siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Donnerstag, 28. Januar 2016

Neue Anlandungen und hunderte von Abschiebungen in Pozzallo und auf Lampedusa

Anlässlich unseres Besuchs im Hotspot von Pozzallo vor einigen Tagen haben wir wiederholt nach Erklärungen gefragt, wie die Trennung der „Wirtschaftsflüchtlinge“ von den Asylbeantragenden erfolgt. Die Beamtin der Präfektur hat es uns erklärt: Nachdem die Anlandung abgeschlossen ist, werden die Geflüchteten mit einem Bus in das Zentrum verlegt, das nur wenige hundert Meter entfernt liegt; sie werden durch einen Seiteneingang, der direkt zum Hafen führt, in das Gebäude gebracht; dort gibt es ein erstes Gesundheitsscreening; danach folgt sofort die Voridentifikation mit dem Ausfüllen des sogenannten „Meldezettels“, mit dem nach den Motiven für die Flucht geforscht wird.

Dienstag, 19. Januar 2016

Frontex und humanitäre Organisationen treffen sich in Catania

Pressemitteilung

Am Donnerstag, den 14. Januar haben sich im Presseraum des Polizeipräsidiums von Catania Vertreter der Polizei, der humanitären Organisationen, Frau Paglialunga und Herr Nicolao, der regionale Verantwortliche von Frontex, zu einem Austausch getroffen. 

Sonntag, 17. Januar 2016

Die Drehtüren der Festung Europa

Das Bild, das mir in dieser Zeit oft in den Sinn kommt, ist das der Drehtür eines Hotels, in der sich Kinder zum Spaß ohne Ende drehen. Wenn sie aus diesem schwindelerregenden Spiel aussteigen, sind sie an ihrem Ausgangspunkt, aber mit einem Kopf, in dem es sich dreht.

Dienstag, 5. Januar 2016

Ein Abend auf der Piazza von Lampedusa

Es ist 19 Uhr, eine Menge junger Männer und Frauen aus Eritrea sitzt stumm und geordnet auf den Stufen der Kirche. Sie halten in ihren Händen Plakate, auf denen steht "Wir sind Geflüchtete" "Keine Fingerabdrücke", wegen der Kälte sind sie eng aneinander gerückt.
Ich überquere mit meinen Einkaufstüten den Platz und mache vor ihnen Halt, um zu verstehen, worum es geht.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Borderline Sicilia klagt an: Verletzung und Missbrauch der Rechte von Migrant*innen in der Provinz Agrigent

Die kürzlich gängig gewordene Praxis der Zurückweisung und Abschiebung von Asylantragsteller*innen nimmt beunruhigende Ausmaße an. Seit September stellt die Quästur von Agrigent zeitversetzte Abschiebeverfügungen an Geflüchtete aus folgenden Ländern aus: Gambia, Senegal, Mali, Elfenbeinküste, Guinea, Nigeria, Ghana, Pakistan, Somalia, Eritrea, Marokko, Tunesien und Ägypten.

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Eritreer: Schilder und Slogans auf Lampedusa. „Wir sind Flüchtlinge; keine Fingerabdrücke“

Redattore Sociale – Ungefähr 250 Personen haben sich heute Morgen versammelt. Zu einem Großteil handelt es sich um Eritreer, die seit mindestens zwei Wochen auf der Insel sind und im CPSA* von Contrada Imbriacola** festgehalten werden. Viele von ihnen befinden sich im Hungerstreik.

Dienstag, 10. Februar 2015

Lampedusa: „Ich habe auf der ganzen Überfahrt gebetet“ so die Ärztin an Bord des Patrouillenbootes

La Repubblica, di RAFFAELLA COSENTINO – Auf der Überfahrt, deren Rückkehr gut 17 Stunden gedauert hat, haben auch die Rettungskräfte um ihr Leben gefürchtet und sogar die Erfahrensten haben sich nicht wohl gefühlt. „Wir hatten nicht mehr ausreichend Decken, der Wind hatte sie fortgeweht. Einige sind zum Aufwärmen in den Maschinenraum geschlüpft und wir mussten anhalten.“ Das sind die dramatischen Aussagen von Gabriella Lattuca vom italienischen Rettungsteam, das unter Kommando der maltesischen Marine steht. 

Montag, 9. Februar 2015

Ein erneutes Blutbad

La Repubblica -  Sieben Flüchtlinge sind wegen Unterkühlung gestorben und weitere fünfzehn befinden sich in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand. Es passierte ungefähr Hundert Meilen von der Insel Lampedusa entfernt. Die Migranten gehören zu den 105 Flüchtlingen, die im Laufe der Nacht gerettet wurden. Der Einsatz wurde gestern im frühen Nachmittag beim Centro Nazionale di Soccorso della Guardia Costiera di Roma über Satellitentelefon angefordert. In das Gebiet wurden auch die Patrouillenboote CP 302 und CP 305 aus Lampedusa geschickt.

