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siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
Posts mit dem Label Libyen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
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Montag, 8. Januar 2018
Libyen: Ein Bericht über die Vorfälle innerhalb der Gefängnisse, in denen Migrant*innen festgehalten werden
Asgi.it* - Das Urteil des Mailänder Schwurgerichts wurde am 10. Oktober 2017 verkündet. Es hat einen Somalier zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Er wurde schuldig gesprochen, weil er Anfang des Jahres 2016 in einem Lager für Migrant*innen in Libyen sehr gravierende Gewaltakte ausgeübt haben soll (vgl. Pressemitteilung vom 10. Oktober).
Freitag, 15. Dezember 2017
Wir sind keine Schleuser
Vita.it – Tag und Nacht haben sie gearbeitet, um das Haus des Weihnachtsmanns fertigzustellen. Einer hat Holz gehackt, ein anderer den Schlitten oder den Baum lackiert, wieder einer hat Blätter für die kleinen Gestecke gesammelt und der nächste das Moos und die Steine für die Höhle. Zwischen dem Besuch bei eine*m Anwält*in und dem Telefonat mit den Eltern im Senegal oder in Ghana, die noch bis vor kurzem, als sie im Gefängnis waren, gedacht hatten, sie seien tot. Zwischen dem einen und dem anderen hoffnungsvollen Wort. Bevor sie bei den Carabinieri unterschreiben, so wie sie es jeden Nachmittag tun, bevor sie ins Gefängnis zurückkehren.
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| Foto:Alessandro Puglia, Vita.it |
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Zuccaro
Dienstag, 5. Dezember 2017
Migrationspolitik und Unmenschlichkeit
„Das Leiden der Migrant*innen, die in Libyen gefangen gehalten werden, ist eine Beleidigung für das Gewissen der Menschheit.“ Wer diese Erklärung abgibt ist kein*e Aktivist*in sondern ein Repräsentant des Hochkommissariats für Menschenrechte der UNO.
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Freitag, 1. Dezember 2017
Migrant*innen, NGO klagt an: auch Rom untersagt Rettungen
Redattoresociale.it - Die Retter*innen der NGO SOS Méditerranée werden vor der Küste Libyens gezwungen, vier Stunden lang nicht einzugreifen für die Rettung zweier Boote in Seenot. Der Befehl an ihr Schiff Aquarius sich auf "Distanz zu halten" wegen der Anwesenheit der Küstenwache von Tripolis erging auch von den Behörden in Rom.
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| Foto: SOS Méditerranée |
Entscheidungen und aufgezwungene Prioritäten, die die Risiken nicht berücksichtigen
Am Montag, den 27. November 2017 erreicht das Schiff Aquarius den Hafen von Catania, mit 421 Menschen, hauptsächlich Eritreer*innen, an Bord. Unter den Geretteten sind auch 5 Männer, die aus Ägypten, Bangladesch, Äthiopien, Pakistan und Süd-Sudan stammen. Sehr hoch ist die Prozentzahl der Frauen - ca. 40% - unter ihnen sieben Schwangere, und der Minderjährigen – insgesamt 98 – darunter 60 unbegleitete. Während der Anlandung mussten 3 Migrant*innen ins Krankenhaus eingeliefert werden, unter ihnen eine im neunten Monat schwangere Frau, deren Fruchtwasser geplatzt war.
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Montag, 9. Oktober 2017
Niemand soll es wissen
Beim letzten Gipfeltreffen in Paris haben die Vertreter*innen Frankreichs, Italiens, Deutschlands, Spaniens und der Institutionen der europäischen Union ihr gemeinsames Vorgehen bestätigt. Ihre Strategie sieht die Kooperation mit diktatorischen Staaten vor. Auf diese Art werden sie zu einer Art Geldautomat für die blutrünstigen Milizen, deren Aufgabe es ist, und zunehmend sein wird, die Überfahrten zu verhindern, koste es, was es wolle. Wichtig ist, nichts von dem durchsickern zu lassen, was in Afrika geschieht. Daran haben sich Minniti und die italienische Regierung die Hände schmutzig gemacht. Indiskrete Beobachter*innen wurden beiseite geräumt und so wurden die Boote der humanitären Hilfsorganisationen als unerwünschte Zeug*innen aus dem Mittelmeer entfernt.
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| Abgewiesene Asylsuchende aus Tunesien am Bahnhof in Palermo |
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Donnerstag, 5. Oktober 2017
Die Routen der Migrant*innen: Online-Karte mit Berichten, zwischen Folter und Missbrauch
Redattoresociale.it – Sie heißt „Esodi“ (it. für Abwanderungen) und wurde von Medici per i diritti umani (Medu - Ärzte für Menschenrechte) erstellt. Die Organisation hat die Berichte von über 2.600 Personen zusammengestellt, die die Wüste durchquert, die Grausamkeiten der libyschen Gefängnisse durchlitten und das Mittelmeer überquert haben. Barbieri: „Nicht nur Zahlenmaterial. Wir wollen verständlich machen, womit diese Menschen konfrontiert werden.“
Freitag, 1. September 2017
“Italyisverygood!”
