siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Sonntag, 17. Januar 2016

Die Drehtüren der Festung Europa

Das Bild, das mir in dieser Zeit oft in den Sinn kommt, ist das der Drehtür eines Hotels, in der sich Kinder zum Spaß ohne Ende drehen. Wenn sie aus diesem schwindelerregenden Spiel aussteigen, sind sie an ihrem Ausgangspunkt, aber mit einem Kopf, in dem es sich dreht.

Dienstag, 5. Januar 2016

Ein Abend auf der Piazza von Lampedusa

Es ist 19 Uhr, eine Menge junger Männer und Frauen aus Eritrea sitzt stumm und geordnet auf den Stufen der Kirche. Sie halten in ihren Händen Plakate, auf denen steht "Wir sind Geflüchtete" "Keine Fingerabdrücke", wegen der Kälte sind sie eng aneinander gerückt.
Ich überquere mit meinen Einkaufstüten den Platz und mache vor ihnen Halt, um zu verstehen, worum es geht.

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Eritreer: Schilder und Slogans auf Lampedusa. „Wir sind Flüchtlinge; keine Fingerabdrücke“

Redattore Sociale – Ungefähr 250 Personen haben sich heute Morgen versammelt. Zu einem Großteil handelt es sich um Eritreer, die seit mindestens zwei Wochen auf der Insel sind und im CPSA* von Contrada Imbriacola** festgehalten werden. Viele von ihnen befinden sich im Hungerstreik.

Mittwoch, 10. September 2014

415 Flüchtlinge treffen in Palermo ein


Am 9. September sind 415 syrische, palästinensische, ägyptische, eritreische, somalische und sudanesische Flüchtlinge an Bord eines Frachtschiffes in Palermo angekommen. Da das Schiff im Hafen nicht anlegen konnte, musste ein Boot der Küstenwache zwischen Romagnolo, wo das Frachtschiff ankerte, und dem Kai Puntone, viermal hin und herpendeln um die Ausschiffung einzelner Gruppen durchzuführen. Die Maßnahme hat lange gedauert: Die ersten Flüchtlinge, die das Land erreichten, sind um 9:30 Uhr angekommen und die Letzten um 12:00 Uhr. Die oberste Priorität war es, Familien mit Kindern und schwangere Frauen an einen sicheren Ort zu bringen. Dieses Kriterium hat dazu geführt, dass sich die ersten zwei Gruppen hauptsächlich aus Syriern und Menschen aus dem Nahen Osten zusammensetzten, die mit der Familie eingereist sind, während die letzte Gruppe überwiegend aus Männern bestand, die aus Ländern des subsaharischen Afrika stammen. 

Montag, 14. Juli 2014

Das PalaSpedini ist für die Migranten weiterhin in einem vernachlässigten Zustand

Seit dem Bericht des Antirassismus-Netzwerks Catania über die Verwahrlosung, in der sich die Migranten in Pala Spedini in Catania befinden, sind einige Tage vergangen (http://siciliamigranti.blogspot.it/2014/07/catania-accoglienza-zero-la-vita-dei.html). Aber bis jetzt wurde nichts unternommen. Das Pala Spedini ist eine kleine Sporthalle nahe des Stadions Massimino, die von der Kommune zur Verfügung gestellt wurde und von der Präfektur und dem Polizeipräsidium als geeigneter Ort für die Aufnahme im Anschluss an die Anlandungen anerkannt wurde. Niemand leitet die Einrichtung, niemand kümmert sich. Es ist eine einfache Turnhalle, in die Männer und Frauen gesteckt wurden ohne Anleitungen oder Information über ihre Zukunft.

Samstag, 29. März 2014

Mare Nostrum: Das Docklandungsschiff San Giorgio rettet 128 Migranten

www.marina.difesa.it, Presseerklärung Nr. 88
Gestern morgen machte der Helikopter EH-101, der zu der Luftflotte der Mission Mare Nostrum gehört und auf der San Giorgio stationiert ist, ein Migrantenboot südöstlich von Capo Passero aus.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Von Lampedusa nach Pozzallo, die überlebenden Eritreer des Schiffbruchs vom 3.Oktober

Am Sonntag, den 12.Januar konnten sieben Eritreer (eine Frau und sechs Männer) nach mehr als 100 Tagen im Zentrum für Erste Hilfe und Aufnahme Lampedusa endlich die Insel verlassen. Sie erreichten Porto Empedocle gegen 20 Uhr, nachdem sie am Morgen mit der Fähre losgefahren waren. Am Montag wurden sie vor dem Gericht in Palermo als Zeugen gegen den vermutlichen Schlepper gehört. Nach Ende der Verhandlung brachte man sie, ohne sie zuvor daüber zu informieren, in das Zentrum für Erste Hilfe und Aufnahme von Pozzallo.