Sonntag, 8. Februar 2015

Die Tür bleibt nur angelehnt

Das Ende der Operation Mare Nostrum hat zu Ergebnissen geführt, die von jedem von uns vorhergesehen werden konnten, nur nicht von unseren Politikern. Die Menschen, die von der libysche und tunesischen Küste aus aufbrechen nehmen meistens Kurs auf Lampedusa, besonders in dieser Zeit, in der die Bedingungen auf dem Meer eine Überfahrt eigentlich verbieten; auch die Schiffe der Küstenwache haben Probleme zu navigieren oder Migranten
zu retten, wie sie es am 5. Februar getan haben.

Donnerstag, 5. Februar 2015

Die Anlandungen der Migranten beginnen wieder, 179 Personen auf dem Weg nach Lampedusa

Nuovo sud – Trotz schlechter Bedingungen auf dem Meer von der Küstenwache gerettet
Heute Morgen hat das nationale Rettungszentrum der Küstenwache in Rom zwei Anrufe per Sattelitentelefon erhalten, die auf zwei Schlauchboote mit Migranten in Schwierigkeiten vor der libyschen Küste hinwiesen. Erste Hilfe - so eine Meldung der Küstenwache – leistete ein Handelsschiff, das in der Gegend unterwegs war. Die Ooc Cougar hat auf Anweisung des nationalen Rettungszentrums der Küstenwache 80 Migranten eines Schlauchbootes an Bord genommen und sich dann zum zweiten Schlauchboot begeben und weitere 99 Migranten gerettet. Zeitgleich sind trotz der widrigen Bedingungen auf See zwei Schnellboote der Küstenwache von Lampedusa aufgebrochen, um den Frachter zu unterstützen. Jetzt sind die 179 Migranten auf dem Weg zum Hafen von Lampedusa, wo sie morgen bei Anbruch des Tages eintreffen werden.

Aus dem Italienischen von Rainer Grüber 

Mittwoch, 4. Februar 2015

Die Grenze kehrt nach Lampedusa zurück

riforma.it - Marta Bernardini: “Terroristen zwischen den Migranten auf den Booten? Die suchen sich sicherere Wege, um nach Europa zu gelangen.“

Lampedusa bleibt ein wichtiger Ort, um die Migrationsbewegungen im Mittelmeer zu verstehen. Seit November 2014 haben wir einer politischen Entwicklung zur Migration über See in Italien und Europa beigewohnt: von Mare Nostrum zu Mos Maiorum bis hin zu Triton, welches durch Frontex koordiniert wird. Eine Entwicklung die, wie schon von Beobachtern erwartet, negativ ist. Marta Bernardini von der Beobachtungsstelle Mediterranean Hope spricht mit uns darüber, wie sich die Situation auf der Insel Lampedusa, die nun wieder mitspielt im Notstand der Ankünfte, verändert hat. Was hat sich in diesen Monaten verändert?

Donnerstag, 8. Januar 2015

Ankünfte in Lampedusa

Il velino - 73 Flüchtlinge, die im Kanal von Sizilien von der Küstenwache gerettet wurden, sind gegen 4 Uhr morgens in Lampedusa angekommen. Es handelt sind nur um Männer, alle sind in gutem Gesundheitszustand, sie kommen aus unterschiedlichen Regionen südlich der Sahara. Die Rettungsmaßnahmen wurden gestern eingeleitet, als ein Flüchtling durch ein Satellitentelefon das nationale Rettungszentrum der Küstenwache anrief und um Hilfe bat.

Freitag, 5. Dezember 2014

Agrigent - Eine Mauer des Schweigens

Im Unterschied zu anderen Orten auf Sizilien scheint in der Provinz Agrigent ein Zustand des Friedens und der Ruhe zu herrschen. Aber das ist nur scheinbar so. In der Provinz Italiens, in der die wenigsten leben möchten (statistische Daten aus diesen Tagen), scheint in den Aufnahmezentren alles in Ordnung zu sein.

