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| Protest der Kaufleute von Porto Empedocles (AG) gegen die Eröffnung eines Zentrums für Minderjährige |
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Mittwoch, 2. August 2017
Die Aufnahme in Agrigent, Trapani und Palermo: Durcheinander, Chaos und Verwahrlosung
Das Spiel um Menschenleben geht weiter – Europa befindet sich in einer Sackgasse, deren einzige Folge der Tod einer gesamten Gesellschaft ist. Der Refrain, den wir jeden Tag zu hören bekommen, lautet „Invasion“ und „lass uns ihnen helfen, dort wo sie zu Hause sind“. Dieser Reim hat Wiederausbrüche eines schleichenden Rassismus verursacht, der in unseren Städten, von Aosta im Norden bis Palermo im Süden, wie auch in kleineren Zentren, wie Castell’Umberto und Porto Empedocle, zu hässlichen Zwischenfällen geführt haben.
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Mittwoch, 19. Juli 2017
Missbrauch an Unbegleiteten Minderjährigen: “Von mir aus kannst Du Blut spucken“
LiveSiciliaCatania – Mascali – Die Erstaufnahme von Ausländern ist mittlerweile zum Big Business geworden, meistens sind es unbegleitete Minderjährige, mit denen Geschäfte gemacht werden. Heute ist bekannt geworden, dass das Augenmerk der Operation „Camaleonte“ auf ihnen liegen wird. Der Staatsanwalt hat auf Anfrage des Polizeipräsidiums angeordnet, Giovanni Pellizzeri (56), Angestellter der lokalen Gesundheitsbehörde und zuletzt Bürgermeisterkandidat in Mascali, und seinen Sohn Mario Pellizzeri (29), sowie Isabella Vitale (48), die rechte Hand des Unternehmers, in Untersuchungshaft zu nehmen. Ihnen werden Korruption, Körperverletzung und Urkundenfälschung im Amt vorgeworfen.
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| Giovanni und Mario Pellizzeri |
Donnerstag, 15. Juni 2017
Trapani, im Hotspot das stündlich fünf Migrant*innen aufnimmt und das seit Dezember 2015
Today.it – Italien zählt acht Hotspots. Über diese Einrichtungen kommen zehntausende Migrant*innen von Afrika und dem Mittleren Osten nach Europa. Hier werden ihnen die Fingerabdrücke abgenommen und sie werden identifiziert, bevor sie auf die Aufnahmezentren verteilt werden.
Samstag, 6. Mai 2017
Die Ankunft der „Vos Prudence“ in Catania
Gestern morgen brachte das Schiff Vos Prudence von Ärzte ohne Grenzen im Hafen von Catania die leblosen Körper von weiteren sechs an den Grenzen Europas Getöteten an Land. Fünf davon sind junge Frauen, deren Körper aller Wahrscheinlichkeit nach ungefähr eine Woche im Meer getrieben sind und in internationalen Gewässern, d.h. 42 bis 20 Seemeilen von der libyschen Küste entfernt, aufgesammelt wurden; bei dem sechsten Toten handelt es sich um einen Mann, die Leiche war von der Vos Hestia, einem Schiff der Organisation Save the Children übergeben worden.
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| Das Schiff Vos Prudence am Hafen von Catania |
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Samstag, 29. April 2017
Erstaufnahmeeinrichtung für minderjährige Geflüchtete in Giarre: die Jugendlichen melden sich zu Wort
Giarre, eine Gemeinde am Hang des Ätna mit ca. 27.000 Einwohner*innen, hat in den vergangenen Jahren diverse Einrichtungen für unbegleiteten minderjährige Geflüchtete beherbergt. Es waren Projekte, deren Problematiken wir angeprangert haben. Diese wurden infolge der Intervention des Sozialamts geschlossen, um dann wieder von den gleichen Betreibern woanders eröffnet zu werden. Auf diese Art wurde die Logik der Macht und des Geschäfts befolgt, die nur sehr schwierig zu bekämpfen ist.
