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Sonntag, 28. Juli 2013

Andauernder Notstand: Das Aufnahmezentrum auf Lampedusa

Das Aufnahmelager liegt in einem Tal.
Etwa 1100 Flüchtlinge befinden sich derzeitig im Aufnahmezentrum auf Lampedusa. Viel zu viele, denn eigentlich ist das Zentrum nur für 350 Personen ausgelegt. Mittlerweile gibt es Auseinandersetzungen zwischen den Bewohnern des Zentrums. Auf viel zu engem Raum sind Eritreer, Somalier, Sudanesen, Tunesier und weitere Nationalitäten zusammengepfercht, da  bleibt es nicht aus, dass es zu Streitigkeiten kommt. Streitigkeiten in dem Ausmaße, das die Polizisten, die das Zentrum bewachen, dazwischen gehen mussten.

Viele der Zentrumsbewohner müssen mittlerweile draußen schlafen, denn in den Unterbringungsblocks ist nicht genug Platz für die ganzen Menschen.
Außerdem drücken jeden Tag mindestens 30 Grad auf das Aufnahmezentrum, dass in einem Tal liegt, in dem kein Windchen weht. Die Hitze, die Unzufriedenheit, die Verzweiflung, die Unsicherheit über das, was passiert – das sind die Umstände, die die Stimmung buchstäblich aufheizen. Und Europa macht Urlaub.

 

Andauernder Notstand und jeden Tag neue Ankünfte.

 

Erst gestern Abend, dem 27.07.13, wurden erneut 200 Flüchtlinge von der Küstenwache vor der Insel gerettet und an Land gebracht. Danach wurden auch sie in das ohnehin schon überfüllte Aufnahmezentrum gebracht. Heute Morgen, dem 28.07.13, konnten wieder 22 Menschen in Seenot gerettet werden, 31 weitere Insassen des Unglücksbootes mussten aber sterben und zählen damit zu den vielen Tausenden Toten, die das Mittelmeer fortwährend fordert.
 

Konklusion: Die Ankünfte auf Lampedusa reißen nicht ab und der Zustand bleibt kritisch.

 

Redaktion und Fotos: Alexa Magsaam, borderline-europe e.V.


borderline-europe e.V. verschaffte sich einen eigenen Eindruck über den Zustand im Aufnahmezentrum auf Lampedusa:

 

video

 


Zu sehen sind die beiden Wohnblocks.

In den Wohnblocks ist nicht genug Platz, also schlafen viele der Bewohner draußen.

Im Hintergrund zu sehen: Ein Wohnblock der bei einer Revolte 2011 angezündet wurde.

 Bei den derzeitigen Zuständen bleibt zu hoffen, dass so etwas nicht wieder passiert.
 

 
















Flüchtlingsboote: Der Schiffsfriedhof von Lampedusa.