siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Mittwoch, 2. August 2017

Die Aufnahme in Agrigent, Trapani und Palermo: Durcheinander, Chaos und Verwahrlosung

Das Spiel um Menschenleben geht weiter – Europa befindet sich in einer Sackgasse, deren einzige Folge der Tod einer gesamten Gesellschaft ist. Der Refrain, den wir jeden Tag zu hören bekommen, lautet „Invasion“ und „lass uns ihnen helfen, dort wo sie zu Hause sind“. Dieser Reim hat Wiederausbrüche eines schleichenden Rassismus verursacht, der in unseren Städten, von Aosta im Norden bis Palermo im Süden, wie auch in kleineren Zentren, wie Castell’Umberto und Porto Empedocle, zu hässlichen Zwischenfällen geführt haben.
Protest der Kaufleute von Porto Empedocles (AG) gegen die Eröffnung eines Zentrums für Minderjährige

Mittwoch, 5. Juli 2017

Die Kriminalisierung der Unterstützer*innen für Migrant*innen seitens derer, die in Wirklichkeit für Tod und Gewalt verantwortlich sind

Vor kurzem wurde der Internationale Tag des Geflüchteten mit viel Heuchelei und großen Widersprüchen begangen. Einige begnügten sich mit der Veranstaltung eines Fußballmatchs oder eines Festes auf der Piazza. Andere öffneten sogar ihr Aufnahmezentrum, damit die Bürger*innen es wie einen Zoo besichtigen konnten. Die Politiker*innen hatten so Gelegenheit, einen großartigen Auftritt hinzulegen und wortreich für das Schicksal der Migrant*innen einzutreten. Aber es gab auch einige, die ungestört ein Mal mehr Unwahrheiten im Fernsehen sagen und die öffentliche Meinung zu hasserfülltem Rassismus anstacheln konnten.

Hafen von Palermo, 19. Juni, Ankunft des Schiffs Diciotti - Migrant*innen stehen Schlange unter der Sonne, sie warten auf ihre Erstidentifizierung

Montag, 28. November 2016

Das sind doch keine Menschen, sondern Marokkaner*innen!

Wir haben uns ein bisschen Zeit genommen, um davon zu berichten, was in Palermo vor drei Wochen passiert ist. Damals brachte das Schiff „Dattilo“ der italienischen Küstenwache 1048 Flüchtende nach Palermo. Wir haben uns ein bisschen Zeit genommen, um die systematischen, menschenunwürdigen Zustände zu beschreiben, die tägliche Rechtsbrüche darstellen. Und wir haben uns ein bisschen Zeit genommen, um an jene zu erinnern, die in Italien und Europa weniger als Tiere gelten. Sie sollen durch diesen Artikel ein wenig Erleichterung aus ihrer täglichen Qual finden. Wir nehmen Bezug auf einen anonymen Brief, der uns erreicht hat. Er stammt von einem freiwilligen Helfer, der am Hafen zugegen war.

Freitag, 4. November 2016

Von der Schwierigkeit, Menschen aufzunehmen: Palermo

In den letzten Tagen haben wir die Erklärungen des Bürgermeisters von Gorino und über die Proteste seiner Mitbürger*innen gelesen. Viele von uns haben jene Fälle verurteilt. Ohne Zweifel haben Rassismus und Unwissenheit Ungeheuer für die Titelseiten geschaffen, aber es ist zu leicht „auf das Rote Kreuz zu feuern.“ Kein Medium hat die Fehler der Präfektur und der anderen übergeordneten Institutionen hervorgehoben, die es nicht geschafft haben einen Aufnahmeplan zu strukturieren. Es gibt kein Interaktionsprojekt zwischen den Neuankömmlingen und der lokalen Gemeinschaft. Man hat sicher erst in der Notsituation geregt, um den hundertsten sozialen Konflikt zu entfachen: eine Methode um das wahre Gesicht der Migrationspolitik zu verbergen und weiterhin Opfer zu fordern. 

