siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Sonntag, 1. Januar 2017

Verlieren wir die Hoffnung nicht, und auch nicht die Kraft, da zu sein

2016 ist vorbei und beim Lesen einiger Berichte des eben vergangenen Jahres habe bin ich auf den letzten Bericht von 2015 gestoßen. Er trug den Titel: „Zum Glück ist 2015 vorbei“. Wir können diesen Titel nicht noch einmal benutzen, indem wir nur das Datum ändern, denn 2016 war noch todbringender, die Dynamiken haben sich wiederholt und sind sogar noch gewaltvoller als 2015 geworden. 
Die Zahlen der täglichen Blutbäder sind furchtbar, die offiziellen Statistiken berichten von mehr als 5000 Toten, nie zuvor wurde auf dem Meer so viel gestorben wie in diesem Jahr. Diese Zahlen werden noch nicht einmal all jenen Toten gerecht, zu denen wir vor oder nach der Überquerung des Meeres beitragen.
Diese Zahlen scheinen wie eine Verurteilung all jener, die am Ende ihrer Kräfte sind und bisher keinen Waffenstillstand erlebten; und was machen unsere Politiker*innen?

Freitag, 13. Mai 2016

Pressemitteilung: Borderline Sicilia gegen die Kriminalisierung von antirassistischen Vereinigungen

Borderline Sicilia zeigt sich besorgt aufgrund der Worte, die bei der Anhörung der parlamentarischen Untersuchungskommission vom Präfekten Morcone ausgesprochen wurden:
„Da sind unsere Freunde von der Organisation Askavusa, und auch noch ein spanischer Herr, der bereits festgenommen wurde, die diese Personen auch noch ermutigen und bestärken darin, sich den Maßnahmen der Identifizierung zu entziehen, nicht zu erscheinen und nicht teilzunehmen.  Dazu kommt wahrscheinlich auch noch ein Teil der Bevölkerung, der sich mit ihnen solidarisiert“ als Antwort auf die Frage, was momentan auf Lampedusa passiert.  
Der Verein ist der Meinung, dass ein Akt der Solidarität gegenüber Personen, die in der Form von zivilem Ungehorsam protestieren, nicht kriminalisiert werden darf. 
Es ist nicht das erste Mal, dass Gruppen von Asylsuchenden einen absolut friedlichen Protest in Bewegung bringen, um die Gesetze zum Zugang zum Schutzgesuch in Europa anzufechten, wie sie vom Dublin-Abkommen geregelt sind und im Scheitern der Hotspot-Ansätze und der „relocation“-Abkommen Bestätigung finden. 
Borderline Sicilia hält es für wünschenswert, dass auch in Momenten höchster Anspannung und Meinungsverschiedenheit ein gegenseitiger Respekt aller Seiten im Interesse der Einhaltung grndlegender Menschenrechte aufrechterhalten wird. 

Catania, 13.05.2016 Borderline Sicilia

Übersetzung aus dem italienischen von Sophia Bäurle

Montag, 15. Februar 2016

Pala Nebiolo in Messina: Mit Gewalt abgenommene Fingerabdrücke und Lügen gegenüber den besonders Schutzbedürftigen

Am Ende des Seminars „Sizilien, Kreuzung des Mittelmeeres: Zwischen offenem Krieg und (offenen) Grenzen“, an dem wir am 30. Januar teilgenommen haben, haben wir uns mit den Vertreter*innen von Migralab zum Palanebiolo* begeben, um die Situation durch Interviews mit Bewohner*innen näher analysieren zu können.

Freitag, 28. August 2015

Migration: Ein Kriegsbericht – mehr als 300 Opfer in vier Tagen

Die Berichterstattung über die Migrationsströme in diesen Tagen in Europa wird zu einem Kriegsbericht. Während in den Medien der ganzen Welt darüber diskutiert wird, welche Terminologie man benutzten sollte, um das Phänomen zu beschreiben (Migranten oder Flüchtlinge), überschlagen sich im Internet die Nachrichten über neue Tragödien, die nicht mehr weit weg von Europa stattfinden, sondern die jeden Tag ein bisschen mehr näher kommen zum Herzen des sogenannten „alten“ Kontinents, der sich wie eine „Festung“ verschlossen hat.
Nach der Nachricht, die nicht nur Österreich, sondern ganz Europa schockiert hat, kommen aus dem Mittelmeerraum weitere Todesnachrichten zu uns. Mehr als 100 Migranten sollen auf dem Weg nach Europa ihr Leben verloren haben. Die Anzahl der Opfer steigt von Tag zu Tag. Nach Zählungen des UNHCR sind schon fast 2.500 Tote zu beklagen. 