Sonntag, 12. Januar 2014

Die Eritreer des 3. Oktober werden nach 101 Tagen von Lampedusa verlegt

101 Tage sind seit dem Unglück vom 3.Oktober vergangen, bei dem 366 Menschen ihr Leben verloren haben. Erst heute werden sieben Eritreer, sechs Männer und eine Frau, die sich immer noch aus angeblich jurstischen Motiven (so die Erklärungen des Innenministers Alfano) auf der Insel befinden, aus dem CSPA (Zenturm zur Ersten Hilfe und Aufnahme) verlegt. 101 Tage hat es gedauert, um sie nach Palermo zu bringen, wo sie morgen vor Gericht angehört werden. Auf der Insel verbleiben sechs Syrer, auch sie aus "juritischen Gründen", auch sie seit Monaten, seit dem 14. Otkober, hier. Laut des Vizebürgermeisters sollen sie am 15. Januar verlegt werden.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Worüber regen sie sich auf?

Wir verstehen nicht, worüber sich in diesen Stunden Politiker, Menschenrechtsorganisationen und sonstige Meinungsmacher so aufregen. Die Bilder, die wir über die Bedingungen im Zentrum von Lampedusa und von der Behandlung der Migranten gesehen haben scheinen von einer unbekannten Realität zu berichten, einer neuen Realität, einer besonderen Realität. Doch viele wissen, vor allem diejenigen, die sich mit dem Thema Migration beschäftigen, dass das die Normalität ist, und dass es seit Zeiten viel Schlimmeres in ganz Italien gibt.

Dienstag, 17. Dezember 2013

„Das Lager“ von Lampedusa – Die entkleideten Migranten im Zentrum „Imbriacola"

Meltingpot - Ausgezogen, eingereiht, gedemütigt und einer Desinfektion unterzogen. Das sind die Bilder die vom TG2 (zweite staatliche Fernsehen) im Zentrum „Imbriacola“, auf Lampedusa aufgezeichnet wurden. Szenen die an längst vergangene Bilder erinnern und  die keiner mehr sehen wollte: Frauen, Männer, Eritreer, Somalier, Syrer, Ghanesen, Kurden, nackt im Innenhof des Erstaufnahme- und Hilfe-Zentrums.  Sie werden von einem Wasserstrahl abgespritzt. Die Desinfektion soll ein Krankheit bekämpfen, die im Zentrum fast zum Protokoll gehört. Jedoch, in fast allen Fällen, infizieren sich Migranten erst in Italien mit der Krankheit, wegen den „Aufnahme-Bedingungen“ denen sie ausgesetzt sind.

Montag, 16. Dezember 2013

Tödlicher Empfang

Corriere delle migrazioni – Im CARA (Erstaufnahme-Zentrum für Asylsuchende) von Mineo, nahe der sizilianischen Hauptstadt Catania, hat sich ein 21 jähriger Eritreer das Leben genommen. Der junge Mann wurde in einem Mehrfamilienhaus im Ortszentrum, wo Proteste und Aufstände häufig vorkommen, mit einem Strick um den Hals aufgefunden. Er kam am 5. Mai diesen Jahres mit dem Boot nach Sizilien. In Mineo versuchten bisher sechs Asylsuchende sich umzubringen. Die ersten Ermittlungen der juristischen Behörden sind noch nicht abgeschlossen, aber dennoch liegt die Verantwortlichkeit die zu diesen Umständen der Ausgrenzung und Verzweiflung geführt hat auf der Hand.

Montag, 2. Dezember 2013

Flüchtlinge vor Lampedusa: Vergebliche Hilferufe und 250 Tote

Thomas Schmidt/fr - Die Schiffskatastrophe vor Lampedusa, bei der am 3. Oktober 366 Flüchtlinge – vorwiegend aus Eritrea und Somalia – ertranken, löste weithin Entsetzen aus. Als acht Tage später vor der italienischen Insel wieder ein Schiff sank und mehr als 250 Menschen – fast alle aus Syrien – ihr Leben verloren, wurde dies in der Öffentlichkeit kaum noch wahrgenommen.

Montag, 4. November 2013

Weitere Ankünfte auf Lampedusa, wo man den Toten gedenkt. Die Zeugenaussagen der syrischen Flüchtlinge

Es sind Tage der Ankünfte und des Gedenkens auf Lampedusa. An diesem langen Allerheiligen-Wochenende gab es an einigen symbolträchtigen Orten der Insel Gedenkveranstaltungen, an denen Lampedusaner und Migranten gleichermaßen und gemeinsam teilnahmen. Was aber die Zeremonien ebenso begleitet sind die inzwischen in regelmäßigen Abständen erfolgenden neuen Ankünfte, die an den Molen der Insel erfolgen.