Freitag, 10. Oktober 2014

Inside Italy: „Wenn die Operation Mos Maiorum bis nach Syrakus gekommen wäre“

Wenn ihr einmal in Syrakus vorbeikommt – ich selbst hab es getan, weil ich am Oltremare Festival teilgenommen habe - dann besucht die Süßwasserquelle Fonte Arethusa, die sich auf der Insel Ortigia befinden, dort wo die Stadt Syrakus errichtet wurde. Hier sprudelt eine teils unterirdische Süßwasserquelle, deren Wasser ins Meer fließt. Süß- und Salzwasser vermengen sich dann in Windeseile und wunderschöne Zyperngräser gedeihen.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Lampedusa, die Kehrseite der Gedenkfeier zum 3. Oktober: Strafanzeigen gegen die Retter des Bootsunglücks

Wir veröffentlichen den Aufruf des Vereins Askavusa  in Solidarität mit Alessandro Marino und Grazia Migliosini. Beide, die beim Bootsunglück  vom 3. Oktober 2013 retteten, wurden vom Journalisten Valerio Cataldi wegen verbaler Aggression angezeigt.
Lesen Sie unten die Stellungnahme von Alessandro Marino.

Samstag, 4. Oktober 2014

Morgen werden wir die Schiffbrüchigen sein

Der 3. Oktober auf Lampedusa  zwischen Defilee der Politiker_innen und Gedenken
„Wegen Trauerfall geschlossen. In der Stille und dem Rispekt gegenüber unseren Brüdern und Schwester, die auf dem Meer vor Lampedusa gestorben sind“ liest man auf den Anschlägen an den geschlossenen Türen einiger Geschäfte auf Lampedusa. Doch die Stille ist es, die auf sich warten lässt.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Steht das Aufnahmezentrum auf Lampedusa kurz vor der Wiedereröffnung?

Seit gestern unterliegt die neue Leitung des Aufnahmezentrums von Lampedusa den Misericordie. (Confederazione Nazionale delle Misericordie. Der Nationale Bund der Barmherzigkeit ist ein Zusammenschluss verschiedener Bruderschaften.) Diese leiten auch das Zentrum von Capo Rizzuto, besser bekannt als Cara/CDA von Sant'Anna (Erstaufnahme-Zentrum für Asylantragssteller / Erstaufnahme-Zentrum), welches sich in der Nähe von Crotone befindet. Wann das Zentrum auf Lampedusa tatsächlich wiedereröffnet wird und wann die ersten Migranten dort untergebracht werden, ist nicht bekannt. Einige Zeitungsartikel sprechen von der sofortigen Öffnung eines Identifikations- und Abschiebezentrums (CIE). Der Zivilschutz sprach in seiner gestrigen Pressemeldung hingegen von der Eröffnung eines Erstversorgung- und Erstaufnahme-Zentrums (CPSA).

Freitag, 13. Juni 2014

Schon wieder 1000 Flüchtlinge vor Italien geborgen

DW - Erneut haben mehr als 1000 Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt von Nordafrika nach Europa gewagt. Italien will viele von ihnen in die sizilianische Stadt Porto Empedocle bringen. Dort liegen die Nerven blank.
Ein italienisches Marineboot bringt gerettete Flüchtlinge vor Lampedusa in einen Hafen (Foto: picture alliance)
Vor den Küsten Italiens und Maltas sind nach Angaben der Behörden erneut rund 1200 Flüchtlinge aus teils leckgeschlagenen und überfüllten Booten gerettet worden. Erst am Donnerstag und Freitag hatten die italienische Küstenwache und das Militär mehr als 3000 Migranten geborgen und in Sizilien an Land gebracht. Seit Januar sind damit fast 47.000 Menschen von Nordafrika über das Mittelmeer nach Italien gekommen - mehr als im gesamten Jahr 2013.

Dienstag, 18. Februar 2014

1.079 Migranten in Sizilien angekommen

Am 18. Februar soll im Hafen von Augusta, Sizilien, das Amphibienschiff San Giusto einlaufen. An Bord befinden sich 816 Migranten, die in den letzten Tagen im Rahmen der Mission Mare Nostrum gerettet wurden. Wie aus den Pressemeldungen der Marine hervorgeht sollen in den letzten Tagen mehrere Einsätze gefahren worden sein. Die ersten 79 Migranten wurden schon am letzten Freitag an Bord der San Giusto genommen, am nächsten Tag wurden weitere 492 an Bord genommen, unter ihnen 18 Kinder.

Montag, 10. Februar 2014

Kinder auf hoher See

Corriere delle Migrazioni – Was passiert, wenn in Italien unbegleitete Minderjährige ankommen? Ein Interview mit Dinah Caminiti von der NGO “Ai Bi”, die im Rahmen des Projekts “Bambini in alto mare” (“Kinder auf hoher See”) die Möglichkeit anbietet, einen unbegleiteten Minderjährigen in Schutz zu nehmen und mit Nino Vinci, der dank “Ai Bi” einen somalischen Jungen aufgenommen hat. “Als wir im Fernsehen die Bilder des Schiffsunglücks vor Lampedusa am 3. Oktober gesehen haben, die weißen Särge der Kinder, haben meine Frau und ich gespürt, dass wir nicht gleichgültig bleiben können.