Von der Schwierigkeit, Menschen aufzunehmen: Agrigent

Den letzten Angaben nach scheint Zurückweisung wieder gängige Praxis in den sizilianischen Polizeidirektionen zu sein. Letzte Woche wurden in Agrigent 26 Marokkaner*innen und 3 Algerier*innen abgewiesen, nachdem sie mit einer Fähre aus Lampedusa in Porto Empedocle angekommen waren. Mit ihnen zusammen war auch ein Tunesier gereist, der als „mutmaßlicher Schleuser“ festgenommen wurde. Aus der Fähre, die die Pelagischen Inseln mit Sizilien verbindet, sind ferner ca. zwanzig unbegleitete minderjährige Geflüchtete ausgestiegen, die sich zu den vielen Minderjährigen gesellen werden, die schon in den unzähligen Aufnahmezentren der Provinz Agrigent untergebracht sind. Die Konzentration von Erstaufnahmezentren für Minderjährige, die wie immer als Notlösung funktionieren, ist hier die höchste im ganzen Land.



Dienstag, 25. Oktober 2016

Das Tagebuch von Campobello di Mazara

Wir sind Simon und Verena, zwei Anthropologiestudierende aus Bozen, die sich entschieden haben einen der Schauplätze der Migration zu besuchen, von denen uns unsere Freund*innen von Borderline Sicilia "erzählt" haben. Wir wollten diese Wirklichkeit mit unseren eigenen Augen sehen, dazu haben wir die Aktivist*innen von Campobello für mehr als einen Monat in einem Dorf begleitet, indem sich zurzeit wegen der Olivenernte viele Migrant*innen aufhalten. Unsere Erfahrungen haben wir versucht in einem Tagebuch festzuhalten.


Montag, 5. September 2016

Neue Landungsverfahrensweisen oder das komplette Durcheinander? Die „verzögerter Landung“ in Messina ist kein Einzelfall

In aleis strenua – in pugna invicta”, „Entschlossen in der Risikobereitschaft, unbesiegbar in den Kämpfen“ Das ist das Motto der mächtigen Virginio Fasan (F591), einer Fregatte der Militärmarine, deren unüblicher und verlängerter Aufenthalt im Hafen von Messina die Neugier der Passanten geweckt hat und die Zweifel der örtlichen Aktivist*innen nach sich gezogen hat. Diese Bedenken wurden in der Pressemitteilung der PRC* von Messina ausgedrückt. Diese hat wiederum dazu geführt, dass wir gerade noch rechtzeitig angekommen sind, um den letzten Akt der Landung mitzuerleben, die die längste und anstrengendste der letzten Zeit geworden ist. Die letzte Gruppe Migrant*innen, ca. 150 von insgesamt 1159 Personen, durfte erst gegen 21:00 Uhr am Donnerstag, den 1. September, das Schiff verlassen, also mehr als 48 Stunden nachdem die Landungsaktion am späten Nachmittag des Dienstags, den 30. August, angefangen hatte.

Sonntag, 31. Juli 2016

Die Aufnahme von Minderjährigen, genannt „Die Hölle“

Wir blicken den Maßnahmen, die hier in Sizilien von institutioneller Seite ergriffen werden, mit starkem Kummer entgegen. Die Institutionen haben die Pflicht alle Menschen und vor allem Minderjährige zu schützen, unter Einhaltung der nationalen und internationalen Normen.

Dienstag, 12. Juli 2016

Agrigento, Trapani und Palermo: Ankünfte und Abweisungen

Ausgang  der Ladungsoperationen in den Häfen von  Palermo, Trapani und Porto Empedocle am 7. Juli 2016:

1038 Palermo
658 Trapani
246 Porto Empedocle

Für den italienischen Staat sind dies lediglich Zahlen. Oftmals werden Menschen ebenfalls nur wie Zahlen behandelt.