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Sonntag, 1. Januar 2017

Verlieren wir die Hoffnung nicht, und auch nicht die Kraft, da zu sein

2016 ist vorbei und beim Lesen einiger Berichte des eben vergangenen Jahres habe bin ich auf den letzten Bericht von 2015 gestoßen. Er trug den Titel: „Zum Glück ist 2015 vorbei“. Wir können diesen Titel nicht noch einmal benutzen, indem wir nur das Datum ändern, denn 2016 war noch todbringender, die Dynamiken haben sich wiederholt und sind sogar noch gewaltvoller als 2015 geworden. 
Die Zahlen der täglichen Blutbäder sind furchtbar, die offiziellen Statistiken berichten von mehr als 5000 Toten, nie zuvor wurde auf dem Meer so viel gestorben wie in diesem Jahr. Diese Zahlen werden noch nicht einmal all jenen Toten gerecht, zu denen wir vor oder nach der Überquerung des Meeres beitragen.
Diese Zahlen scheinen wie eine Verurteilung all jener, die am Ende ihrer Kräfte sind und bisher keinen Waffenstillstand erlebten; und was machen unsere Politiker*innen?

Mittwoch, 30. November 2016

Rückkehr in die Hölle

Ich bin zum ersten Mal in dieser Hölle. Ich wohne in Brescia, wo ich zusammen mit meinem Vater gearbeitet habe. Aber seit der Krise haben wir nichts mehr zum Leben. Wir haben unsere Lizenz als Wanderhändler verloren und mein Vater ist krank geworden. Wir leben in einer armseligen Hütte und ich reise durch Italien, um auf dem Land zu arbeiten. Einige Freunde haben mir gesagt, ich solle nach Campobello kommen, um Oliven zu ernten und ein bisschen Geld zu verdienen. Stattdessen schlafe ich an diesem Ort, kann nichts essen, da ich kein Geld habe. Meistens muss ich den ganzen Tag arbeiten, um zwanzig Euro zu verdienen, denn hier beuten sie dich bis aufs letzte aus.“