Die Nachricht von der Ankunft von Migrant*innen aus Ägypten hat sich in gut zwei Tagen schnell von einem Hafen zum anderen verbreitet. Ungefähr 800 Personen, die bei zwei verschiedenen Einsätzen gerettet wurden, wurden dann in Crotone, Catania, Palermo und Augusta an Land gebracht.
siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Samstag, 14. Mai 2016
Dienstag, 10. Mai 2016
Zahlen, keine Menschen: Die Erstaufnahme von Pozzallo bis Siracusa
2000 gerettete Migrant*innen, 200 Vermisste, 697, die im Hafen von Augusta angekommen sind, 400 die ins Aufnahmezentrum für Asylsuchende von Mineo gebracht wurden sowie 270, die immer noch im Hotspot von Pozzallo festgehalten werden – es sind unzählige Zahlen, die die Zeitungen und Pressemitteilungen seit Jahren füllen, vorbei an der allgemeinen Gleichgültigkeit der Bürger*innen, oft jedoch leider auch an Personen, die vorgeben aktiv zu sein und selbst etwas zu organisieren. Geschickt werden immer wieder Informationen von den Medien ausgelassen. Den Leser*innen wird oftmals weder die Zeit noch die Möglichkeit gegeben, Geschichten und Projekte der Menschen hinter den Zahlen kennenzulernen – Menschen, die nicht in der überwachten Festung Europas geboren und aufgewachsen sind.
Montag, 14. September 2015
Im Alter von 12 Jahren das Meer überqueren. Hunderte von Minderjährige haben die Küsten Siziliens erreicht
Die
Zahl der unbegleiteten Minderjährigen die über das Meer nach Sizilien kommen, steigt
deutlich und ständig. Bei fast jeder Anlandung werden Dutzende, wenn nicht
sogar Hunderte von Jugendlichen registriert, die alleine in einem immer
jüngeren Alter die Überfahrt auf sich nehmen, wie z. B. die 154 ägyptischen Minderjährigen,
die am 4. September Augusta erreicht haben.
Während
die Festung Europa weiterhin auf die oberflächliche und gefährliche Klassifizierung
in wirtschaftliche Migranten und potentielle Asylbewerber beharrt, Maßnahmen zur
Identifizierung und anschließenden Abschiebung immer mehr verbessert, fordert
eine Masse an kleinen Menschen jeden Tag den Tod heraus und zeigt uns somit wie
opportunistisch, durchlässig und diskriminierend diese Aufteilungen sind.
Freitag, 7. November 2014
Das Aufnahmezentrum UMBERTOI in Syrakus: Auf der Suche nach ein bisschen Zeit in der Unterbringung, die sich nicht planen lässt
Das Aufnahmezentrum Umberto I., das von der Kooperative Clean Service geführt wird, liegt unweit des Stadtzentrums – „etwa 15 Minuten mit dem Fahrrad“ - wie uns Migranten informieren, die dort waren. Wir erkennen gleich, dass wir unser Ziel erreicht haben, denn vor dem Gebäude ist die erhöhte Präsenz der Carabinieri und der Armee sichtbar.
Freitag, 29. August 2014
Abschied von den Opfern des letzten Schiffbruchs, im Krankenhaus von Lentini. Überlebende abwesend
Im Kongresssaal des Krankenhauses von Lentini (Provinz Siracusa) fand heute eine interreligiöse Beerdigungsfeier, im Gedenken an die 24 Opfer vom vergangenen 26. August, statt. Die Toten, unter ihnen ein zwei Monate altes Neugeborenes, wurden aus dem Meer geborgen und in den Hafen von Augusta gebracht.
Donnerstag, 21. August 2014
Siracusa macht die Tür den Neuangekommenen auf: Syrer zwischen Umberto I und Città dei Giardini aufgeteilt.
Ich habe mich heute
gegen 9 Uhr morgens nach Siracusa begeben, um zu überprüfen, ob die gestern
Abend im Hafen von Augusta angekommenen 179 syrischen Staatsbürger in das
Aufnahmezentrum für Familien, „Le Zagare“ in Città Giardino oder in das für
Erwachsenen in der Via Gela 80, besser bekannt als „Umberto I“, (der Name
der ehemaligen Schule in Siracusa,) verlegt worden sind.
