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Samstag, 19. Mai 2012

Die "caporali" von Cassibile


von argocatania
Cassibile, Siracusa. Anlässlich der Kartoffelernte von April bis Juni jeden Jahres gesellen sich zu den 5.000 Anwohnern (davon 300 aus Marokko) mehrere hundert Migranten. Über die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Migranten haben wir mit Alfonso Di Stefano, einem Vertreter des Antirassistischen Netzwerks Catania gesprochen. Die Probleme sind in erster Linie mit logistischen Regelungen und der Organisation der Arbeit verbunden. Die meisten Migranten kommen aus anderen Erntegebieten Italien, es herrscht geradezu eine Transhumanz der Arbeitskraft von Migranten auf den süditalienischen Feldern. In den letzten Jahren ist die Zahl derjenigen gestiegen, die in den Süden kommen, weil sie ihren Arbeitsplatz in den Fabriken des Nordens verloren haben.

Dienstag, 8. Mai 2012

Bericht aus Cassibile


Seit Anfang Mai ist in Cassibile ein mobiler Krankenwagen der Emergency einsatzbereit. Dank eines multifunktionalen Busses, der auf der Piazza dei Caduti del Conte Rosso von montags bis freitags zwischen 16.30 und 21.30 Uhr hält, kann eine Basisgesundheitsversorgung für alle diejenigen, die sie benötigen, angeboten werden. Ein positives und leider seltenes Signal der Mitmenschlichkeit in einem Klima, das im allgemeinen von Heuchelei und Feindlichkeit geprägt ist. Das Aufnahmezentrum des italienischen Roten Kreuzes (CRI) am Autobahnkreuz von Cassibile auf der Strecke Catania-Gela füllt sich allmählich (ungefähr 120 Migranten auf insgesamt 150 Plätze), aber die beschämende Bedingung, über die Aufenthaltserlaubnis hinaus auch noch einen Arbeitsvertrag vorlegen zu müssen, ist noch nicht abgeschafft.

Montag, 9. April 2012

S.O.S. CASSIBILE

Bereits seit Wochen befinden sich dutzende von Migranten für die Kartoffelernte in Cassibile. In den nächsten Tagen werden, wie jedes Jahr, einige Hunderte mehr kommen. Um sie „aufzunehmen“ wird gerade eine Zeltstadt aufgebaut, welche wieder vom Italienischen Roten Kreuz verwaltet wird. Sie kann ca. 120 bis 150 Migranten aufnehmen. Und auch dieses Jahr wird sie wieder direkt an einer Autobahnausfahrt aufgebaut und Bäume müssen dafür gefällt werden, um ein ganzes Gebiet zu ebnen. Um überhaupt nach Cassibile zu gelangen, müssen die Einwanderer zwei Autobahnkreuzungen überqueren und mehr als einen Kilometer zurücklegen, ein gefährliches Unternehmen, vor allem abends.