Es sind wirklich heiße Tage – und das nicht nur wegen der Temperatur um die 40 Grad jeden Tag – sondern weil die Gewalt der aktuellen Migrationspolitik ihre diskriminierenden und mörderischen Folgen zeigt. Denn es ist kriminell, in Absprache mit Milizen, die mit den Schleppern zusammenarbeiten, tausende von Menschen nach Libyen zurückzubringen, um deren Ankunft in Italien zu verhindern. Wir erleben wieder kollektive Rückführungen, die sich Italien bereits in der Vergangenheit zu Schulden kommen ließ und für die es vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt wurde.


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| Während der "Räumungsaktion" in der Via Curtatone in Rom - Photo: La Repubblica |
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Mittwoch, 30. August 2017
Migrant*innen, Berichte aus der libyschen Hölle: “Wir wurden als Sklaven verkauft, geschlagen und dann gezwungen, in die Boote einzusteigen”
Repubblica.it – Monatelang Gewalt und Willkür, als Sklaven gehalten zu werden ohne jeglichen Kontakt zu internationalen Institutionen bis hin zu der erzwungenen Überfahrt nach Italien: In den Erzählungen der 3 Afrikaner, die in den letzten Monaten die italienische Küste erreicht haben und jetzt innerhalb des Projekts OpenEurope von Oxfam, Borderline Sicilia und Diaconia Valdese betreut werden, werden immer wieder die gleichen Fakten geschildert.
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Montag, 21. August 2017
„Licht am Ende des Tunnels oder wie die Abschottung Europas zu einer menschlichen Tragödie wird“
Mittwoch, 2. August 2017
Die Aufnahme in Agrigent, Trapani und Palermo: Durcheinander, Chaos und Verwahrlosung
Das Spiel um Menschenleben geht weiter – Europa befindet sich in einer Sackgasse, deren einzige Folge der Tod einer gesamten Gesellschaft ist. Der Refrain, den wir jeden Tag zu hören bekommen, lautet „Invasion“ und „lass uns ihnen helfen, dort wo sie zu Hause sind“. Dieser Reim hat Wiederausbrüche eines schleichenden Rassismus verursacht, der in unseren Städten, von Aosta im Norden bis Palermo im Süden, wie auch in kleineren Zentren, wie Castell’Umberto und Porto Empedocle, zu hässlichen Zwischenfällen geführt haben.
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| Protest der Kaufleute von Porto Empedocles (AG) gegen die Eröffnung eines Zentrums für Minderjährige |
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Donnerstag, 6. Juli 2017
Oxfam, Borderline Sicilia, MEDU: „Misshandlung, Folter und illegale Haft in der Hölle von Libyen“
Ein neuer Bericht zeigt die täglichen Brutalitäten der lokalen libyschen Milizen an, der Schlepper und der kriminellen Banden, die gegenüber Migrant*innen in Libyen auf der Tagesordnung stehen. Ein dringender Appell, das Abkommen zwischen Italien und Libyen zu widerrufen und den Kurs der EU-Migrationspolitik zu ändern.
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| Foto: Ankunft auf Sizilien - Foto Alessandro Rota, Oxfam |
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Donnerstag, 22. Juni 2017
Auf dem Rücken der Jüngsten
“Ich bin 16 Jahre alt, komme aus Ägypten und habe acht Jahre mit meiner Familie in Libyen verbracht; es lief alles gut, bis ihr angefangen habt, alles zu zerstören, zu bombardieren, zu schießen, und wir Schwarzen sind für alle, Libyer*innen und Italiener*innen, zur bevorzugten Zielscheibe geworden.“ K. hat trotz seines jungen Alters ziemlich klare Vorstellungen und schäumt fast über; er möchte seine Wut unserem Vermittler gegenüber geradezu ausspucken. Er ist die erste Person die er trifft und die ihn versteht.
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Montag, 1. Mai 2017
Zeiten des rechtlichen Populismus. Was hinter der Kriminalisierung der Solidarität versteckt werden soll
A-dif.org - Die Polemik zu den Äußerungen Zuccaros, dem Staatsanwalt von Catania, über die Mitwissenschaft zwischen NGOs und Menschenhändlern, erreicht gerade die höchsten Ränge der Institutionen. Es hat nicht ausgereicht, dass bewiesen wurde wie die Quelle der ersten Unterstellungen, die europäische Agentur Frontex, weitgehend missverstanden wurde und dann diese schlicht zurückzog. Wie der ehemalige Ministerpräsident Enrico Letta festgestellt hat wurde im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Pull-Faktoren, die sicherlich nicht der Infragestellung einer Straftat gleichkommt, wurde der gleiche Angriff, der jetzt auf die NGOs verübt wird, bereits Ende 2014 von Frontex gegen die Operation „Mare Nostrum“ und die Vorsitzenden der Marine und der italienischen Küstenwache gerichtet.
