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siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Dienstag, 5. Dezember 2017
Migrationspolitik und Unmenschlichkeit
„Das Leiden der Migrant*innen, die in Libyen gefangen gehalten werden, ist eine Beleidigung für das Gewissen der Menschheit.“ Wer diese Erklärung abgibt ist kein*e Aktivist*in sondern ein Repräsentant des Hochkommissariats für Menschenrechte der UNO.
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Freitag, 1. September 2017
“Italyisverygood!”
Es sind wirklich heiße Tage – und das nicht nur wegen der Temperatur um die 40 Grad jeden Tag – sondern weil die Gewalt der aktuellen Migrationspolitik ihre diskriminierenden und mörderischen Folgen zeigt. Denn es ist kriminell, in Absprache mit Milizen, die mit den Schleppern zusammenarbeiten, tausende von Menschen nach Libyen zurückzubringen, um deren Ankunft in Italien zu verhindern. Wir erleben wieder kollektive Rückführungen, die sich Italien bereits in der Vergangenheit zu Schulden kommen ließ und für die es vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt wurde.


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| Während der "Räumungsaktion" in der Via Curtatone in Rom - Photo: La Repubblica |
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Mittwoch, 19. Juli 2017
Missbrauch an Unbegleiteten Minderjährigen: “Von mir aus kannst Du Blut spucken“
LiveSiciliaCatania – Mascali – Die Erstaufnahme von Ausländern ist mittlerweile zum Big Business geworden, meistens sind es unbegleitete Minderjährige, mit denen Geschäfte gemacht werden. Heute ist bekannt geworden, dass das Augenmerk der Operation „Camaleonte“ auf ihnen liegen wird. Der Staatsanwalt hat auf Anfrage des Polizeipräsidiums angeordnet, Giovanni Pellizzeri (56), Angestellter der lokalen Gesundheitsbehörde und zuletzt Bürgermeisterkandidat in Mascali, und seinen Sohn Mario Pellizzeri (29), sowie Isabella Vitale (48), die rechte Hand des Unternehmers, in Untersuchungshaft zu nehmen. Ihnen werden Korruption, Körperverletzung und Urkundenfälschung im Amt vorgeworfen.
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| Giovanni und Mario Pellizzeri |
Freitag, 7. Juli 2017
Porta Felice: Kann es Zufall sein?
Die Abkürzung MSNA (unbegleitete minderjährige Geflüchtete) ist den Werktätigen in diesem Bereich bekannt. Ein Gedanke, der ihnen ebenfalls bekannt ist oder es besser sein sollte, ist folgender: „Der Sachverhalt ist schwierig. Um ihn zu verstehen, zu erfassen und mit ihm bestmöglich umzugehen, wäre es sinnvoll, schrittweise vorzugehen und objektive Daten als Ausgangslage heranzuziehen.“ Auch wenn es in dem Fall, der diesem Text zu Grunde liegt, nicht möglich ist, erschöpfend dessen möglichen und tugendhaften Weg darzustellen, werden wir nichtsdestotrotz im weiteren Verlauf versuchen, den Einzelfall im Hinblick auf den generellen Kontext zu verstehen.
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| Palermo - einer der Räume im Zentrum Porta Felice für unbegleitete Minderjährige in der Via Marinuzzi |
Donnerstag, 22. Juni 2017
Auf dem Rücken der Jüngsten
“Ich bin 16 Jahre alt, komme aus Ägypten und habe acht Jahre mit meiner Familie in Libyen verbracht; es lief alles gut, bis ihr angefangen habt, alles zu zerstören, zu bombardieren, zu schießen, und wir Schwarzen sind für alle, Libyer*innen und Italiener*innen, zur bevorzugten Zielscheibe geworden.“ K. hat trotz seines jungen Alters ziemlich klare Vorstellungen und schäumt fast über; er möchte seine Wut unserem Vermittler gegenüber geradezu ausspucken. Er ist die erste Person die er trifft und die ihn versteht.
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Samstag, 29. April 2017
Erstaufnahmeeinrichtung für minderjährige Geflüchtete in Giarre: die Jugendlichen melden sich zu Wort
Giarre, eine Gemeinde am Hang des Ätna mit ca. 27.000 Einwohner*innen, hat in den vergangenen Jahren diverse Einrichtungen für unbegleiteten minderjährige Geflüchtete beherbergt. Es waren Projekte, deren Problematiken wir angeprangert haben. Diese wurden infolge der Intervention des Sozialamts geschlossen, um dann wieder von den gleichen Betreibern woanders eröffnet zu werden. Auf diese Art wurde die Logik der Macht und des Geschäfts befolgt, die nur sehr schwierig zu bekämpfen ist.
