Antoniomazzeo.blogspot.it - Millionengeschäfte mit der "Aufnahme" von Migrant*innen in Italien machen nicht nur "Pseudokooperativen" und falsche Vereine - es sind auch bekannte Bauunternehmen und sogar eine Kapitalgesellschaft, die von der Regierung kontrolliert wird.
So steht es im "Bericht über den Betrieb des eingeführten Aufnahmesystems angesichts der besonderen Anforderungen, die mit dem außergewöhnlichen Zustrom von Fremden auf nationales Territorium verbunden sind“ aus dem Jahr 2015, der am 13. März 2017 durch Innenminister Marco Minniti dem Senatspräsidenten der Republik übergeben wurde.
siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Donnerstag, 6. Juli 2017
Freitag, 24. April 2015
Diese Vereinigung unserer Welten wird unser Rettungsring sein
Hafen von Catania, im August 2014
Abramo (Abraham) sucht in der Menge das Gesicht seines jüngeren Bruders.
„Er hat Somalia verlassen, er muss unter diesen Leuten sein, die vom Schiff kommen, aber ich kann mich nicht nähern. Hilf mir, ich bitte dich.“
Ich gebe ihm die Nummer meines Mobiltelefons und verschwinde in der Menge: auf dem Schiff der italienischen Militärmarine, die damals noch für die Operation Mare Nostrum unterwegs war, befinden sich etwa 200 Personen aus Subsahara Afrika – auch Leute aus Somalia!
Dienstag, 17. März 2015
Auf der Suche nach einen sicheren Ort
In den letzten Tagen folgten Vorschläge und Gegenvorschläge bezüglich der Verwaltung der Grenzkontrollen und der Rettungseinsätze im Mittelmeer von Seiten politischer Vertreter Italiens und der europäischen Institutionen aufeinander.
Die Vorschläge welche Alfano der EU präsentierte, unterstützen die Lobeserklärungen an die Operation Mare Nostrum, die kürzlich auch vom Oberstaatsanwalt von Catania, Giovanni Salvi, kamen. Die Vorschläge des Innenministers beinhalten Abkommen mit Tunesien und Ägypten über die Patrouille der Küsten und die Errichtung von mindestens drei Flüchtlingslagern in afrikanischen Ländern, die als sicher gelten.
Montag, 3. November 2014
89 Überlebende erreichen Pozzallo. Erschreckende Bilder des x-ten Schiffbruchs rufen alle zum Handeln auf.
Es ist der 31. Oktober. Die Aufmerksamkeit nationaler und internationaler Medien ist auf die Operation Triton gerichtet, die in Kürze ihre Arbeit aufnimmt, und auf ihr Zusammenspiel mit Mare Nostrum. Die Unklarheit über Triton riskiert unnütze Diskussionen zu schüren und von den entscheidenden Problemen der Operation abzulenken. Das Sterben von Migranten an der südlichen EU-Außengrenze geht unterdessen weiter.
Donnerstag, 16. Oktober 2014
Das Aus für Mare Nostrum ist amtlich. Ab 1. November bleibt nur Triton
RedattoreSociale – Stop für Mare Nostrum, ab 1.November startet Triton, und
die beiden Operationen werden nicht nebeneinander bestehen. Es war
Sache des Innenministers Angelino Alfano die Entscheidung der Regierung heute während
einer Informationsstunde in der Abgeordneten-Kammer bekannt zu geben.
