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| Foto von Alberto Biondo |
siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Mittwoch, 22. Juni 2016
Westsizilien: Eine Höllenwoche
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Villa Sikania
Samstag, 3. Oktober 2015
Pressemitteilung Borderline Sicilia: Mit unrechtmäßigen Zurückweisungen wird der Feiertag des 3. Oktober begangen
Mit Empörung haben wir
erfahren, dass das Polizeipräsidium Ragusa am vergangenen Montag, den 28.
September, Zurückweisungsanordnungen an 22 Migranten im CSPA* in Pozzallo
zugestellt hat. Darunter auch an 9 Frauen, von denen zwei bereits als
minderjährig identifiziert wurden und eine schwanger ist.
Ihre Nationalitäten: Madagaskar, Komoren, Ägypten und Somalia.
Zeugen geben an, dass die Migranten, nachdem sie gegen etwa 20 Uhr vor die Tür
des Zentrums gesetzt worden waren, wenige Minuten durch die Straßen Pozzallos irrten,
bis sich ihnen ein Kleinbus näherte und der Fahrer ihnen anbot, sie aus
Sizilien wegzubringen.
Freitag, 28. August 2015
Migration: Ein Kriegsbericht – mehr als 300 Opfer in vier Tagen
Die Berichterstattung über die Migrationsströme in diesen Tagen in Europa wird zu einem Kriegsbericht. Während in den Medien der ganzen Welt darüber diskutiert wird, welche Terminologie man benutzten sollte, um das Phänomen zu beschreiben (Migranten oder Flüchtlinge), überschlagen sich im Internet die Nachrichten über neue Tragödien, die nicht mehr weit weg von Europa stattfinden, sondern die jeden Tag ein bisschen mehr näher kommen zum Herzen des sogenannten „alten“ Kontinents, der sich wie eine „Festung“ verschlossen hat.
Nach der Nachricht, die nicht nur Österreich, sondern ganz Europa schockiert hat, kommen aus dem Mittelmeerraum weitere Todesnachrichten zu uns. Mehr als 100 Migranten sollen auf dem Weg nach Europa ihr Leben verloren haben. Die Anzahl der Opfer steigt von Tag zu Tag. Nach Zählungen des UNHCR sind schon fast 2.500 Tote zu beklagen.
Dienstag, 25. August 2015
Gestorben mit 15 Jahren auf dem Schiff von Ärzten Ohne Grenzen, „Geschlagen in Libyen und tagelang ohne Wasser und Essen gelassen“
Von Meridionews - Das Schiff von Ärzten ohne Grenzen, das heute am Hafen von Augusta festgemacht hat, hat 300 Migranten gerettet und eine Leiche ans Land gebracht. Es ist die Leiche eines 15-jährigen somalischen Jungen. Als er vor zwei Tagen im Kanal von Sizilien mit den anderen Geflüchteten gefunden wurde, war seine Verfassung ernst, aber nicht zu kritisch. An Bord des Schiffes ‚Dignity* wurde er sofort vom Sanitäter-Team der NGO behandelt und im ersten Anlauf hat sein Körper gut auf die Behandlung reagiert. Gestern jedoch ist er an Herzversagen gestorben.
Montag, 17. August 2015
Tote Migranten im Laderaum: Die Toten, die wir ignorieren wollen
Sie sind in der Nacht zwischen Freitag und Samstag aus dem libyschen Zuwara losgefahren, es waren 362, darunter Syrer, Pakistanis und Bengalen, sowie Migranten aus der Subsahara. Heute haben jedoch nur 313 von ihnen mit den eigenen Beinen die Anlegestelle des Hafens in Catania berührt. Die übrigen 49 haben ihren letzten Atemzug in Laderaum des Schleppers ausgehaucht, in dem sie, der paradoxen und absurden Hierarchie der Ärmsten der Armen zufolge, in die „dritte Klasse“ verbannt worden waren. Sie sind an der Inhalation giftiger Gase gestorben, erstickt, ertrunken. Gestorben an der Verzweiflung oder an zu viel Hoffnung.