| Die Erstaufnahmeeinrichtung für unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Giarre (CT) |
Montag, 5. Dezember 2016
Tote, Zurückgewiesene und besonders Schutzbedürftige im Hotspot festgehalten. Die täglichen Tragödien derer, die nach Europa fliehen
Durchschnittlich 4 Ankünfte in der Woche allein an den sizilianischen Häfen, Dutzende von Todesfällen und eine unbekannte Anzahl an Vermissten: Wir sind erst am Anfang des Monats Dezember, doch aus Libyen reisen weiterhin Menschen ab, die immer weniger sicher sein können, Europa lebendig zu erreichen. Am Bord des Schiffes der Militärmarine San Giorgio ist die erste Phase der Ausbildung der libyschen Marine und der Küstenwache zu Ende gegangen, die von den Europäischen Streitkräften im Rahmen der Operation SOPHIA von EUNAVFORMED durchgeführt wurde. Dementgegen werden die humanitären Einsätze verschiedener Schiffe, unter ihnen die Dignity und die Bourbon Argos von Ärzten ohne Grenzen, die Vos Hestia von Save the Children und die Phoenix von MOAS (Migrant Offshore Aid Station), in Kürze zu Ende gehen und erst in einigen Monaten werden sie ihre Rettungsmissionen wieder aufnehmen.
Freitag, 4. November 2016
Von der Schwierigkeit, Menschen aufzunehmen: Agrigent
Den letzten Angaben nach scheint Zurückweisung wieder gängige Praxis in den sizilianischen Polizeidirektionen zu sein. Letzte Woche wurden in Agrigent 26 Marokkaner*innen und 3 Algerier*innen abgewiesen, nachdem sie mit einer Fähre aus Lampedusa in Porto Empedocle angekommen waren. Mit ihnen zusammen war auch ein Tunesier gereist, der als „mutmaßlicher Schleuser“ festgenommen wurde. Aus der Fähre, die die Pelagischen Inseln mit Sizilien verbindet, sind ferner ca. zwanzig unbegleitete minderjährige Geflüchtete ausgestiegen, die sich zu den vielen Minderjährigen gesellen werden, die schon in den unzähligen Aufnahmezentren der Provinz Agrigent untergebracht sind. Die Konzentration von Erstaufnahmezentren für Minderjährige, die wie immer als Notlösung funktionieren, ist hier die höchste im ganzen Land.


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Freitag, 21. Oktober 2016
Westsizilien: das Versagen auf Kosten der Hoffnungssuchenden
Die hohe Zahl an Unterbringungen für unbegleitete Minderjährige in der Provinz von Agrigento (mehr als 40), macht ihre Beobachtung umso schwieriger. Viele der sogenannten „hoch spezialisierten“ Erstaufnahmeeinrichtungen für Minderjährige sind höchstens auf Nichtfunktion spezialisiert. Die kritischsten Situationen findet man in Licata, Palma di Montechiaro und Porto Empedocle, jedoch sind die Meldungen, die uns erreichen, unzählige.
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Unterbringung von minderjährigen Geflüchteten
Freitag, 2. September 2016
Wer stirbt, wer ankommt und wer bleibt. Der Hotspot in Pozzallo platzt aus allen Nähten
„Was
die Menschen in Europa nicht verstehen, ist, dass es für einen
Geflüchteten,
der in Libyen ankommt, weniger gefährlich ist, die Flucht
über das Mittelmeer zu wagen, als zurück in sein Ursprungsland
zurück zu gehen,“ sagt A., ein junger Mann aus dem Senegal, der
vor zwei Jahren nach Italien gekommen ist. Wie viele andere
Senegalesen verfolgt er die Rettungsmanöver im Mittelmeer von seinem
Fernseher aus. Dies tut er mit gemischten Gefühlen: Einerseits
empfindet er eine vorübergehende Erleichterung, andererseits kommt
in ihm Wut und Ohnmacht auf. „Wer noch nie in Libyen war, kann sich
nicht im Entferntesten vorstellen, wie es ist, dort um sein Überleben
zu kämpfen. So wie jeder hier in Europa ein Handy mit sich trägt,
trägt jeder Libyer
jeglichen Alters eine
Waffe mit sich – stets griffbereit. Aber das will hier in Italien
niemand hören,“ erzählt er weiter.