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Freitag, 24. März 2017
Bergung oder Rettung? Kriminalisierung der Rettungsaktionen und weitere Tragödien auf dem Meer
Die Nachricht des letzten schrecklichen Schiffsbruchs vor der Küste Libyens ist gerade Mal einige Stunden alt: Laut dem Bericht der NGO Pro-activa Open Arms, die 5 Leichname in der Nähe von zwei leeren Schlauchbooten geborgen hat, sollen ca. 240 Menschen hierbei ihr Leben verloren haben. Am vergangenen 20. März wurden weitere 38 Tote vor der Küste Libyens geborgen. Die Migrant*innen waren an Bord von 2 auf dem Meer treibenden Schlauchbooten, die von der libyschen Küstenwache „gerettet“ wurden.
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| Das Schiff Ocean Carrier erreicht Pozzallo |
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Mittwoch, 15. März 2017
Die italienischen Abschiebungen mit Unterstützung von Frontex
Obwohl das Versagen des Hotspot-Systems für alle sichtbar ist, kündigt die Regierung die Eröffnung weiterer Zentren an: die nächsten werden in Messina und Mineo sein, laut den Angaben des Polizeichefs Gabrielli. Sizilien muss also weiterhin den starken Militarisierungsprozess erleiden, auch durch die Festnahme tausender Migrant*innen.
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| Der Kapitalismus - Illustration von Francesco Piobbichi |
Dienstag, 14. März 2017
Der Brief einer Mutter
Die Grausamkeiten, die der Großteil der Migrant*innen erleiden, die nur ein würdiges Leben suchen, schaffen unauslöschliche Verletzungen. Sie gehen viel tiefer als die körperlichen und sie verschlimmern sich noch durch die Gewalttätigkeiten, die ihnen von dem italienischen Aufnahmesystem zugefügt werden. Ganz viele erzählen uns von den tragischen Erfahrungen in Libyen, in der Wüste, bei der Überfahrt, Momente, in denen viele von ihnen unterwegs jemanden verloren haben. Eine Reise, bei der der Tod immer anwesend ist und die tiefe Spuren in den Seelen dieser Menschen hinterlässt.
| Zeichnung von Francesco Piobicchi |
Sonntag, 19. Februar 2017
Wegen Menschenhandels ins Gefängnis: die vermeintlichen Schleuser*innen
Dritter Termin des internationalen Projekts Kontroversen in der europäischen Migrationspolitik – Schutzgewährung versus Grenzsicherung (KideM)
Am Montag, dem 27.02.2017 um 16:30 Uhr im Palazzo della Cultura, Via Vittorio Emanuele 121, Catania.
Wie ist es möglich Schutz zu fordern in historischen Zeiten wie diesen, in denen grundlegende Menschen- und Freiheitsrechte mit der europäischen Sicherheitspolitik und Gesetzgebung in Konflikt geraten? Im Rahmen des intereuropäischen Projekts „Kontroversen in der europäischen Migrationspolitik – Schutzgewährung versus Grenzsicherung (KideM)“ veranstaltet Borderline Sicilia und borderline-europe am 27. Februar in Catania ein drittes Treffen.
Donnerstag, 5. Januar 2017
Unbegleitete Minderjährige in Zeltstädten und Hotspots. Die Fälle von Pozzallo, Augusta, Catania und Messina
2016 endet mit weiteren Ankünften, Toten, Vermissten. 2017 beginnt mit dem Vorschlag für neue Haftzentren und weitere Eingrenzung der Bewegungsfreiheit der Migrant*innen. Die kriminelle Politik der Festung Europa verursacht immer mehr Auseinandersetzungen und aktive Gedenk- und Solidaritätsmaßnahmen. Am 24. Dezember kamen in Pozzallo 111 Migrant*innen an Land, aber die Berichterstattung konzentriert sich nur auf die unmittelbaren Festnahmen der zwei mutmaßlichen Schleuser. Hiermit sind es 200 Festnahmen im Jahr 2016 in der Provinz von Ragusa, Sizilien.
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| Der Hotspot von Pozzallo - Foto: Lucia Borghi |
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Montag, 31. Oktober 2016
Warum weiter gestorben wird
Wenig mehr als 100 Euro und einige Wochen Wartezeit - das ist, was jede*r italienische Staatsangehörige braucht, um einen Pass zu erhalten. Ob wir, wenn wir unsere persönlichen Dokumente anfordern und brauchen, uns bewusst sind, dass diese banalen und routinemäßigen Behördengänge für viele noch nie möglich waren oder noch immer nicht möglich sind. Ob die Bürger*innen der europäischen Union auch nur einen Moment daran denken, dass andere für die ihnen selbstverständlichen Freiheiten mit dem Leben bezahlen, oder ins Gefängnis kommen oder ihren Körper verkaufen müssen.
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