Dienstag, 16. Juni 2015

Ein Land mit vielen Hindernissen

In Luxemburg hat gestern das Treffen der Europäischen Innenministern stattgefunden. Es ging um die neuen Politiken bezüglich Immigration, auch in Anbetracht der Vorschlägen der Europäischen Kommission und im  Hinblick auf den Gipfel, der Ende des Monats in Brüssel stattfinden wird. Anhand der ersten Informationen kann man sagen, dass beim Treffen entschieden wurde, die sogenannten “hotspots“ zu forcieren, jene Identifizierungs-  und Verteilungsknoten für ankommende Migranten, die dadurch noch einfacher zurückgeschickt werden können. Diese Entscheidung spiegelt das überhitzte Klima der letzten Tagen wieder, voll mit Erklärungen und Vorschlägen seitens der institutionellen Politik, die oft eine verfälschte Sprache ohne jede historische Dimension benutzen, um ihre Meinung bezüglich der schweren Situation der Migranten, die sich an die Grenzen Europas ansammeln, kund zu tun.

Dienstag, 26. Mai 2015

Nach dem Besuch im Aufnahmezentrum für Asylsuchende in Mineo sind sich Ärzte und Abgeordnete einig: Diese Einrichtung ist mit Menschenwürde nicht vereinbar.

Repubblica.it – Die parlamentarische Untersuchungskommission der Aufnahmeeinrichtungen für Migranten bereist zurzeit Sizilien. Der erste Besuch galt dem Aufnahmezentrum der Provinz Catania, wo zurzeit etwa 3000 Asylbewerber untergebracht sind.

Donnerstag, 21. Mai 2015

Die Körper auf dem Meeresgrund haben keinen Marktwert

Die letzte Schade des Einwanderungssystems, das von der Festung Europa auf die Beine gestellt wurde, ist die Behandlung, die den Opfern der Europäischen Staaten zu Teil wird. Die 900 Körper werden nicht geborgen werden, nach Aussage des Staatsanwaltes Salvi, weil man die zu hohen Spesen für die Bergung nicht finanzieren kann, und er gibt den Schwarzen Peter an die Regierung weiter, die mit der üblichen Hypokrisie meint (Worte des Premierministers Renzi), dass „man alles versuchen wird um die Körper von unseren Brüdern und Schwestern zu bergen“. Erst bringen wir sie um und dann lassen wir ihre Körper am Meeresgrund vergammeln. Dabei löschen wir jede Spur des Fehlverhaltens, überzeugt davon, dass auch die Erinnerung an die vielen Unschuldigen, die auf unseren Seelen lasten, damit ausgelöscht  werden kann.

Dienstag, 5. Mai 2015

Die Toten, von denen niemand Notiz nimmt

Schon lange haben wir das Gefühl, dass die Toten gar keinen Eindruck mehr hinterlassen, sie empören uns nicht mehr, zumindest nicht wenn es nicht viele sind!
Aber bei 700 Toten auf einmal wachen wir nun auf, wir machen uns auf zum Steg, um dann zu unserem eigenen Leben zurückzukehren, gleichgültig gegenüber der Tatsache, dass wir die Komplizen deren sind, die ganze Familien zerstören.

Donnerstag, 23. April 2015

220 Personen angekommen. Sie waren auf 2 Schlauchbooten unterwegs.

Meridionews.it - Sie wurden nördlich der libyschen Küste an Bord eines 14m langen Boot gerettet. Alle stammen aus Regionen südlich der Sahara. Unter ihnen befanden sich fünf Frauen. Heute Nachmittag außerordentlicher Gipfel der EU zum Thema der Einwanderung.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Das Aus für Mare Nostrum ist amtlich. Ab 1. November bleibt nur Triton

RedattoreSociale – Stop für Mare Nostrum, ab 1.November startet Triton, und die beiden Operationen werden nicht nebeneinander bestehen. Es war Sache des Innenministers Angelino Alfano die Entscheidung der Regierung heute während einer Informationsstunde in der Abgeordneten-Kammer bekannt zu geben. „Mare Nostrum wird nicht neben Triton weiterbestehen, sondern wird beendet. In Übereinstimmung mit dem Premierminister wird in einer nächsten Sitzungen des Ministersrates der Beschluss über die Beendigung der Operation gefasst“, sagte Alfano; „neben Italien werden 19 weitere Staaten an der Operation Triton teilnehmen, die von Frontex koordiniert wird. Das Budget von Frontex wird um zusätzliche 20 Mill. Euro für 2015 steigen. Die Operation wird 3 Mill. Euro (pro Monat) kosten, weniger als ein Drittel der Kosten von Mare Nostrum, und nicht nur Italien wird bezahlen.“