siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Newsletter SICILIAMIGRANTI – November 2016

  • Zermürbende Anlandungen, mühelose Zurückweisungen und überfüllte Lager: Eine Reise, hinein in die Kritikpunkte des sizilianischen Aufnahmesystems
  • Die verweigerte Zukunft für diejenigen, die auf dem Meer überlebt haben; zwischen der Vorhölle der CAS* und der Hölle auf dem Land
  • Überbelegung, Isolation und Ausschluss. Wenn die Aufnahme zum Business wird, sogar zu Lasten der Minderjährigen
  • Pozzallo: Der Hotspot-Ansatz und verletzte Rechte
  • Neuigkeiten: Noemi Landolt erzählt auf WOZ von dem Angriff der Libyschen Küstenwache auf Sea-Watch 2
  • Informationen und Kontakt

Freitag, 9. Dezember 2016

Die EU wertet Italiens Bemühungen in den Hotspots auf. Die Aktivist*innen hingegen: „Die Sammlung der Fingerabdrücke war ein Scheitern auf ganzer Linie“

von Meridionews.it

Die Europäische Kommission hat die Vertragsverletzungsverfahren gegen Italien und Griechenland eingefroren. Die Verfahren gegen die beiden Länder liefen wegen vermeintlicher Mängel in den Identifikationszentren. Viele Vereinigungen, die sich für die Rechte von Geflüchteten stark machen, betonen die geringen Ergebnisse der „relocation“-Praxis. „Die aktuelle Gesetzeslage macht die Asylsuchenden zu Gefangenen,“ erklärt Paola Ottaviano von Borderline Sicilia.




Montag, 5. Dezember 2016

Tote, Zurückgewiesene und besonders Schutzbedürftige im Hotspot festgehalten. Die täglichen Tragödien derer, die nach Europa fliehen

Durchschnittlich 4 Ankünfte in der Woche allein an den sizilianischen Häfen, Dutzende von Todesfällen und eine unbekannte Anzahl an Vermissten: Wir sind erst am Anfang des Monats Dezember, doch aus Libyen reisen weiterhin Menschen ab, die immer weniger sicher sein können, Europa lebendig zu erreichen. Am Bord des Schiffes der Militärmarine San Giorgio ist die erste Phase der Ausbildung der libyschen Marine und der Küstenwache zu Ende gegangen, die von den Europäischen Streitkräften im Rahmen der Operation SOPHIA von EUNAVFORMED durchgeführt wurde. Dementgegen werden die humanitären Einsätze verschiedener Schiffe, unter ihnen die Dignity und die Bourbon Argos von Ärzten ohne Grenzen, die Vos Hestia von Save the Children und die Phoenix von MOAS (Migrant Offshore Aid Station), in Kürze zu Ende gehen und erst in einigen Monaten werden sie ihre Rettungsmissionen wieder aufnehmen.

Mittwoch, 30. November 2016

Rückkehr in die Hölle

Ich bin zum ersten Mal in dieser Hölle. Ich wohne in Brescia, wo ich zusammen mit meinem Vater gearbeitet habe. Aber seit der Krise haben wir nichts mehr zum Leben. Wir haben unsere Lizenz als Wanderhändler verloren und mein Vater ist krank geworden. Wir leben in einer armseligen Hütte und ich reise durch Italien, um auf dem Land zu arbeiten. Einige Freunde haben mir gesagt, ich solle nach Campobello kommen, um Oliven zu ernten und ein bisschen Geld zu verdienen. Stattdessen schlafe ich an diesem Ort, kann nichts essen, da ich kein Geld habe. Meistens muss ich den ganzen Tag arbeiten, um zwanzig Euro zu verdienen, denn hier beuten sie dich bis aufs letzte aus.“

Montag, 28. November 2016

Das sind doch keine Menschen, sondern Marokkaner*innen!

Wir haben uns ein bisschen Zeit genommen, um davon zu berichten, was in Palermo vor drei Wochen passiert ist. Damals brachte das Schiff „Dattilo“ der italienischen Küstenwache 1048 Flüchtende nach Palermo. Wir haben uns ein bisschen Zeit genommen, um die systematischen, menschenunwürdigen Zustände zu beschreiben, die tägliche Rechtsbrüche darstellen. Und wir haben uns ein bisschen Zeit genommen, um an jene zu erinnern, die in Italien und Europa weniger als Tiere gelten. Sie sollen durch diesen Artikel ein wenig Erleichterung aus ihrer täglichen Qual finden. Wir nehmen Bezug auf einen anonymen Brief, der uns erreicht hat. Er stammt von einem freiwilligen Helfer, der am Hafen zugegen war.

Die Aufnahme, die nur Wenigen zu Gute kommt. Besuch im Erstaufnahmezentrum für Minderjährige in Castiglione di Sicilia

"Notfallsituation", "Ausnahmemaßnahmen", "außergewöhnliche Vorkehrungen": das sind Formulierungen, die häufig im Zusammenhang mit illegalen Praktiken und außerhalb jeglicher Kontrolle gebraucht werden - jedoch scheinen sie das sogenannte italienische Aufnahmesystem seit Jahren zu prägen. Die Centri di Accoglienza Straordinaria (CAS), die außerordentlichen Aufnahmeeinrichtungen, und die Erstaufnahmezentren sind dafür ein Beispiel. Sie sind längst Alltag geworden im Aufnahmesystem für Migrant*innen. Aus diesem Grund werden die Möglichkeiten für eine fachgerechte rechtliche Begleitung durch entsprechende Fachleute zum Erhalt ihrer Papiere und damit zur Integration im Aufnahmeland und der Gesellschaft immer geringer. 


Freitag, 18. November 2016

Newsletter SICILIAMIGRANTI – Oktober 2016

• Der Opfer gedenken, die Überlebenden ausschließen: Die Krokodilstränen der Festung Europa
• Sizilien: Improvisierte Aufnahme produziert unmenschliche Behandlung und ungesetzliche Praxis
• Militarisierte Küsten und unsichtbare Grenzen: Mordinstrumente eines Europas, das den Migrant*innen die kalte Schulter zeigt
• Neuigkeiten und Veranstaltungen
• Informationen und Kontakte