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Dienstag, 23. Mai 2017

Die Geschichte der Adriana, Transfrau in Abschiebehaft in Caltanissetta

Am Tag, an dem Adriana, Transfrau brasilianischer Herkunft, ihren Arbeitsvertrag verlor, wurde sie nach 17 Jahren in Italien zurück in die Illegalität gezwungen. Hier begann ihr persönlicher Leidensweg. Als sie in einer Polizeikontrolle keine Aufenthaltserlaubnis mehr vorlegen konnte, wurde sie sofort in Abschiebehaft nach Brindisi gebracht. Hier hielt man sie über einen Monat (vom 21. Februar bis zum 24. März) in der Männerabteilung fest. 

Mittwoch, 3. Mai 2017

Das einzige Ziel ist die Geldmacherei. Die Nebenwirkung ist das Töten

Die europäischen Staaten führen immer noch eine Kampagne der Kriminalisierung von NGOs, die Menschenleben im Meer retten. Denn die NGOs wollen sich den Richtlinien einer EU nicht anpassen, die für das jahrelange Massensterben verantwortlich ist. Sie hat das Mittelmeer in ein Massengrab verwandelt, wie es dies noch nie gegeben hat. Auch wirtschaftlich sind die NGOs von der EU abgekoppelt, manche von ihnen wollen die schmutzigen Gelder erst gar nicht.
Das CIE* in Caltanissetta, wo S. eingesperrt ist.

Donnerstag, 2. Februar 2017

Besuche im Zeltlager von Pian del Lago

Im Monat Januar haben wir zwei Mal das Zeltlager in Pian del Lago, bei Caltanissetta, zusammen mit den Mitarbeiter*innen von Oxfam besucht, im Rahmen des Projekts OpenEurope. Die Räumung des Lagers einige Tage vor Weihnachten war in allen Printmedien präsent, hat aber so gut wie keine Auswirkungen auf das Leben der Migrant*innen gehabt: Sie lebten davor auf der Straße und dort sind sie immer noch. Sobald die Nachricht aus der Presse verschwand, haben sich etliche von ihnen einfach wieder unter den Autobahnbrücken eingerichtet, wo sie mit Hilfe von halbkaputten Zelten, Pappkartons und Plastikplanen ihre Behelfsunterkünfte wieder aufgebaut haben. Und hier harren sie aus, einem der kältesten Winter der letzten Jahre trotzend.

Donnerstag, 1. September 2016

Mach dir keine Sorgen Papa, ich sterbe glücklich, weil ich weiß, dass ihr überlebt habt

In Anbetracht des Todes eines unschuldigen Menschens, kann ich nicht anders, als Leid zu empfinden. Allein der Gedanke, dass eine geliebte Person ohne Schuld und zu Unrecht sein Leben verliert, jagt mir einen Schauder ein. Bei dem Versuch, anderen das Leben zu retten, musste ein Vater die Leiche seiner Tochter im Meer zurücklassen. Diese Nachricht – eine weitere Tragödie und Auswirkung der mörderischen europäischen Politik – erschüttert mich zutiefst.
Was können wir tun, um einem verzweifelten Vater, der Ehefrau und Tochter verloren hat, zu helfen?

Die fünf Leichname erreichen den Hafen von Trapani – Foto von Giorgia Mirto

Freitag, 13. Mai 2016

Lampedusa: Sie nehmen die Verlegungen und Abschiebungen wieder auf und die Proteste gehen weiter

In diesen Tagen waren wir bei der Auslösung einer Reihe von Protesten anwesend, die sich in einer Art Kettenreaktion über alle Städte Siziliens ausgebreitet haben; wie es scheint, haben sie auch den Rest Italiens angesteckt. Das ist ein Zeichen dafür, dass das System nicht funktioniert, auch wenn unsere Politiker so tun, als ob sie nichts sähen und nach Lösungen suchten.