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| Die Handelsflotte Jaguar St. John’s im Hafen von Pozzallo - Ph. Lucia Borghi |
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Dienstag, 23. August 2016
San Michele di Ganzaria: Chronik täglicher Gewalt
“Die Lage hier in San Michele ist unerträglich, ihr müsst was tun, um uns zu helfen“. Es ist Mitte Juli und ein Stadtrat der kleinen Gemeinde San Michele di Ganzaria, unweit von Caltagirone, setzt sich mit uns in Kontakt und will mit uns über die Lage der unbegleiteten Minderjährigen reden, die seit Kurzem in einer von der Genossenschaft San Francesco geführten Einrichtung untergebracht sind.
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| Foto: Lucia Borghi |
Freitag, 8. Juli 2016
Viele kommen, wenig Hilfe. Migrant*innen sind unter immer schlimmeren Bedingungen auf sich selbst gestellt
4.500 Menschen wurden innerhalb weniger Stunden gerettet und in die großen sizilianischen Häfen gebracht: Pozzallo, Augusta, Catania, Messina, Porto Empedocle und Palermo. Die Ankunft einer großen Zahl von Migrant*nnen geht paradoxerweise mit einer größeren Unsichtbarkeit der Geflüchteten und geringerer Fürsorge einher. Kommt es zu mehreren Landungen an einem Tag, geschieht es häufig, dass die Mitarbeiter*innen der Nichtregierungsorganisationen sich auf die verschiedenen Häfen aufteilen müssen, damit niemand übersehen wird.
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Mittwoch, 22. Juni 2016
Unbegleitete Minderjährige im Hotspot von Pozzallo. Auf der Route der „Nicht-Aufnahme“
„Ich bin vor einem Monat angekommen, nachdem ich im Sudan und monatelang in Libyen war. Bei meiner Ankunft wurde ich in einem großen Raum mit etwa hundert anderen Menschen eingesperrt. Viele davon waren in meinem Alter, andere älter. Es waren auch Frauen und Kinder dabei. Sie haben mir Wechselkleidung und eine Telefonkarte gegeben und gesagt, dass ich bald in ein Zentrum für Minderjährige verlegt werde. Ein Monat ist nun vergangen und ich bin immer noch hier.“ Die Geschichte von Y., einem 16-jährigen Eritreer, beschreibt die Realität, die hundert unbegleitete Minderjährige erleben. Wie er werden sie unrechtmäßig für Wochen oder Monate im Hotspot von Pozzallo festgehalten. Dutzende von unbegleiteten Minderjährigen kamen mit der letzten Schiffsanlandung am Hafen von Ibleo an. Sie befinden sich immer noch in einem Zustand von Chaos, Durchmischung, Überfüllung und psychischer Belastung im Zentrum, ohne eine geeignete Unterkunft erhalten zu haben.
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Donnerstag, 9. Juni 2016
Palermo, das Spiel mit der Zukunft der unbegleiteten Minderjährigen
Das Telefon läutet zum x-ten Male und wieder ist es Ben*, ein Jugendlicher von 16 Jahren, der darauf besteht, mich so schnell wie möglich zu sprechen. Ich entschließe mich, ihn zu treffen, auch wenn ich keine Gelegenheit habe, mich mit der Organisation in Verbindung zu setzen, die das Zentrum führt, in dem er untergebracht ist. Da es unterschiedliche Einrichtungen gibt, die unbegleitete Minderjährige aufnehmen, ist es schwierig direkt mit den Verantwortlichen zu sprechen.
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