“We’re Sirians, you know how we feel” (Wir sind Syrer. Ihr wisst, wie wir uns fühlen“. H. liest mir in meinen Augen meine Frage ab. Er erahnt sie und vernichtet sie mit einem Lächeln. Wir schauen uns eine gewisse Zeit lang gegenseitig an, als wir uns vor dem Eingang des permanenten Zeltlagers am Hafen von Augusta befinden. Dort ist gestern um zehn Uhr morgens das Militärschiff der Marine „Spica“ mit 507 Migranten an Bord, darunter 60 unbegleitete Minderjährige, angekommen. Sie sind, wie so oft, unterschiedlicher Nationalität: Syrien, Gambia, Nigeria, Somalia und Guinea. Die Rettung, die zunächst von dem Schiff „San Giorgio“ durchgeführt wurde, ist das Ergebnis von drei Einsätzen auf offener See.
siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Freitag, 24. Oktober 2014
Freitag, 5. September 2014
Die Gewalttätigkeiten gegen die Migranten gehen weiter. Einzelfälle oder sich massiv ausbreitende Intoleranz?
Die unbegleiteten Minderjährigen, die im B&B 'Aloha von Portopalo', welches als Erstaufnahmezentrum genutzt wird, untergebracht sind, haben mehrfach beklagt, dass sie von der ortsansässigen Bevölkerung entlang der Straße beleidigt worden seien. Erst gestern haben wir von den Zeugenaussagen der Migranten berichtet, die seit elf Monaten im SPRAR (sistema di protezione per richiedenti asilo e rifugiati – Schutzssystem für Asylbewerber und Flüchtlinge) von Palagonia, in der Provinz Catania, leben. Sie haben wiederholt gewalttätige Angriffe durch einige Jugendliche des Ortes erlitten, auch körperlicher Art.
Mittwoch, 6. August 2014
Portopalo: CAS für unbegleitete Minderjährige vor dem Kollaps. Die Erzählung eines jungen Bewohners
Das CAS (centro di accoglienza straordinaria, außerordentliches
Aufnahmezentrum) für unbegleitete Minderjährige „Villa Montevago“ in
Caltagirone hat am Freitagabend die Türen geschlossen. Die Jugendlichen sind
wieder dem CAS von Ispica zugeteilt worden (63 von ihnen), sowie dem in
Portopalo von Capo Passero in der Provinz Siracusa, wohin 29 Jugendliche
geschickt wurden, zusätzlich zu den 44 bereits im ehemaligen B&B „Aloha“
Untergebrachten. Die neu Angekommenen sind alle aus Mali, wie sich im Gespräch
mit einem Jungen aus Gambia herausstellt, der schon seit zwei Monaten im
Zentrum lebt. Es handelt sich um einen weiteren Schritt des Übergangs, von
einem Sonderunterbringungszentrum ins nächste, immer darauf wartend in ein
Sprar-Zentrum versetzt zu werden, oder in eine spezielle Einrichtung, und die
Dokumente zu erhalten, die ihnen den Beginn eines neuen Lebens erlauben.
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