„Mare Nostrum wird nicht neben Triton weiterbestehen, sondern wird
beendet. In Übereinstimmung mit dem Premierminister wird in einer
nächsten Sitzungen des Ministersrates der Beschluss über die
Beendigung der Operation gefasst“, sagte Alfano; „neben Italien
werden 19 weitere Staaten an der Operation Triton teilnehmen, die von
Frontex koordiniert wird. Das Budget von Frontex wird um zusätzliche
20 Mill. Euro für 2015 steigen. Die Operation wird 3 Mill. Euro (pro
Monat) kosten, weniger als ein Drittel der Kosten von Mare Nostrum,
und nicht nur Italien wird bezahlen.“
Sonntag, 7. September 2014
„Frontex Plus wird Mare Nostrum nicht ersetzen“. Vertagung seitens der EU auf die Zeit nach Malmstrom
RedattoreSociale.it - „Habt Geduld und lasst die Experten ihre Arbeit tun; sobald sie fertig sind, können wir die Ergebnisse bewerten.“ So versucht Michele Cercone, Sprecher der EU-Kommissarin für Innenpolitik Cecilia Malmström, die Gemüter nach den Polemiken der letzten Tage über die Kehrtwendung der EU in Hinblick auf den Frontex Plus-Einsatz, der nun den Namen Triton trägt, zu beruhigen.
Dienstag, 26. August 2014
Ankunft in Augusta der Überlebenden einer erneuten Tragödie. 24 Leichname und hunderte Vermisste
Im Handelshafen von Augusta ist es unruhig, als ich um 14 Uhr dieses
warmen und windigen Nachmittags den Kai betrete. Das Schiff „Fiorillo“
von der Küstenwache liegt schon seit zwei Stunden im Hafen, überfüllt
mit Migranten, aber die Anlandung hat noch nicht begonnen. Vor dem
Schiff wartet eine Traube aus Menschen: Ärzte des Roten Kreuzes und der
Ärzte ohne Grenzen, Arbeiter des Zivilschutzes, Vertreter von OIM, UNHCR
und Save the Children für das Projekt Praesidium, Polizei, Carabinieri
und Zollbeamte.
Samstag, 23. August 2014
Vendicari, Augusta, Pozzallo: Neue Serie von Ankünften und Anlandungen
Eine Serie von Ankünften
ohne Pause hat die Stunden zwischen der Nacht des 21. und dem Morgen des 22.
August bestimmt. Der Erklärung des stellvertretenden Kommissars Carlo Parini
zufolge, die er im Namen der truppenübergreifenden Gruppe für illegale
Einwanderung der Staatsanwaltschaft von Syrakus abgegeben hat, ist Donnerstagnacht
um 22 Uhr ein blaues Segelschiff von ca. 10 Metern Länge in dem Naturreservat
der kleinen Insel Verdicari gestrandet. Ungewöhnlicher Weise soll das Schiff von
der Türkei aus aufgebrochen sein. Es wurde nicht von den Schiffen der Operation
„Mare Nostrum“ abgefangen, da diese schon mit weiteren Hilfsoperationen
beschäftigt waren.
Mittwoch, 13. August 2014
PalaSpedini in Catania in 24 Stunden belegt und geräumt
282 Migranten, die gestern vom Patrouillenschiff der Marine Borsini gerettet worden waren, wurden gegen 17 Uhr in die ehemalige Turnhalle PalaSpedini in Catania gebracht, um von dort aus weiter in andere Zentren Ostsiziliens verteilt zu werden. Es handelte sich jedoch nur um einen kurzen Aufenthalt, wie ich selber feststellen konnte, da ich heute morgen gegen 10:30 Uhr dort war.
Montag, 11. August 2014
Zweitausend Migranten in 48 Stunden gerettet, zwei Schlepper in Pozzallo festgenommen
Repubblica.it – Während der Exodus in der Straße von
Sizilien mit weiteren 2.000 Migranten in den letzten 48 Stunden weitergeht, hat
die Polizei von Ragusa zwei Schlepper des gestrigen Anlandung mit 166 Migranten
in Pozzallo festgenommen. Unter den Migranten, Syrer und Ägypter, waren viele
unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die zwei Schlepper, beide 21 Jahre alt,
sind im Gefängnis: Vor der Fahrt haben sie mehr als eine Woche gewartet mit der
Intention das Boot so voll wie möglich mit Menschen zu beladen.