Mittwoch, 12. August 2015
Soviel Heuchelei und Verwirrung, eine einzige Gewissheit: Der Tod – Palermo
Heute von dem zu erzählen,
was auf Sizilien rund um die Migrationsströme geschieht, ist noch schwieriger geworden
und, unter bestimmten Gesichtspunkten, beängstigend.
Um uns herum Schreckgespenster, die umherschweifen in der Ineffektivität der Zentren der „Nicht“-Aufnahme und der Toten, die zwischen Sperrholzbrettern anlanden, die mancher auch weiterhin Särge nennt.
Donnerstag, 6. August 2015
Massensterben im Mittelmeer. Der letzte Anruf vor der Stille: „Wir sind 600 und der Maschinenraum ist voll Wasser.“
Von Salvo Catalano, Meridionnews.it – Die Erste, die das SOS des Fischkutters, der dann gekentert ist, erhalten hat, war die Aktivistin Nawal Soufi. „Aber kurz danach klingelte das Telefon nicht mehr.“ „Ärzte ohne Grenzen“ erzählt von der Rettung: „Menschen, die sich verzweifelt an irgendetwas geklammert haben, um sich zu retten.“ Und klagt an: „Wir sind um 9:00 Uhr gerufen, aber dann zu einem anderen Einsatz beordert worden; es gibt einen großen Mangel an Ressourcen.“
Samstag, 1. August 2015
Neue Landungen in Messina, Augusta und Pozzallo. Wieder 14 Tote und die Heuchelei des Notstandes
Am
Morgen des 29. Juli sind 453 Migranten in Messina angelandet und mit ihnen
die Leichen ihrer 14 Reisegefährten, die auf der Überfahrt den Tod gefunden
haben.
Die an der Landung beteiligten Helfer
berichteten vor allem vom starken Verwesungsgeruch, den man bereits von der
Mole aus wahrnahm. Sie zeugen von den grauenvollen Bedingungen auf dem
Fluchtweg über das Meer.
Freitag, 10. Juli 2015
4 Boote in Seenot: in der Strasse von Sizilien wurden 393 Migranten gerettet – mindestens 12 haben ihr Leben verloren
meridionews.it
Bei der Ankunft des Schiffes “Dattilo” der Küstenwache am Unfallort, war eines
der verunglückten Boote schon halb gesunken. 106 Passagiere konnten gerettet
werden. In einer weiteren Rettungsoperation konnten ebenso viele Passagiere von
Patrouillenbooten aus Lampedusa in Sicherheit gebracht werden. Weitere drei
Boote haben um Rettung gebeten.
Donnerstag, 9. Juli 2015
Ökumenischer Gottesdienst für 13 Migranten
meridionews - Ihre Leichen sind die ersten, die aus dem am 18. April gesunkenen Wrack geborgen worden sind. Sie sind die Opfer einer Tragödie, die weitere 800 Menschen in den Tod geschickt hat. Heute Morgen haben ihre Beerdigungen stattgefunden. „Ich denke, es ist die zivile Pflicht vom ganz Europa nicht zu vergessen“, sagte der Bürgermeister von Catania Bianco. Der Festakt, an dem Katholiken, Muslime und Kopten teilgenommen haben, war die letzte, verspätete Ehrung an die 13 Migranten, die auf hoher See am 18. April gestorben sind, zusammen mit weiteren 800 Menschen, wenn man den Worten der Überleben glaubt. Dieses Datum wird für immer in der Geschichte der Migration bleibe: Auf dem Seeweg vom Afrika nach Europa sind an diesem unheilvollen Tag sehr viele Menschen gestorben.
Dienstag, 23. Juni 2015
Auf dem Meer wird nun auch durch Pistolenschüsse gestorben
Die
Nachricht über den Tod eines Migranten, verursacht durch einen Schusswechsel im
Meer vor der libyschen Küste, erreichte uns gestern Abend. Die Ermittlungen sind
angelaufen, die Zeugen werden angehört - einer von ihnen, ein junger Mann aus
Gambia wurde ebenfalls verletzt und wird gerade ins Krankenhaus von Palermo
eingeliefert – und zur selben Stunde verbreitet
die Nachrichtenagentur Ansa einen Entwurf der Europäischen Kommission. Das
Papier enthält Neuerungen zur Immigrationspolitik, die als abschließender
Höhepunkt dieses Wochenendes diskutiert werden sollen.
