siciliamigranti.blogspot.com ist ein italienischsprachiges Monitoringprojekt zur Situation der Flüchtlinge in Sizilien, dort finden Sie die Original-Berichte, hier finden Sie die deutschen Übersetzungen. Klicken Sie auf die auf die Namen der Schlagworte (keywords), wenn Sie bestimmte Themen suchen.
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Montag, 23. Januar 2017

Sterben an der Grenze. Kontrollen und Unterdrückung ersetzen Aufnahmen

“Vier Überlebende, ein Boot auf das sich bis zu 193 Personen gedrängt haben”. “Ungenaue Zahlen zu den Vermissten, es müssen Hunderte sein”. “Acht Tote, aber man befürchtet, dass es noch mehr sind”. Mittlerweile spricht man nicht mehr von Toten sondern von jenen, die “nicht überleben”, indem man Berechnungen mit einem Ausschlussverfahren anstellt. Zu erfahren, wie viele Personen weiterhin ihr Leben mitten auf dem Meer verlieren, wird immer schwieriger und sich darüber klar zu werden, wie viele tatsächlich die Opfer unserer Grenzen sind, immer beschämender. Seit Anfang 2017 sind schon 240 Menschen gestorben, während sie den Kanal von Sizilien überquerten und es ist erst Mitte Januar.

Mittwoch, 30. November 2016

Die auf unbestimmte Zeit verschobene Zukunft. Ein Besuch in einem außerordentlichen Aufnahmezentrum im Umland von Trapani

Beim Betreten des CAS* „Vulpitta“ in Trapani, empfindet man ein gewisses Unbehagen. Denn man muss daran denken, was das CPT* „Vulpitta“ früher war: eine der ersten Haftanstalten für Migrant*innen. Es ist 17 Jahre her, dass dort im Dezember sechs Tunesier in einem Brand, der im Innern ausgebrochen war, starben. Dies nach einem Ausbruchsversuch, gegen den die Ordnungskräfte hart vorgegangen waren. Und dieses CPT war das Modell für viele Situationen, die die Migrant*innen noch heute immer wieder erleben. Das neue CAS hat mit dem ehemaligen CPT (später CIE*) den Namen und die Lage der Unterkünfte gemein, die sich ganz in der Nähe befinden, direkt hinter dem ehemaligen Heim, das geschlossen und zerfallen ist.