Samstag, 2. August 2014
Lampedusa: Ende der Operation „Strade Sicure“ (Sichere Straßen)
Nach 28 Jahren ununterbrochener Präsenz auf Lampedusa wird die
Operation „Strade sicure“ auf der Insel jetzt beendet. Alle 70 Soldaten sind
von der Insel abgezogen, gleich nach der Abschiedszeremonie, die am vergangenen
Donnerstag am frühen Nachmittag auf dem Platz gegenüber der Kirche der Stadt stattfand.
Zum Abschied sprach die Bürgermeisterin Nicolini auf der Presskonferenz, die
mit bewegten Worten erklärte, der Abzug der Soldaten bedeute einen großen
Verlust für die Insel.
Montag, 21. Juli 2014
Im Mittelmeer treiben Leichen an der Oberfläche. Jetzt stehen wir vor einem ständigen Blutbad und die Regierungen öffnen immer noch keine Korridore für einen geschützten Zugang
Nach den Leichen vor der Küste Libyens gibt das Meer nun arme menschliche Überreste zurück, welche an den Stränden vom Golf von Gabés in Tunesien, nahe der libyschen Grenze angeschwemmt werden. Überreste, die wahrscheinlich von den Meeresströmen und dem Wind dorthin bewegt werden, welcher zu dieser Jahreszeit hauptsächlich aus dem Osten Richtung Westen bläst. Wer solche Bilder nicht sehen möchte, der kann mich also gleich löschen oder irgendwo anders surfen.
Mittwoch, 16. Juli 2014
Trapani: Das Schiff „Etna“ läuft mit 1171 Migranten im Hafen ein
Trapanioggi.it – von Ornella Fulco
Es sind 1171 Migranten, unter ihnen 193 Frauen und 87 Minderjährige, die von der italienischen Marine in den Hafen von Trapani gebracht wurden. Sie stammen aus Syrien, Eritrea, Nigeria, Senegal und anderen Ländern südlich der Sahara. Sie wurden in der Meerenge von Sizilien in fünf verschiedenen Rettungseinsätzen geborgen, zwei dieser Einsätze wurden direkt von der „Etna“ ausgeführt.
Donnerstag, 3. Juli 2014
45 Leichen im Fischerboot: Schlepper verhaftet
newsat - Die Flüchtlingstragödien vor Italiens Küste reißen
nicht ab: Die italienische Polizei hat am Donnerstag zwei weitere
mutmaßliche Schlepper an Bord des Fischerbootes mit 590 Flüchtlingen
identifiziert, in dem in der Nacht auf Montag 45 Leichen gefunden worden
waren. Dabei handelt es sich um zwei Senegalesen. Am Mittwoch waren
bereits zwei mutmaßliche Schlepper festgenommen worden. Sie sollen von
den Organisatoren der Überfahrt 15.000 Euro kassiert haben.
Samstag, 28. Juni 2014
Immigration: Mehr als tausend Menschen in der Straße von Sizilien gerettet
Repubblica.it - Mehr als tausend Migranten, um genau zu sein
1.082, wurde innerhalb weniger Stunden im Rahmen der Operation Mare Nostrum
gerettet. In den gleichen Stunden entbrannte an Land eine Polemik zwischen der
Gewerkschaft der Polizei (Sap) und dem Ministerium für Öffentliche Sicherheit,
nachdem einige in Catania eingesetzte Polizisten positiv auf Tuberkulose
getestet wurden.
Donnerstag, 26. Juni 2014
Messina, 500 Migranten kommen im Hafen an. 20 Syrer versuchen zu fliehen. 2 Schlepper verhaftet, die die Weiterreise in Lieferwagen nach Mailand für 3000€ anboten
Repubblica.it
– 500 Migranten sind im Hafen von Messina mit dem Marineschiff „Etna“ angekommen.