Dienstag, 21. April 2015
Zwischen den großen Zahlen verschwinden
Die Überlebenden der abscheulichen Tragödie dieser letzten Tage sind in dieser Nacht im Hafen in Catania angekommen. 950 vermisste Menschen und dazu neue Opfer vom Schiffbruch, der sich heute Nacht im agäischen Meer ereignete, und andere Vermisste auf See vor der Küste Libyens. Die ungeheuerlichen Zahlen der letzten Tragödien scheinen diejenigen, die seit Monaten und Jahren bereits alles Mögliche an falschen Versprechungen gehört haben, die Sprache zu verschlagen. Aber gerade aufgrund der Heuchelei und des Opportunismus offizieller Diskurse ist es unabdinglich, dass die Stimmen derjenigen Gehör finden, die fundierte und tiefgehende Analysen und Berichte der schockierenden aktuellen Meldungen zu vermitteln versuchen.
Sonntag, 19. April 2015
Erneutes Massaker im Kanal von Sizilien. Rettungskräfte sprechen von 700 Toten
Die Anschuldigungen und Appelle überschlagen sich auf Grund
dessen, was in wenigen Stunden das größte Unglück im Kanal von Sizilien werden
könnte. Nachdem gestern Nacht ein 20 Meter langes Boot mit über 700 Personen an
Bord umkippte, bleibt die Bilanz der
Rettungskräfte ernüchternd: 28 Überlebende und 24 Leichen, die aus dem Meer
geborgen werden konnten. Nach Aussage einiges Zeugen brach das Boot von Ägypten
auf und fuhr dann entlang der libyschen Küste, um Fahrgäste aufzunehmen, es
sollen 950 gewesen sein. „Wir sind zu tiefst betroffen über die Tragödie, es
braucht mutige Taten, um dieser grausamen Realität entgegen zu wirken,“ so die
Antwort der europäischen Kommission auf die Ereignisse. Es waren lokale und
nationale politische Kräfte, die sich nach dem Unglück an die europäischen Kommission wandten. Die
internationale Organisation hat ein Treffen der Innen- und Außenminister
angekündigt. Das Ziel des Treffens ist es eine neue Strategie auszuarbeiten,
die Ende Mai in Kraft treten soll.
Dienstag, 14. April 2015
Im Zeitraum von Januar bis März 500 Tote, 30 mal mehr als 2014
Meridionews – Die Polizei hat entsetzliche Zeugenaussagen einiger in Pozzallo angekommener Verzweifelter gesammelt. Es wurde Mordverdacht gegen den angeblichen Schleusers, der verhaftet wurde, erhoben. Unterdessen hat die Küstenwache in der Nacht mehr als 1000 Personen in die Häfen von Trapani und Palermo gebracht. Unter ihnen auch die neun Leichen des gestrigen Schiffsunglückes nicht weit von Libyen.
Dienstag, 17. März 2015
Auf der Suche nach einen sicheren Ort
In den letzten Tagen folgten Vorschläge und Gegenvorschläge bezüglich der Verwaltung der Grenzkontrollen und der Rettungseinsätze im Mittelmeer von Seiten politischer Vertreter Italiens und der europäischen Institutionen aufeinander.
Die Vorschläge welche Alfano der EU präsentierte, unterstützen die Lobeserklärungen an die Operation Mare Nostrum, die kürzlich auch vom Oberstaatsanwalt von Catania, Giovanni Salvi, kamen. Die Vorschläge des Innenministers beinhalten Abkommen mit Tunesien und Ägypten über die Patrouille der Küsten und die Errichtung von mindestens drei Flüchtlingslagern in afrikanischen Ländern, die als sicher gelten.
