichtungen für unbegleiteten minderjährige Geflüchtete beherbergt. Es waren Projekte, deren Problematiken wir angeprangert haben. Diese wurden infolge der Intervention des Sozialamts geschlossen, um dann wieder von den gleichen Betreibern woanders eröffnet zu werden. Auf diese Art wurde die Logik der Macht und des Geschäfts befolgt, die nur sehr schwierig zu bekämpfen ist.
| Die Erstaufnahmeeinrichtung für unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Giarre (CT) |
Dienstag, 4. April 2017
Begegnungen und Begehungen in Trapani und Umgebung
Angesichts weiterer Schiffslandungen und der komplexen Situation in der Region haben wir die Lage in Trapani letzte Woche als eher angespannt erlebt. Wir waren dort, um uns einen Eindruck von zwei Aufnahmeeinrichtungen in Marsala zu verschaffen, dem Borgo della Pace und dem ehemaligen Wohlfahrtszentrum Giovanni XXIII.
| Die Vos Prudence im Hafen von Trapani |
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Donnerstag, 16. März 2017
Von der Erstaufnahme nach Mineo. Was erwartet die Neu-Volljährigen?
„Die Dinge werden besser laufen, da sie mich in Kürze verlegen.“ A. kommt aus Ghana und ist 18 Jahre und einige Monate alt. Seit einem Jahr lebt er in einem der großen Erstaufnahmelager für unbegleitete Minderjährige in der Gegend von Catania, dessen Namen wir nicht nennen sollen. Hier sind wir ihm im vergangenen Juni begegnet. Damals hatte er sich ganz anders präsentiert als heute. Es war ein Jahr der Unduldsamkeit, der Verständnislosigkeit, der Dialogversuche und der kleinen Errungenschaften. Eine davon war die Einschreibung in die Schule, für die A., zusammen mit weiteren zehn Jugendlichen des Zentrums, von Anfang an gekämpft hat. Anlässlich eines dieser „Proteste“ in Form von Briefen, die er an Verantwortliche und Verwalter geschickt hat, sind wir ihm begegnet.
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| Das CARA* von Mineo |
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Donnerstag, 8. September 2016
Täglich verschwinden 28 Kinder aus dem italienischen Aufnahmesystem
Von
Oxfamitalia.org
Die
Zahl von Kindern und unbegleiteten Minderjährigen auf der Flucht,
die dieses Jahr auf dem Weg über Italien Europa erreicht haben, hat
sich verdoppelt.
Sie treffen hier jedoch auf ein Aufnahmesystem, dem es nicht
gelingt, ihnen die nötige Hilfe zu geben. Diesen Zustand will der
neue, heute veröffentlichte Rapport
von Oxfam „Große Hoffnungen die ins Leere laufen“
, aufdecken.
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Montag, 18. Juli 2016
Der Notstand der zu Gewalt führt
Der Notstand als einzige Antwort. Das ist die Reaktion der Institutionen auf anhaltende Massaker und Terror auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene. Eine Antwort die geradezu herbeigerufen wird durch die Art und Weise auf der mit dem Migrationsphänomen in Sizilien umgegangen wird. Wenn wir uns daran erinnern, dass ein Notstand eine „sich plötzlich ereignende Situation“ beschreibt, „der man unmittelbar begegnen muss“, verstehen wir wie ungeeignet dieses Wort in Zusammenhang mit der Ankunft, Verteilung und „Aufnahme“ von Geflüchteten ist. Einen bereits seit Jahren andauernden Notstand regelrecht zu systematisieren, belegt deutlich den politischen Willen der beteiligten Akteure, sowie mangelnde Transparenz und Engagement seitens der Institutionen die Bürger am tatsächlichen Geschehen teilhaben zu lassen.
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Mittwoch, 22. Juni 2016
Unbegleitete Minderjährige im Hotspot von Pozzallo. Auf der Route der „Nicht-Aufnahme“
„Ich bin vor einem Monat angekommen, nachdem ich im Sudan und monatelang in Libyen war. Bei meiner Ankunft wurde ich in einem großen Raum mit etwa hundert anderen Menschen eingesperrt. Viele davon waren in meinem Alter, andere älter. Es waren auch Frauen und Kinder dabei. Sie haben mir Wechselkleidung und eine Telefonkarte gegeben und gesagt, dass ich bald in ein Zentrum für Minderjährige verlegt werde. Ein Monat ist nun vergangen und ich bin immer noch hier.“ Die Geschichte von Y., einem 16-jährigen Eritreer, beschreibt die Realität, die hundert unbegleitete Minderjährige erleben. Wie er werden sie unrechtmäßig für Wochen oder Monate im Hotspot von Pozzallo festgehalten. Dutzende von unbegleiteten Minderjährigen kamen mit der letzten Schiffsanlandung am Hafen von Ibleo an. Sie befinden sich immer noch in einem Zustand von Chaos, Durchmischung, Überfüllung und psychischer Belastung im Zentrum, ohne eine geeignete Unterkunft erhalten zu haben.