Montag, 22. Juli 2013

Die Proteste der eritreischen Flüchtlinge auf Lampedusa

Presseerklärung des Vereins ASKAVUSA, Lampedusa, 21. Juli 2013

Hunderte von Migranten protestierten für einige Tage auf den Straßen Lampedusas. Die friedlichen Proteste hatten die Verweigerung eines Asylantrags in Italien zum Thema, einem Land, in dem sie nicht bleiben möchten. Ihr Slogan "No fingerprints" bezieht sich auf die Identifizierung der Personen, die in den Schengenraum einreisen und ihre Fingerabdrücke abgeben müssen. Aufgrund des DUBLIN (1) Abkommens sind die Flüchtlinge, die einen Asylantrag stellen wollen, dazu gezwungen, dies in dem Land ihrer ersten Ankunft in Europa zu tun. Doch von ihren Freunden und Familienangehörigen wissen sie über die schwierige Aufnahme- und wirtschaftliche Situation in Italien bescheid. So bitten sie darum, den Asylantrag in einem anderen Land stellen zu können, speziell in Norwegen, Schweden oder Großbritannien.

Sonntag, 21. Juli 2013

Lampedusa: Ein erster Erfolg macht noch keinen gewonnen Kampf

Sie dürfen Lampedusa verlassen.
„I am so happy“, sagt Daniel. Er ist 24 Jahre alt kommt aus Eritrea, war lange unterwegs auf dem Weg nach Europa, ist zwölf Tage durch die Sahara gelaufen und war zwei Tage auf einem Flüchtlingsboot auf dem Mittelmeer Richtung italienische Grenze unterwegs, bevor das Schiff von der italienischen Küstenwache gerettet und die Bootsinsassen an Land gebracht wurden. 
Er gehört zu der Gruppe der 200 Flüchtlingen vom Horn von Afrika, die auf Lampedusa dafür protestiert haben nach Sizilien gebracht zu werden, ohne ihre Fingerabdrücke abgeben zu müssen. Diesen Kampf haben sie heute um 17.40 Uhr gewonnen.

Lampedusa: Rede eines eritreischen Flüchtlings

Während des Protestes der Eritreer auf Lampedusa wurde gemeinsam mit den Flüchtlingen und Besuchern des Lampedusa-Film-Festivals über weitere Strategien diskutiert. Einer der Flüchtlinge erläutert die Beweggründe der Demonstration:
"Vielen Dank für die Einladung. Wir haben eine lange Reise überlebt, viele von uns haben Freunde oder Verwandte verloren und wir möchten uns bedanken, dass uns hier das Leben gerettet wurde.

Surreales Lampedusa

Am 20.Juli demonstrierten die in Lampedusa angekommenen Eritreer erneut für ihre Verlegung ohne die Abgabe von Fingerabdrücken. Nach einem Marsch durch die Inselstadt mit Transparenten "no fingerprints" versammelten sich an die 200 Flüchtlinge vor der Kirche des Ortes. Der zuständige Einsatzleiter des "ufficio immigrazione" (Ausländerbehörde) erklärte, dass sie tatsächlich verlegt werden würden, jedoch nicht alle zusammen. Erst sollten Frauen, Kinder und Familien am 21.7. eingeschifft werden nach Sizilien, dann würden die anderen folgen. Alle sollen ohne Identifizierung von Lampedusa nach Sizilien gebracht werden - ein absolutes Novum, da diese eigentlich in Lampedusa vorzunehmen ist. Doch das Auffanglager platzt aus allen Nähten.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Dublinsystem abschaffen! Eritreer protestieren auf Lampedusa

Wieder haben sie protestiert: gestern protestierten 30 – 40 eritreische Migranten vor der Kirche auf Lapmedusa. Sie fordern, so wie bereits ihre Mitbürger im Februar 2013, eine Übersiedlung ohne den digitalen Fingerabdruck geben zu müssen. Sie wollen nicht in Italien bleiben, denn sie wissen genau wie die Situation der Migranten in diesem Land ist. Freunde oder Familienangehörige, welche vor ihnen dort Halt gemacht haben, haben ihnen von der schwierigen Situation erzählt: Nach dem Asylverfahren gibt es keine Arbeit, keine Unterkunft, keine Zukunft. Diese Situation hat sich bis dato nicht geändert.