Dienstag, 10. Februar 2015
Lampedusa: „Ich habe auf der ganzen Überfahrt gebetet“ so die Ärztin an Bord des Patrouillenbootes
La Repubblica, di RAFFAELLA COSENTINO – Auf der Überfahrt, deren Rückkehr gut 17 Stunden gedauert hat, haben auch die Rettungskräfte um ihr Leben gefürchtet und sogar die Erfahrensten haben sich nicht wohl gefühlt. „Wir hatten nicht mehr ausreichend Decken, der Wind hatte sie fortgeweht. Einige sind zum Aufwärmen in den Maschinenraum geschlüpft und wir mussten anhalten.“ Das sind die dramatischen Aussagen von Gabriella Lattuca vom italienischen Rettungsteam, das unter Kommando der maltesischen Marine steht.
Die Tragödie geht weiter. Weitere dutzende Tote im Meer. Nicht die Kälte sondern die Gleichgültigkeit haben sie getötet.
Pressemitteilung vom COORDINAMENTO ANTIRAZZISTA PALERMITANO*
Sonntag, 8. Februar. Matteo Salvini hat es wieder einmal in Palermo versucht, die Krise und die Angst der Menschen zu instrumentalisieren sowie seine Kampagne des Hasses und des Rassismus zu führen. Aber Hass zeugt nur Hass. Dies zeigt uns unsere Welt, die von Kriegen und Terrorismus zerrissen ist. Die soziale Gerechtigkeit kann nur auf Gleichheit und auf den Kämpfen um die Rechte jedes einzelnen Menschen aufgebaut werden.
Sonntag, 8. Februar. Matteo Salvini hat es wieder einmal in Palermo versucht, die Krise und die Angst der Menschen zu instrumentalisieren sowie seine Kampagne des Hasses und des Rassismus zu führen. Aber Hass zeugt nur Hass. Dies zeigt uns unsere Welt, die von Kriegen und Terrorismus zerrissen ist. Die soziale Gerechtigkeit kann nur auf Gleichheit und auf den Kämpfen um die Rechte jedes einzelnen Menschen aufgebaut werden.
Montag, 9. Februar 2015
Ein erneutes Blutbad
La Repubblica - Sieben Flüchtlinge sind wegen Unterkühlung gestorben und weitere fünfzehn befinden sich in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand. Es passierte ungefähr Hundert Meilen von der Insel Lampedusa entfernt. Die Migranten gehören zu den 105 Flüchtlingen, die im Laufe der Nacht gerettet wurden. Der Einsatz wurde gestern im frühen Nachmittag beim Centro Nazionale di Soccorso della Guardia Costiera di Roma über Satellitentelefon angefordert. In das Gebiet wurden auch die Patrouillenboote CP 302 und CP 305 aus Lampedusa geschickt.
Dienstag, 23. Dezember 2014
Die Schuld und die dunkle Seite des Aufnahmesystems: Was erwartet diejenigen, die sich aus dem Meer retten können?
In der vergangenen Woche haben ungefähr 1000 Migranten die sizilianischen Küsten erreicht und somit die Häfen von Catania, Augusta und Pozzallo. Neue Routen und verzweifelte Navigationssysteme, die bezeugen wie unaufhaltsam die Flucht ist von denen, die sich zwischen Revolten und immer eingeschränkteren Seenotrettungsdienste bewegen. Migranten, die flüchten um zu überleben, es aber leider nicht immer schaffen.
Montag, 4. August 2014
Zerstörte Leben, die in den Medien keine Beachtung finden
Es ist besser, einige
Informationen zu verheimlichen. Es ist besser, dass die Leute die Wahrheit
nicht kennt. Es ist besser, Propaganda zu betreiben.
Die Kommunikation ist
eine gefährliche Waffe. Sie ist heute in den Händen derjenigen, die die Welt
beherrschen, die über Leben und Tod und darüber entscheiden, ob ein Leben
wichtig ist oder nicht!
Man beklagt die
Invasion, den Notstand sowie die durch Krankheiten verursachten Epidemien, die
angeblich wegen der an unseren Küsten
ankommenden Migranten wieder auftauchen.
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