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Samstag, 7. Mai 2016
Lampedusa, „Befreit uns aus diesem Gefängnis!“
Aus La Repubblica, Giacomo Zandonini - Mehr als siebzig Geflüchtete befinden sich im Hungerstreik gegen den Identifizierungsprozess und gegen das „System Hotspot“, und haben sich gestern auf einer Piazza im Zentrum Lampedusas zusammengefunden, mit der Forderung, die Insel verlassen zu dürfen. Weitere 400 Menschen sind innerhalb von 24 Stunden auf der Insel angekommen.
Freitag, 6. Mai 2016
Hotspot von Pozzallo: Überbelegung und besorgniserregende sanitäre Bedingungen für die Migrant*innen
Vita.it – von Daniele Biella
Seit den Anlandungen am letzten Wochenende liegt die Zahl der im Hotspot anwesenden Migrant*innen bei mindestens 500 – bei einer Kapazität von 140 Plätzen. Außer den Fällen von Krätze – unter normalen Umständen leicht eindämmbar – weckt das Fehlen von geschütztem Raum für die unbegleiteten Minderjährigen und die schwangeren Mütter Besorgnis.
Seit den Anlandungen am letzten Wochenende liegt die Zahl der im Hotspot anwesenden Migrant*innen bei mindestens 500 – bei einer Kapazität von 140 Plätzen. Außer den Fällen von Krätze – unter normalen Umständen leicht eindämmbar – weckt das Fehlen von geschütztem Raum für die unbegleiteten Minderjährigen und die schwangeren Mütter Besorgnis.
Samstag, 9. April 2016
Isolierung der Bewohner der „Villa Daniela“ im außerordentlichen Aufnahmezentrum von Gela
Seit letztem Dezember gibt es auch in Gela ein außerordentliches Aufnahmezentrum, das von der Genossenschaft „Progetto Vita“ geleitet wird. Die Genossenschaft ist zudem für die Aufnahme von Minderjährigen im Ort verantwortlich und leitet zwei weitere Aufnahmezentren in Caltanissetta, sodass ca. 250 Bewohner*innen im Großraum Caltanissetta von ihr betreut werden.
| Foto: Clement Delamotte |
Donnerstag, 25. Juni 2015
Ein Nachmittag bei Villa Cordova in Caltanissetta: die Geschichte des Zentrums “Madre Speranza”
Letzten Samstag hatten wir Gelegenheit, uns in der öffentlichen Parkanlage Villa Cordova mit einigen Gästen des Zentrums Madre Speranza zu unterhalten. Schon vor einem Jahr haben wir über diese Institution berichtet. Damals hatten deren Bewohner eine Protestveranstaltung vor der Präfektur organisiert, um auf die prekären Bedingungen aufmerksam zu machen, die dort herrschen.
Montag, 25. Mai 2015
Anhörung von „Mediziner für Menschenrechte“ (Medu) durch den parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Aufnahmezentren für Migranten
Medu - In den ersten Monaten dieses Jahres ist die Diskussion über die Frage der Einwanderung und über die Vertretbarkeit des aktuellen Aufnahmesystems wieder entbrannt. Geschichten von Korruption, die bekannt wurden, wie jene der Mafia Capitale sowie die hohe Anzahl der übers Meer ankommenden Migranten drängen zu einer kontinuierlichen Überwachung der Aufenthaltsbedingungen und der Effizienz der Einrichtungen, die aktuell für ihre Aufnahme vorgesehen sind. Zu diesem Zweck hatte Medu heute eine Anhörung vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss bzgl. Aufnahmesystem, Identifikation und Behandlung der Migranten – dies dank der Mitarbeiter von Medu, die dauerhaft im Aufnahmezentrum für Asylsuchende von Mineo anwesend sind. Sie ist in Europa die Aufnahmeeinrichtung, die die höchste Zahl von Migranten beherbergt.
Donnerstag, 16. April 2015
Wir treiben ein falsches Spiel mit ihnen – zweiter Teil
Heute sind wieder etwa 1.500 Migranten in Sizilien angelandet, insgesamt fast 10 Tausend Migranten in den letzten Tagen. Die 400, die in Palermo angekommen sind, hatten Glück, denn sie werden in den Norden verlegt und laufen so weniger Gefahr, von Leuten abgefangen zu werden, die auf ihrer Reise der Hoffnung weiterhin Profit aus ihnen schlagen wollen.
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