Sobald ich in Città
Giardino, einem kleinen Vorort von der Gemeinde Melilli, angekommen
bin, wurde es mir klar, dass ich mich in der Nähe des Zentrum
befinde: Ich halte das Auto an, um drei jungen syrischen
Männern, zumindest scheint es mir so, mit ihren Frauen und einem
Kind den Vortritt zu lassen. Nur mit wenig Hab und Gut auf den
Schultern gehen sie unter neugierigen Blicken der anderen Passanten Richtung
Bushaltestelle. Es ist keine unübliche Situation, vor allem nach den Ereignissen
von letzter Woche in Palaspedini in Catania.
Dienstag, 15. April 2014
Toter Migrant in Siracusa, der Fall liegt dem Parlament vor. Befragung Alfano und Lorenzin
Redattore Sociale – Es wird gefordert, den Fall näher zu beleuchten und dringende Initiativen einzuleiten, „um angemessene Gesundheitseinrichtungen zu garantieren und dem Notstand an den sizilianischen Küsten nachzukommen“. Erster Unterzeichner ist Khalid Chaouki, aber es haben bereits viele Vertreter der Gruppe Immigration und Staatsbürgerschaft zugestimmt.
Montag, 14. April 2014
29-Jähriger stirbt in der Unterkunft Umberto I in Syrakus
Wir haben mit Erschütterung erfahren, dass heute morgen gegen 10:30 uhr ein junger Gambier in der Einrichtung Umberto I in Syrakus verstorben ist. Der junge Mann war am 11. April 2014 in Sizilien, wahrscheinlich in Augusta, angekommen. Die Mitarbeiter der IOM hatten ihn an der Mole sofort als besonders schuztbedürftigen Fall gemeldet, da er offensichtliche gesundheitliche Probleme (er war blind) hatte. Dennoch wurde der junge Mann in der Umberto I unterkunft nach Syrakus gebracht, ein Erstaufnahmezentrum ohne jeglichen juristischen Status und ohne Fachpersonal für besonders Schutzbedürftige, schon gar nicht für Personen mit schweren gesundheitlichen Problemen.
Die Redaktion von Borderline Sicilia
Aus dem Italienischen von Judith Gleitze
Die Redaktion von Borderline Sicilia
Aus dem Italienischen von Judith Gleitze
Montag, 12. August 2013
Syrakus – Zusammenstöße im Zentrum Umberto I – Mangel an angemessenen Einrichtungen, Rechtsberatung und Kulturvermittlung
Die Zusammenstöße vom 9. August im Aufnahmezentrum Umberto I in Syrakus und die über 20 verletzten Eritreer, drei davon wurden mit einem Schädeltraumata eingeliefert, sind das dramatische Ergebnis des mangelhaften Aufnahmesystems in der Provinz Syrakus. Diese werden mittlerweile seit Monaten von den in diesem Bereich arbeitenden Organisationen angeprangert. Zu 150 sind sie in einem heißen Raum mit nur 50 Matratzen untergebracht, ohne die Gründe dafür zu kennen:
Es gibt keinerlei Rechtsberatung oder (sprachliche) Mediation. Die Migranten wurden, von sechs langen Reisetagen völlig ausgelaugt, einem Gesundheitstest unterzogen. Dazu wurden sie 48 Stunden lang isoliert. Und da diese Isolierung den Migranten wie ein schreckliches Gefängnis erschien und sie nicht einmal wussten, warum man sie isoliert hatte haben sie sich dagegen aufgelehnt.
Es gibt keinerlei Rechtsberatung oder (sprachliche) Mediation. Die Migranten wurden, von sechs langen Reisetagen völlig ausgelaugt, einem Gesundheitstest unterzogen. Dazu wurden sie 48 Stunden lang isoliert. Und da diese Isolierung den Migranten wie ein schreckliches Gefängnis erschien und sie nicht einmal wussten, warum man sie isoliert hatte haben sie sich dagegen aufgelehnt.
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