siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.

Sonntag, 5. Februar 2017

Messina: Zeltstadt am PalaNebiolo endlich abgebaut. Dreieinhalb Jahre beherbergte man hier Asylsuchende unter erniedrigenden Bedingungen

Quelle: stampalibera.it

Dreieinhalb Jahre nach seiner Umwandlung zum Zentrum der schlechten Aufnahme für Asylsuchende aus Ländern, die von Krieg, Notständen und Umweltverbrechen gezeichnet sind, findet das am nördlichen Stadtrand, in der sogenannten Conca d’Oro dell‘Annunziata gelegene Sportzentrum PalaNebiolo der Universität Messina nun vielleicht wieder zu seiner ursprünglichen Bestimmung zurück: ein Spielfeld für Baseballkurse am Fuße des Peloritanischen Gebirges.

Freitag, 3. Februar 2017

Rasterfahndungen und Abkommen mit Libyen: die Manöver von Italien und EU zur Immigration sind immer beunruhigender

Pressemitteilung. Die Organisation Borderline Sicilia drückt ihre tiefe Beunruhigung über das heute in Malta unterzeichnete Abkommen von Italien und Libyen und das am vergangenen 26. Januar an die italienischen Polizeipräsidien verschickte Telegramm des Präfekten Pinto aus, welches das Auffinden von sich illegal in Italien aufhaltenden nigerianischen Staatsangehörigen anordnet, mit dem Ziel, sie in den CIE* festzuhalten und abzuschieben. Demnach ist es nicht nur der Illegalitätsstatus, der das Kriterium einer solchen Vorgehensweise vorgibt, sondern seine Verknüpfung mit einer spezifischen Nationalität.

Donnerstag, 2. Februar 2017

Besuche im Zeltlager von Pian del Lago

Im Monat Januar haben wir zwei Mal das Zeltlager in Pian del Lago, bei Caltanissetta, zusammen mit den Mitarbeiter*innen von Oxfam besucht, im Rahmen des Projekts OpenEurope. Die Räumung des Lagers einige Tage vor Weihnachten war in allen Printmedien präsent, hat aber so gut wie keine Auswirkungen auf das Leben der Migrant*innen gehabt: Sie lebten davor auf der Straße und dort sind sie immer noch. Sobald die Nachricht aus der Presse verschwand, haben sich etliche von ihnen einfach wieder unter den Autobahnbrücken eingerichtet, wo sie mit Hilfe von halbkaputten Zelten, Pappkartons und Plastikplanen ihre Behelfsunterkünfte wieder aufgebaut haben. Und hier harren sie aus, einem der kältesten Winter der letzten Jahre trotzend.

Mittwoch, 25. Januar 2017

Pozzallo: Die Gemeinde verwendete die für die Migrant*innen vorgesehenen Gelder für eigene Zwecke: Um Wartungsarbeiten der Sporthalle und um Überstunden der Mitarbeiter*innen zu bezahlen


Die Staatsanwaltschaft Ragusa hat für 6 Mitarbeiter*innen der Gemeinde Anklageschrift eingereicht. Alle übten Ämter innerhalb des Aufnahmezentrums aus und jetzt werden sie der betrügerischen Handlungen in der öffentlichen Versorgung angeklagt. Zum Beispiel hatten sie überzogene Rückerstattungen angefordert: 50 tausend Klopapierrollen, wo nur 700 gekauft wurden oder Matratzen, die als Polsterung für eine Moto-Cross-Rennbahn endeten. 

Hotspot von Pozzallo. Foto: Andrea Gentile

Dienstag, 24. Januar 2017

Es tut mir leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihr Sohn getötet wurde

Viele, zu viele solcher Telefongespräche während des letzten Wochenendes! Zu viele Meldungen von Müttern und Vätern, Schwestern und Brüdern, die auf Nachrichten warten von ihren Angehörigen, die Opfer unseres Abwehrkampfes gegen die Migrant*innen. Ein Kampf, der jeden Tag Opfer fordert: während des Wochenendes vom 13. – 15. Januar 2017 starben auf Grund der europäischen Migrationspolitik mehr als 200 Personen.

Freitag, 20. Januar 2017

Lampedusa zählt die Toten

Das Meer unterscheidet nicht, es ist in keiner Weise rassistisch und es verschluckt alles, was wir anbieten: Und es sind die Menschen auf Lampedusa, die weinen, sie, die weiterhin die Toten zählen und einsammeln. Die Toten haben eins gemeinsam, sie wurden von diesem System arm gemacht: Fischer, die dem Meer die Stirn bieten, um leben zu können und die eigenen Familien zu ernähren und Migrant*innen, die Freiheit suchen und die eigenen Familien ernähren möchten. 2017 hat begonnen wie 2016 geendet hat, mit Toten über Toten, mit der täglichen Tötung von Jugendlichen, Frauen und Kindern. Menschenopfer ohne Ende.

Freitag, 13. Januar 2017

Von den Unsichtbaren und Ausgenutzten

Zwei Monate ist es nun her, dass wir zum ersten Mal Campobello di Mazara in der Region Trapani in Sizilien besucht haben. Wir überprüften damals den Zustand des Camps in der ehemaligen Ölmühle und der dort untergebrachten Migrant*innen, die geblieben sind um Arbeit zu suchen. Uns haben zwei Afrikaner*innen kontaktiert, die uns mitteilten, dass sie vollkommen vernachlässigt werden durch die blinde Politik, durch die Gemeinde, die nicht nicht auf ihre Hilferufe hört, und durch die Ausbeutung, an der die Besitzer*innen von Obstbaumplantagen großen Gefallen finden, die mithilfe der Migrant*innen den Plantagen zu ihrer Wirtschaftlichkeit verhelfen.

Die ehemalige Ölmühle, die aus den Händen der Mafia beschlagnahmt worden ist, Campobello di Mazara - Ph. Alberto Biondo