| Die Erstaufnahmeeinrichtung für unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Giarre (CT) |
Montag, 10. Oktober 2016
Die Erinnerung weniger, das Schweigen vieler. Drei Landungen und 29 Leichen in Pozzallo
„Ich
bin geflohen, nachdem ich 40 Tage in einer Kaserne in Libyen
eingeschlossen war. Ich wurde mit dem Tod bedroht, meiner Dokumente
beraubt und mit Gürteln verprügelt. Ich habe jegliches Zeitgefühl verloren, die Fähigkeit,
den Tag von der Nacht zu unterscheiden. Erst als ich in Italien
angekommen war, habe ich wirklich verstanden, wie viel Zeit vergangen
war und als ich mich ansah, konnte ich mich selbst kaum wieder erkennen.“
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| Das Schiff des MOAS* „Topaz Responder" in Pozzallo |
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Montag, 3. Oktober 2016
Kanonenfutter
Ich sitze an einem Tisch mit zwei Angestellten eines CAS* in Trapani. Wir reden über einige Probleme, die sich in den Zentren eingeschlichen haben, nicht nur in dem Trapanis. Wir werfen einen Blick auf mögliche praktische Lösungen und auf die Analyse, die in diesem Zusammenhang mit ihrer ganzen Härte zu Tage tritt: „Sie sind Kanonenfutter, die Erwachsenen und die Minderjährigen, die Frauen und Männer, vielerorts gibt es ihnen gegenüber keinerlei Aufmerksamkeit, von den Institutionen bis hin zu den gestressten und überforderten Angestellten. Vorfälle, die dem Stress geschuldet sind, bei denen die Schuldigen immer die Migrant*innen sind und immer die gleichen Protagonist*innen zu bezahlen haben. Angestellte, die sich immer weiter von den Bedürfnissen der Leute entfernen, da sie nicht bezahlt werden und oft keine Antworten auf die drängenden Fragen der Migrant*innen haben, die durch den Fleischwolf gedreht werden, ohne Möglichkeit, unversehrt aus der Sache herauszukommen.“
Dienstag, 20. September 2016
Vom Meer auf die Felder, Migrant*innen laufen durch unsere Städte
Was haben eine junge Frau aus Ghana, ein Herr mittleren Alters aus Nigeria und ein starker, großer, junger Mann aus dem Senegal gemeinsam? Die Hautfarbe zweifelsohne zuerst, aber auch die Gewalt und die Ausbeutung, unter denen sie alle gelitten haben und die Tatsache, dass sie von unseren Gesetzen getötet wurden.
Unser System hat sich dafür entschieden, die Migrant*innen zu opfern, um sich selbst zu erhalten; Es hat sich entschieden, die zu ächten, die versuchen, aus der Asche, die wir in ihren Herkunftsländern hinterlassen haben, wiederaufzuerstehen; Jungen und Mädchen zu verdammen, die ständig vom Tod begleitet werden, der oft leider die Oberhand gewinnt.![]() |
| Ankunft in Palermo - Foto: Alberto Biondo |
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Donnerstag, 8. September 2016
Täglich verschwinden 28 Kinder aus dem italienischen Aufnahmesystem
Von
Oxfamitalia.org
Die
Zahl von Kindern und unbegleiteten Minderjährigen auf der Flucht,
die dieses Jahr auf dem Weg über Italien Europa erreicht haben, hat
sich verdoppelt.
Sie treffen hier jedoch auf ein Aufnahmesystem, dem es nicht
gelingt, ihnen die nötige Hilfe zu geben. Diesen Zustand will der
neue, heute veröffentlichte Rapport
von Oxfam „Große Hoffnungen die ins Leere laufen“
, aufdecken.
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Falsches Gold: nächtliche Ankunft in Palermo und im Regen stehen gelassene Geflüchtete
Die vor kurzem statt gefundene Ankunft von 1003 Geflüchteten in Palermo war ursprünglich für Dienstag, den 6. September um 14 Uhr geplant gewesen, wurde in der Nacht vom Montag jedoch auf Dienstag 20 Uhr verschoben. Um diese Zeit hatte das Schiff Diciotti der Küstenwache bereits angelegt und eine Vielzahl neuer geflüchteter Menschen wartete bereits auf der Brücke. Sowohl Essen, als auch Kleidung und Schuhe wurden erst mit Verzögerung geliefert. Für gewöhnlich liefern private Firmen die Hilfsgüter, die dann von Freiwilligen verteilt werden. Um kurz vor 21 Uhr konnten die Geflüchteten dann von Board gehen. Sie stammen aus den unterschiedlichsten Ländern, darunter Bangladesch, Benin, Gambia, Elfenbeinküste, Nigeria und der Senegal.
Sonntag, 31. Juli 2016
Die Aufnahme von Minderjährigen, genannt „Die Hölle“
Wir
blicken den
Maßnahmen, die hier
in Sizilien von institutioneller Seite ergriffen
werden, mit
starkem Kummer entgegen.
Die
Institutionen haben die Pflicht
alle Menschen und vor allem Minderjährige zu schützen, unter
Einhaltung der nationalen und internationalen Normen.
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Tote: das Meer kann nicht mehr
Die Toten sind dermaßen viele, dass das Meer sie, entlang der libyschen Küsten, wieder ausspuckt. An dem Ort an dem viele aufbrechen,
auf der Suche nach einem neuen Leben, das sowohl den Frauen, als auch
den Männern jeden Alters bisher vorenthalten wurde. Weitere Tote wurden
in den letzten Wochen von den humanitären Schiffen wie Acquarius und Dignity
von Ärzte ohne Grenzen geborgen. Die letzten in dieser Chronologie,
sind die Leichen von 22 jungen Frauen, in der letzten Woche in Trapani
an Land gebracht. Frauen und Minderjährige sind die ersten Opfer der
Überfahrt von Libyen nach Italien, denn sie befinden sich im Inneren der
Boote.
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Montag, 30. Mai 2016
Ankunft am Hafen von Palermo: 604 Personen auf dem Schiff von Ärzte ohne Grenzen
Die Geretteten auf
dem Schiff von Ärzte ohne Grenzen stammen ausnahmslos aus
afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Paola Mazzoni (Ärzte
ohne Grenzen): „Wenn sie die Wahl haben entweder in Afrika oder
in Europa wie Sklaven zu leben, so sind sie es noch lieber in Europa,
wo sie wenigstens ein paar Rechte haben.“
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