siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Montag, 12. Oktober 2015

NEUE BERICHTE

Die Kampagne LasciateCIEentrare fordert in einer Pressemitteilung vom 14. September, dass das CIE in Trapani/Milo nicht in einen HOT SPOT verwandelt werden darf. Am Samstag, den 12. September, haben wir erfahren, dass eine Gruppe marokkanischer Staatsbürger versucht hat, aus der Abschiebehaft (CIE) in Milo, in der Nähe von Trapani, zu fliehen. Es handelt sich um einen Teil der 116 „angeblichen“ Marokkaner, die am vergangenen 17. August in Catania angekommen sind.

Die Zahl der unbegleiteten Minderjährigen die über das Meer nach Sizilien kommen, steigt deutlich und ständig. Bei fast jeder Anlandung werden Dutzende, wenn nicht sogar Hunderte von Jugendlichen registriert, die alleine in einem immer jüngeren Alter die Überfahrt auf sich nehmen. Doch man fragt nicht, was Hunderte von noch fast Kindern dazu führt ihr Land zu verlassen oder was in Ägypten  passiert, dass sie diese gefährliche Reise auf sich nehmen müssen. Was diese Minderjährigen in Sizilien erwartet, lesen Sie hier.

Die kollektive Einreiseverweigerung ist eine illegale Praxis, die wiederholt gerichtlich verurteilt wurde, die aber trotzdem weiterhin von den Polizeipräsidien angewandt wird. Und zwar auf willkürliche und diskriminierende Art und Weise, in dem während der Ankünfte und Einreiseprozeduren vor Ort entschieden wird, wer auf den internationalen Schutz für Flüchtlinge Anrecht hat und wer als „Wirtschaftsflühtling“ ausgewiesen wird. Damit wird gleichzeitig die Zahl der illegalen Aufenthalte erhöht. Die Redakteure von Borderline Sicilia haben am 02. Oktober hier einen solchen Fall dokumentiert.

Freitag, 2. Oktober 2015

NEUE BERICHTE

Wir haben soeben einige neue und alte Berichte über die Situation auf Sizilien hochgeladen:

Im September haben wir das Aufnahmezentrum „Villa Sikania“ in der Nähe von Agrigento besucht. Sie ist eine ehemalige Drei-Sterne-Unterkunft für Touristen, 2014 umgewandelt in ein Zentrum für die allererste Aufnahme, ein Durchgangsort. Verwaltet wird das Zentrum von der Kultur-Vereinigung Cometa, eine der viele Vereinigungen, die mit Acuarinto verbunden sind, eine der Körperschaften, die das Oligopol der Aufnahme in der Provinz Agrigent fest in den Händen hält. Den ersten Teil des Reports vom 03.09.15 finden Sie hier, den zweiten Teil vom 07.09.15 finden sie hier!


Die Delegation von LasciateCIEntrare besucht am 24. August das CARA* von Mineo. Von außen gleicht es einem städtischen Vorortsquartier mit seinen vielfarbigen zweistöckigen Einfamilienhäusern, den gleichen, wie jene in der Militärbasis Sigonella für die amerikanischen Offiziere. Alles ist eingezäunt, doch schon von aussen entdecken wir einige „Villette-Bazaars“. Innerhalb des Zentrums führen ein paar Migranten richtige Geschäfte für Kleider und Nahrungsmittel. In der Tat: das Zentrum Mineo ist zu einer Art Dorf geworden, aber ohne offizielles Gemeinwesen mit sozialer und gesellschaftlicher Struktur. Wie genau das aussieht, können Sie hier nachlesen.

Und einen weiteren Bericht vom 17.07.2015 über die Unübersichtlichkeit der Betreiberfirmen. Oft es ist nicht klar, wer welches Zentrum betreibt und wer mit wem unter einer Decke steht: „Wer ist für die CAS* in Italien verantwortlich? Das Innenministerium, das die örtlichen Präfekturen, zuständig für Ausschreibungen und Verträge für deren Verwaltung, beauftragt. Wer trägt Verantwortung für die Kontrolle der CAS? Das Innenministerium wieder über die Präfekturen und die Mitarbeiter des Präsidiumsprojekts in Übereinkunft mit dem Ministerium. Entschuldigung, hier gibt es einen Widerspruch: Diejenigen, die kontrollieren stimmen mit denjenigen, die kontrolliert werden, überein! Wer hat also Interesse daran, die Büchse der Pandora zu öffnen? Sicherlich liegt es nicht im Interesse des Innenministeriums und sicherlich nicht im Interesse der Präfekturen.“

Außerdem haben wir einen Report von Juni diesen Jahres über eine Aufnahmeeinrichtung in der Provinz von Palermo übersetzt - „An der Meeresküste“: „Am Dienstag, den 16. Juni, haben wir das CAS* besichtigt, das von Jus Vitae in Santa Flavia in der Provinz Palermo betrieben wird. Wir haben sofort bemerkt, dass es sich, nach unseren Maßstäben, um einen angenehmen Ort handelt, insbesondere während der Sommerzeit. Natürlich wissen wir nicht, ob diejenigen, die dem Tod im Meer entkommen sind, es schön finden, direkt am Wasser zu wohnen!