Es handelt sich hauptsächlich um Eritreer, Somalier und Pakistaner: 372 Männer,
32 Minderjährige und 96 Frauen, 7 von ihnen schwanger. Sie waren auf zwei
Booten unterwegs und wurden von zwei Schiffen gerettet und dann anschließend
auf die „Etna“ verlegt. Viele von ihnen werden in den Zeltstädten untergebracht,
die die Stadt aufgrund der vielen Anlandungen eingerichtet hat; Andere werden
auf verschiedene Zentren in Sizilien verteilt.
Freitag, 13. Juni 2014
Schon wieder 1000 Flüchtlinge vor Italien geborgen
DW - Erneut haben mehr als 1000 Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt von Nordafrika nach Europa gewagt. Italien will viele von ihnen in die sizilianische Stadt Porto Empedocle bringen. Dort liegen die Nerven blank.
Vor den Küsten Italiens und Maltas sind nach Angaben der Behörden erneut rund 1200 Flüchtlinge aus teils leckgeschlagenen und überfüllten Booten gerettet worden. Erst am Donnerstag und Freitag hatten die italienische Küstenwache und das Militär mehr als 3000 Migranten geborgen und in Sizilien an Land gebracht. Seit Januar sind damit fast 47.000 Menschen von Nordafrika über das Mittelmeer nach Italien gekommen - mehr als im gesamten Jahr 2013.
Vor den Küsten Italiens und Maltas sind nach Angaben der Behörden erneut rund 1200 Flüchtlinge aus teils leckgeschlagenen und überfüllten Booten gerettet worden. Erst am Donnerstag und Freitag hatten die italienische Küstenwache und das Militär mehr als 3000 Migranten geborgen und in Sizilien an Land gebracht. Seit Januar sind damit fast 47.000 Menschen von Nordafrika über das Mittelmeer nach Italien gekommen - mehr als im gesamten Jahr 2013.Mittwoch, 28. Mai 2014
Beerdigung der 17 ertrunkenen Migranten: Auch eine Beerdigung der Menschenwürde
Heute morgen wurden in Catania die 17 festgestellten Opfer (12 Frauen, 3 Männer und 3 Mädchen) beigesetzt, die am 12. Mai ertrunken sind. Die Gemeinde Catania hat sich nach 2 Wochen und einigem Zögern dafür entschieden, die Leichname auf dem Friedhof der Gemeinde zu beerdigen. Die 17 Särge waren alle Identitätslos, auch wenn 3 Personen zuvor identifiziert worden waren. Wir können die Notwendigkeit nicht nachvollziehen, innerhalb von weniger als 24 Stunden die Mehrheit der Überlebenden von Sardinien in die Toskana zu versetzen. Dadurch wurde nicht nur der Identifizierungsprozess vereitelt, sondern auch die Feststellung der Verantwortlichkeiten für den Schiffsbruch.
Dienstag, 20. Mai 2014
Einwanderung: Zwei Flüchtlingsboote mit 100 Kinder an Bord gerettet
ANSA– Südlich von Capo Passero, im
Einsatzgebiet der Operation Mare Nostrum, führte die Militärmarine eine
Rettungsintervention von Migranten durch. „Der Helikopter, an Bord der Fregatte
Grecale, hatte gestern südlich von Capo Passero zwei Holzboote mit
zahlreichen Flüchtlingen ausfindig gemacht. Auf Grund eines Schadens wurde
eines der Boote vom anderen gezogen,“ so das Büro der Militärmarine. „Wegen
fehlender Sicherheitsausstattung an Bord der beiden Boote und der schlechten
Wetterbedingungen auf See kam es zur Intervention der Fregatte Grecale.
Dienstag, 13. Mai 2014
Erneutes Unglück: Schiffbruch vor Lampedusa. Bisher 17 Leichen geborgen.
taz - ROM dpa
| Nach dem neuen Unglück mit mindestens 17 toten Flüchtlingen vor der
Insel Lampedusa hat Italien mehr Unterstützung von der EU gefordert.
„Sie lässt uns alleine, aber sie kann nicht Staaten und Banken retten
und dann Mütter mit ihren Kindern sterben lassen“, kritisierte
Regierungschef Matteo Renzi.
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